In Österreich soll am 1. Mai ein bundesweites Handyverbot an Schulen für die unteren acht Klassenstufen gelten. Einen entsprechenden Vorstoß von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) hat die Regierung aus Christdemokraten (ÖVP), Sozialdemokraten (SPÖ) und Liberalen (Neos) am Mittwoch in Wien gebilligt. Demnach soll durch einen Ministererlass der Gebrauch von Mobiltelefonen nicht nur im Unterreicht, sondern auch in Pausen grundsätzlich untersagt werden. Allerdings können Schulen autonom Ausnahmen festlegen, etwa wenn Handys zu Unterrichtszwecken genutzt werden. Zugleich wolle er Maßnahmen zur digitalen Bildung an den Schulen ergreifen, sagte erklärte Wiederkehr.

Schulen können schon bisher im Rahmen ihrer Autonomie die Handynutzung in Unterricht und Pause regeln oder verbieten. Manche hätten aber mit der Durchsetzung Schwierigkeiten, hieß es im Ministervortrag. Durch eine klare bundesweite Regelung wolle man die Schulleitungen und Lehrer stärken. Die Verordnung soll vor Inkrafttreten noch zur Begutachtung durch Fachleute und Interessenvertretungen zur „Begutachtung“ ausliegen.

Schule als „Ort der Konzentration, Leistung und Sicherheit“

Wiederkehr sagte, die Regelung sei notwendig, „um Schule zu einem Ort der Konzentration, der Leistung und auch der Sicherheit zu machen”. Mobiltelefone, Smartwatches und ähnliche Geräte lenkten Kinder und Jugendliche ab und seien „echte Konzentrationskiller”. Außerdem führe der Gebrauch der Geräte zu mehr Konflikten.

Schulen sollen selbst darüber entscheiden, wie die Verordnung umgesetzt wird, etwa, wo Handys während des Schultags verwahrt werden. Für Kinder und Jugendliche, die das Handy aus gesundheitlichen Gründen brauchen, soll es Ausnahmeregelungen geben.