Es sind wieder Militärkonvois auf Straßen in Brandenburg unterwegs. Diesmal sind aber keine deutschen Soldaten am Lenkrad.

19. März 2025 um 05:00 UhrPotsdam

Ein Artikel von

Bodo Baumert

Soldiers take part in the combat shooting exercises of the Lithuanian army and the French-German brigade at the General Silvestras Zukauskas Training Area in Pabrade, Lithuania, on May 6, 2024. (Photo by PETRAS MALUKAS / AFP)

Litauische Streitkräfte bei einer Übung in ihrer Heimat. Im März war eine Infanterie Brigade aus Litauen bei einem Manöver auf dem deutschen Truppenübungsplatz Hohenfels im Einsatz.

Petras Malukas/AFP

Autofahrer in Brandenburg müssen sich am 19. März erneut auf Militärkonvois einstellen. Wie die Bundeswehr mitteilt, sind rund 100 Radfahrzeuge unterwegs. Wer auf die Kolonnen trifft, sollte sich möglichst vorsichtig verhalten.

Was ist diesmal der Grund für diese große Präsenz militärischer Fahrzeuge in der Region? Wie das Operative Führungskommando (OFK) der Bundeswehr informiert, handelt es sich um „mehrere große Militärverbände der litauischen Streitkräfte“. Diese seien „auf dem Rückweg von einer Übung in ihr Heimatland“.

Das steckt hinter den Militärkonvois in Brandenburg

Konkret geht es um die Übung Allied Spirit, die US-Truppen mit anderen Nato-Einheiten seit Ende Februar auf dem deutschen Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern durchgeführt haben. Bei diesem jährlichen Manöver steht die Zusammenarbeit von Einheiten der Nato im Mittelpunkt.

13 Länder haben sich an Allied Spirit 2025 beteiligt. Im Zentrum stand diesmal eine mechanisierte Infanterie Brigade der litauischen Armee, die nun zurück nach Litauen verlegt werden soll.

Ab 8 Uhr werden die Fahrzeuge in kleinen Gruppen auf den rund 850 Kilometer langen Marsch geschickt. „Informationen zur genauen Fahrtstrecke und Zwischenhalte können aus Gründen der militärischen Sicherheit im Vorfeld nicht gegeben werden“, erklärt die Bundeswehr, die im Rahmen des sogenannten Host Nation Support dafür verantwortlich ist, den Transport der Nato-Partner durch Deutschland abzusichern. Fahrzeuge der Feldjäger, die Militärpolizei der Bundeswehr, werden die Kolonnen begleiten.

Fest steht allerdings, dass die Fahrzeugkolonnen „von Bayern über Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein“ fahren sollen. Dabei werden sich die Konvois „überwiegend über Bundesautobahnen und Bundesstraßen“ bewegen.

Militärkonvois in Brandenburg: Das müssen Autofahrer wissen

Die Bundeswehr bittet um Vorsicht, wenn Autofahrer auf die Konvois treffen. „Aufgrund des stärkeren militärischen Verkehrsaufkommens werden Verkehrsteilnehmende um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten“, so die Bundeswehr.

Autofahrer sollten möglichst großen Abstand zu den Konvois halten. „Zudem sollte aus Sicherheitsgründen nicht zwischen die einzelnen Fahrzeuge der bis zu drei Kilometer langen, relativ langsamen Marschkolonnen gefahren werden“, warnt die Bundeswehr.

Darum gibt es so viele Militärkonvois in Brandenburg

Neu sind solche Militärkonvois auf Brandenburgs Straßen nicht. 2024 hat es immer wieder solche Transporte gegeben, meist im Rahmen von Übungen, zu denen die Fahrzeuge unterwegs waren.

„Einsatzbereite Streitkräfte sind die Voraussetzung für eine glaubwürdige Abschreckung und wirksame Verteidigung. Militärische Übungen sind notwendig und dienen der Truppe zur Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten sowie der Herstellung und Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft“, erklärt ein Sprecher des OFK.

Dass solche Konvois auch in diesem Jahr wieder durch Brandenburg rollen, hatte die Bundeswehr bereits im Vorfeld bestätigt. Im Rahmen von nationalen Übungen könne es „jederzeit zur Nutzung und Beeinträchtigung einzelner Bereiche und Verkehrsträger in Brandenburg“ kommen, so ein Sprecher der OFK gegenüber diesem Portal.

„Brandenburg wird im kommenden Jahr in spürbarem Umfang von all diesem militärischen Transportaufkommen und von Truppenverlegungen betroffen sein“, erklärt der Sprecher des Operativen Führungskommandos und spricht von einer „erhöhten Intensität nationaler und multinationaler Übungen“.