Will offenbar nicht erneut für den Ständerat kandidieren: Thomas Minder.
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Nach einer Entscheidung des Bundesgerichts muss Schaffhausen die Ständeratswahl wiederholen. Thomas Minder, bekannt für seine Abzocker-Initiative, wird nicht erneut kandidieren.
Ende März erschütterte ein Polit-Beben Bundesbern: Das Bundesgericht hat die Wahl des Schaffhauser SP-Politikers Simon Stocker zum Ständerat aufgehoben. Grund dafür: Zum Zeitpunkt seiner Wahl soll der 43-Jährige mehrheitlich in Zürich und nicht im Kanton Schaffhausen gewohnt haben.
Nun steht in Schaffhausen eine erneute Ständeratswahl an. Die Wahlwiederholung ist für den 29. Juni angesetzt. Bereits seit vergangener Woche steht fest, dass die SP erneut mit Stocker antreten wird, der seine rechtlichen Wohnsitzprobleme mittlerweile gelöst haben will.
Stockers Nomination durch die Partei dürfte Formsache sein. Er kann – wie schon 2023 – voraussichtlich auf breite Unterstützung aus dem links-grünen Lager zählen.
Bericht: Minder verzichtet auf Kandidatur
Auch die bürgerlichen Parteien ziehen gemeinsam in den Wahlkampf. Die FDP tritt mit dem 46-jährigen Piloten und Kantonsrat Severin Brüngger an. Die SVP unterstützt dessen Wahl und schickt selbst niemand ins Rennen, zumal mit Hannes Germann bereits ein Schaffhauser SVP-Vertreter im Ständerat sitzt.
Die grosse Unbekannte im Schaffhauser war bis anhin Thomas Minder. Der Vater der Abzocker-Initiative hatte die Wahl 2023 überraschend gegen Stocker verloren und sich seitdem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Nun hat er sich entschieden, nicht erneut zu kandidieren, wie «Blick» unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet. Minder selbst hat auf Anfragen bis jetzt noch nicht reagiert.
Spur führt zu Wahlverlierer
Brisant: Der Beschwerdeführer, der Stockers Absetzung initiierte, war ein Sympathisant und Wahlkampfhelfer von Thomas Minder. Recherchen vom «SonntagsBlick» haben zudem ergeben, dass die Anwaltskosten für das Verfahren an Claudio Kuster, einen engen Vertrauten von Minder, gingen.
Kuster bestreitet jegliche Verbindung zu den Rechnungen, die sich auf rund 20’000 Franken belaufen. Die Enthüllungen nähren allerdings den Verdacht, der Beschwerdeführer sei nur ein Strohmann. Ob ein Zusammenhang mit der Medienberichterstattung und dem Kandidaturverzicht Minders besteht, ist ebenfalls ungeklärt. So oder so: Ein politisches Comeback von Thomas Minder in Bern wird es offenbar nicht geben.
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