Das britische Biotech-Unternehmen Meatly bringt mit seinem neuen Produktkonzept frischen Wind in die Regale: Die Firma produziert Tierfutter aus im Labor gezüchtetem Fleisch. Tierische Zellen wachsen hier in einem kontrollierten Umfeld zu Fleisch heran, sodass kein Tier mehr geschlachtet werden muss. Diese Methode stellt die traditionelle Fleischproduktion infrage und bringt neue Perspektiven mit sich. Zumal Schätzungen zufolge bis zu 30 Prozent des gesamten Fleischverbrauchs allein in die Futtermittelproduktion fließen, auch wenn für Tierfutter häufig Fleischabfälle zum Einsatz kommen.

Die Herstellung von Laborfleisch verspricht deutliche Vorteile gegenüber herkömmlicher Fleischproduktion. Sie reduziert den Ausstoß von Treibhausgasen und den Verbrauch von Wasser und Land. Außerdem entfällt die Notwendigkeit der Massentierhaltung, was dem Wohl der Tiere zugutekommt.

Was in den USA und Singapur schon längst real ist, ist in Europa erst noch im Kommen: Auf dem europäischen Markt hatten insgesamt zwei Biotech-Unternehmen eine Zulassung für Laborfleisch in Tierfutter eingereicht. Meatly und das tschechische Biotech-Unternehmen Bene Meat. Nachdem Meatly die Zulassung erhalten hatte, durfte es nun ab Februar diesen Jahres seine Produkte zum ersten Mal auf den britischen Markt bringen. In einer Pressemitteilung vermeldete eine der größten britischen Einzelhändler für Heimtierbedarf “Pets at Home”, dass Meatly nun sein gezüchtetes Fleisch für Haustiere, das ohne Schlachtung von Tieren hergestellt wird, in seinen Märkten vertreiben werde.