Ich habe mir für meinen Vater heute die Situation rund um das neue OGH-Urteil bezüglich Kreditbearbeitungsgebühren bei Bankkrediten durchgelesen, weil er ein Angebot von einem Prozessfinanzierer bekommen hat und ich bei sowas grundsätzlich immer skeptisch werde.

Wenn man die ganze Gschicht googelt, kommt man als erstes auf einen Artikel der Wirtschaftskammer Österreich. Und beim Durchlesen ist mir wirklich das Krawattl aufgegangen. Juristische Halbwahrheiten noch und nöcher, alle mit der Message "Bitte verklag nicht unsere armen Banken, das geht eh schlecht für dich aus."

Sprechen tu ich hiervon Kreditbearbeitungsgebühr im Fokus – WKO

Wir starten in den Artikel rein mit einer schönen Beweihräucherung wie fair und vertrauenswürdig denn unsere heimischen Banken sind.

Bei den Aussagen des OGH wird absolutes Cherry-Picking betrieben, liest man sich das Urteil in Frage durch fragt man sich echt ob die sinnerfassen lesen können.

Dann noch eine abschreckende Statistik eingebaut wie aussichtslos eine Klage ist, ein Satz wie "wer klagt muss sich auf einen langen und kostspieligen Prozess einstellen" einbauen und fertig ist das Propagandastück.

Als Krönung wird dann eine Entscheidung des OGH zitiert, bei dem der Gerichtshof nicht einmal inhaltlich entschieden sondern eine Revision mangels Rechtsfrage mit grundlegender Bedeutung mit Beschluss zurückgewiesen hat.

Ich kann das echt nimmer, so ein Drecksverein wird auch noch mit Zwangsmitgliedschaften finanziert.

Dem gegenübergestellt seien natürlich die Drecks Prozessfinanzierer, die das blaue vom Himmel versprechen "Alle prozentual angegebene Bearbeitungsgebühren sind anfechtbar" – geh bitte so ah Schas – und um keinen Deut besser sind.

Rant over danke fürs durchlesen.

by DizzyTennis7857

6 comments
  1. Inwiefern ist die WKO, die Interessensvertretung der Wirtschaft ein Drecksverein, wenn er die Interessen der Wirtschaft unterstützt?

    Und, nach kurzem Überfliegen, stimmt das in den FAQ gesagte schon so. Hätte keine Aussage entdeckt, die falsch oder stark verzerrend wäre.

  2. Die WKO macht, was sie machen soll. Das Problem ist, dass sie in Medien und der öffentlichen Wahrnehmung oft als generelle Expertin für Wirtschaftsangelegenheiten verstanden wird und nicht als das, was sie ist – eine Interessensvertretung, die nichts anderes möchte, als die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihr Klientel zu schaffen.

    Und somit nicht um eine unabhängige oder gar neutrale Instanz, die Dinge ohne signifikante Wertung oder starken ideologischen Spin wiedergibt. Und diese Fehldarstellung taugt der WKO natürlich, weil dann kann sie mehr beeinflussen und fungiert so, wie du sie bezeichnest – als Propagandaschleuder.

    Es handelt sich also mehr um ein Missverständnis und eine (oftmals sicherlich absichtliche) Fehldarstellung, um Macht & Einfluss von Wirtschaftstreibenden zu erhalten und zu mehren.

  3. Was muss passieren, damit dem dreck endlich die Luft wegbleibt und zwangsgebühren abgeschafft werden

  4. Interessen der Unternehmen vertritt – ab welchem Umsatz? Zu 99% ein versorgungsbetrieb für die mit dem richtigen Parteibuch.

  5. “Österreichs Banken ist eine vertrauensvolle Beziehung mit ihren Kreditnehmern ein wichtiges Anliegen.

    Die Banken helfen Ihnen nicht nur bei der Erfüllung Ihrer Träume, sondern unterstützen Sie auch in herausfordernden Situationen.”

    Ja, eh. Genau.

  6. Bruh ich weiß nicht, warum dieser Post überhaupt existiert. Die Aufgabe der WKÖ ist es, Unternehmerinteressen zu vertreten. Warum sollten die da auf die AN-Interessen achten? Die AK achtet auch nicht auf Unternehmer-Interessen? Herzlichen Glückwunsch zur Feststellung, dass die WKÖ einen Sachverhslt in der unternehmerfreundlichsten Weise liest und darstellt.

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