US-Präsident Donalds Trump hat Zölle von 25 Prozent auf alle Auto-Importe bekanntgegeben. Die Zölle sollten für alle Autos gelten, die nicht in den USA produziert worden seien, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. „Wenn sie in den USA hergestellt wurden, gibt es absolut keine Zölle.“ Laut Angaben des US-Handelsministeriums importierten die Vereinigten Staaten im Jahr 2024 Personenkraftwagen im Wert von 214 Milliarden Dollar.

Fast die Hälfte aller in den USA verkauften Fahrzeuge wird importiert, wie die New York Times unter Berufung auf Daten der Wall-Street-Beratungsfirma Bernstein berichtete. Mexiko ist der größte ausländische Autolieferant der USA, gefolgt von Südkorea, Japan, Kanada und Deutschland.

Der Schritt heizt den Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union weiter an. Besonders die deutsche Autoindustrie dürften die Zölle hart treffen. Trump fügte hinzu, er könnte China einen Nachlass bei den Zöllen geben, wenn China einem Verkauf von TikTok an ein US-Unternehmen zustimmt.

„Ich bedauere die Entscheidung der USA, Zölle auf europäische Automobilexporte zu erheben, zutiefst“, sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, am Mittwoch in einer Erklärung. Die Europäische Union werde diese Ankündigung zusammen mit anderen von den USA in den nächsten Tagen geplanten Maßnahmen prüfen und weiterhin nach Verhandlungslösungen suchen, unter Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen.

Die EU hatte bis zuletzt versucht, die Zölle zu verhindern. Trump sagte, er wolle die US-Automobilindustrie stärken. Die Zölle werden per 2. April eingeführt und sind ab dem 3. April zu bezahlen. Die Zölle würden „hundertprozentig dauerhaft“ sein. „Dies ist der Beginn des Befreiungstages in Amerika“, sagte Trump weiter. Er spricht seit Wochen davon, dass es am 2. April ein großangelegtes Zollpaket geben wird. Die Auto-Zölle könnten also nur ein Vorgeschmack auf weitere Sonderabgaben sein, die Trump in der kommenden Woche vorstellen will.

EU-Handelskommissar spricht von „verheerenden“ Auswirkungen

Maroš Šefčovič, EU-Handelskommissar, erklärte nach einem Treffen mit hochrangigen Vertretern der Regierung am Dienstag laut der Financial Times, ein Zoll von 20 Prozent auf Importe aus der EU wäre „verheerend“ für die EU. Das US-Zollniveau wäre höher als jemals zuvor seit der Einführung einer gemeinsamen Handelspolitik der EU-Gründungsmitglieder Ende der 1950er Jahre.

Trump sagte: „Wir werden Länder dafür bestrafen, dass sie in unserem Land Geschäfte machen und uns Arbeitsplätze, Wohlstand und vieles mehr wegnehmen, was sie uns seit Jahren schon wegnehmen.“

Er kündigte außerdem an, neue Kohlekraftwerke zu eröffnen. Er sagte, Deutschland habe ebenfalls mit Kohle begonnen, nachdem Deutschland wegen der Windenergie „beinahe bankrott“ gegangen sein.

Bericht: Fast 60 Prozent der Bauteile an US-Autos kommen aus dem Ausland

Die Zölle auf alle Auto-Importe könnten auch für die US-Autohersteller Auswirkungen haben, da sie viele ihre Komponenten weltweit beziehen, was höhere Kosten und geringere Umsätze zur Folge haben könnte. Fast 60 Prozent der Bauteile in Fahrzeugen, die in den USA montiert werden, stammen nach Informationen der New York Times aus dem Ausland.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte bereits am Mittwochmittag gesagt, dass Trump Zölle auf Auto-Importe ankündigen wird. Das sorgte für deutliche Kursverluste. Die Aktien von General Motors fielen danach sofort um rund drei Prozent, die Ford-Aktie legte dagegen leicht zu. Die Aktien von Stellantis, dem Eigentümer von Jeep und Chrysler, fielen um fast vier Prozent. General Motors, Ford und Stellantis sind die wichtigsten Autohersteller in den USA, die zusammen rund die Hälfte der Pkw-Produktion im Land ausmachen.

Autozölle „werden den kürzlich zurückgekehrten Optimismus in Europa definitiv trüben“, sagte Carsten Brzeski, Global Head of Macro bei ING Research. Insbesondere könnten sie „die deutschen Exporte schädigen und die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Stagnation erhöhen“.

Die drei größten deutschen Automobilhersteller decken laut dem Marktforschungsunternehmen JATO Dynamics rund 73 Prozent der Automobilexporte der Europäischen Union in die USA ab. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Automobilindustrie. Fast jeder dritte Porsche wird in die USA exportiert, während jeder sechste BMW dorthin geliefert wird. Mercedes, Volkswagen und Audi haben Produktionsstätten in den USA und Mexiko, wären aber von der Zollerhöhung hart getroffen. BMW warnte kürzlich, dass die wachsenden Handelskonflikte das Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich eine Milliarde Dollar kosten werden.