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In Österreich entdeckten Archäologen das Grab einer jungen Frau. Sie wurde nicht wie die einheimische Bevölkerung beigesetzt.
Mattersburg – Das Grab der jungen Frau stammt aus dem 5. Jahrtausend vor Christus. Im Stadtzentrum von Mattersburg (Österreich) sind Wissenschaftler darauf im Dezember 2024 gestoßen. Bei der Frau dürfte es sich laut Experten um eine Zuwanderin handeln. Da Brandbestattung zu dieser Zeit bei der einheimischen Bevölkerung üblich gewesen sei. Es ist das bisher älteste Grab in Mattersburg.
Spektakuläre Funde in Österreich – Grab von junge Frau mitten im Stadtzentrum entdeckt
Rund um Mattersburg im Burgenland gab es zwar bereits ähnliche Funde. Bei dem Grab, der 25 bis 35 Jahre alten geschätzten Frau, handelt es sich laut der Stadtarchäologin Dr. Dorothea Talaa um das bisher älteste Grab in Mattersburg. Es wurde vergangenen Dezember entdeckt.

Sensationsfund im Stadtzentrum von Mattersburg: Bei Ausgrabungen ist ein Archäologen-Team auf eine Grabstätte aus der Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. gestoßen. © Dorothea Talaa Weinkonsum im Burgenland schon im fünften Jahrtausend vor Christus ein Thema
Bei Ausgrabungen rund Mattersburg unter der Leitung von Archäologin Dorothea Talaa gibt es Hinweise, dass am Ortsrand von Mattersburg schon in prähistorischer Zeit Weinbau betrieben wurde. „Mein Team und ich gehen davon aus, dass die ortsansässigen Menschen den burgenländischen Wein schon im fünften Jahrtausend vor Christus genossen haben“, so Archäologin Talaa laut einer Mitteilung des Landes Burgenland.
Bestimmte Keramikgefäße, deren Machart und materielle Beschaffenheit ließen Rückschlüsse auf die Ausbreitung der Technik des Weinkelterns vom Schwarzmeerraum über den Balkan bis in hiesige Gegenden zu, so Talaa. Und zwar lange Zeit vor Eingliederung des Gebets des heutigen Burgenlands in das Römische Weltreich.
Spektakuläre Österreich-Funde bei Ausgrabungsarbeiten nahe der Fußballakademie in Mattersburg
Aber das ist noch lange nicht alles. Die Umgebung von Mattersburg ist für Forscher besonders interessant. Auf einer rund sechs Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nähe zur Fußballakademie entdeckten Wissenschaftler das einzige Brandgräberfeld der Makó-Kultur in Österreich aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. „Gräber aus dieser Zeit sind in Österreich sehr selten“, so Archäologin Talaa. Nur drei weitere Gräber dieser Kultur sind in Österreich bekannt.
Die Menschen, die im Gräberfeld von Mattersburg bestattet wurden, dürften laut Talaa verschiedene Traditionen des östlichen Karpatenbeckens oder Schwarzmeergebietes gepflegt haben.
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Die Fundstücke der letzten Ausgrabung will die Archäologin Dorothea Talaa am 13. März in der Bauermühle in Mattersburg präsentieren. Sensationsfunde in Österreich sind keine Einzelfälle: Vor kurzem ist ein Winzer in seinem Weinkeller auf Mammut-Knochen gestoßen. Bei einem Landwirt rückten Höhlenforscher und Spezialisten an, nachdem sich ein Loch unter einem Betonboden aufgetan hatte. Diese sieben archäologische Funde stellen Forscher vor ein Rätsel. (ml)