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Zwei Langstreckenbomber der Luftwaffe haben scharfe Lenkbomben eingesetzt. Bei der Übung unterstützen sich das US-Militär und schwedische Truppen.
Vidsel – Zwei Bomberflugzeuge vom Typ B-52 haben auf einem schwedischen Waffenübungsplatz in Vidsel den Abwurf scharfer Lenkbomben geübt. Das berichtete das Portal Defense News. Zuvor hatten schwedische Kampfflugzeuge die Bomber zum Testgelände eskortiert.
Laut der Luftwaffe unterstützte auch das US-Militär die Übung. Die US-Soldaten halfen dabei, die Zusammenarbeit von Luft- und Bodeneinheiten für präzise Angriffe zu trainieren. Die USA und Schweden sind Mitglieder des transatlantischen Nato-Verteidigungsbündnisses. Nach der Übung flogen die Bomber über das schwedische Parlament –zum Gedenken an den Jahrestag des schwedischen Nato-Beitritts.
Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Fotostrecke ansehenErster Abwurf scharfer Munition seit Schwedens Nato-Beitritt
Nach Angaben der Luftwaffe handelte es sich bei der Übung um den ersten Abwurf scharfer Waffen durch B-52-Bomber in Schweden seit dem Nato-Beitritt des skandinavischen Landes. Vidsil liegt mehr als 900 Kilometer nördlich von Stockholm entfernt und ist das größte Testgelände Europas. Eine weitere B-52 probte bereits am 14. März einen Tiefflug über der norwegischen Hauptstadt Oslo – eskortiert von zwei norwegischen F-35-Kampfflugzeugen.
Die Übung fand am selben Tag statt, an dem US-Präsident Donald Trump und der russische Kremlchef Wladimir Putin bei einem knapp zweistündigen Telefonat über eine temporäre Waffenruhe im Ukraine-Krieg sprachen. Laut Trump haben sich beide Staatsmänner in dem Gespräch darüber geeinigt, dass Russland und die Ukraine zwischenzeitlich keine Energieanlagen mehr attackieren. Nun gibt es Berichte, dass Russland diese Vereinbarung gebrochen hat. Fachleute befürchten bereits, dass es zu einem gewichtigen Missverständnis zwischen Trump und Putin gekommen ist.

Ein B-52-Bomber der US Air Force (USAF) landet auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford (Archivbild). © Ben Birchall/dpaNato beweist militärische Fähigkeiten
Die Luftwaffe setzt immer wieder B-52-Flieger für temporäre Einsätze in Europa ein, um die US-Unterstützung für seine europäischen Verbündeten gegenüber Russland zu demonstrieren. Seit Trump erneut im Weißen Haus sitzt, zweifeln zahlreiche Fachleute an einem US-Verbleib in der Nato. Der US-Präsident hatte bereits mehrfach öffentlich gesagt, dass er keine Alliierten unterstütze, die nicht ausreichend Geld für die eigene und gemeinsame Verteidigung ausgäben. Auch aus diesem Grund verschreckt Trump potenzielle Käufer der F-35-Kampfjets.
Eigentlich sind alle Nato-Mitglieder laut dem fünften Artikel des Nato-Vertrages dazu verpflichtet, angegriffene Verbündete zu verteidigen. Dieser Artikel trat in der Geschichte der Nato erst einmal in Kraft, als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in das World Trade Center flogen. (Jan-Frederik Wendt)