wa.dePolitik

DruckenTeilen

Trump und Hegseth sollen eine US-Gesandte im Nato-Militärausschuss gefeuert haben. Eine Überraschung ist das nicht.

Washington, DC – Berichten zufolge wurde die US-Entsandte im Nato-Militärausschuss entlassen. Mehrere US-Medien, darunter die Washington Post, berufen sich dabei auf gut informierte Kreise. Die Vize-Admiralin Shoshana Chatfield soll wegen ihrer Äußerungen zu Diversitätsfragen im US-Militär seit 2023 im Fokus konservativer Lobbyisten gestanden haben. Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll Chatfield als störend empfunden haben.

Laut der Deutschen Presse-Agentur begann Chatfield ihre Laufbahn im US-Militär als Pilotin und stieg zu einer der wenigen weiblichen Führungskräfte in der Marine auf.

Trump und Hegseth entlassen zahlreiche Militärangehörige

Der Nato-Militärausschuss ist die höchste militärische Instanz des Nato-Verteidigungsbündnisses und unterstützt die Entscheidungsprozesse der zivilen Führung. Seit Donald Trump US-Präsident wurde, haben einige Militärangehörige wegen ihrer Aussagen zu Diversität und Inklusion ihre Positionen verloren. Im Februar entließ Trump mit seinem Team sechs hochrangige Führungskräfte im Verteidigungsministerium, darunter die erste Frau an der Spitze der US-Marine.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Trump-Kabinett

Fotostrecke ansehen

Auch Charles Q. Brown, der ehemalige Generalstabschef der US-Streitkräfte, musste im Februar seinen Posten aufgeben. Viele Beobachter waren von diesen Entlassungen nicht überrascht, da sie sich bereits im US-Wahlkampf abgezeichnet hatten. Trump hatte vor seinem Wahlsieg wiederholt angekündigt, unliebsame Generäle aus der US-Armee zu entfernen. Er und seine Unterstützer kritisieren einige US-Generäle als zu „woke“. Am Freitag (4. April) entließ Trump mehrere Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates.

Trump überwacht US-Generäle

Im Oktober 2024 erklärte Trump, eine Taskforce zur Überwachung der „woken Generäle“ einzurichten und das Diversity-Training im Militär abzuschaffen. Diese Ansicht teilt auch Hegseth. Vor einigen Monaten skizzierte er in einem Podcast einen Plan zur Abschaffung der Bemühungen um Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion im US-Militär, berichtete The Guardian.

US-Präsident Trump

US-Präsident Donald Trump hat bereits einige US-Militärs entlassen. © dpa

Inzwischen übt die Trump-Administration auch Druck auf Unternehmen aus, die sich für Diversität, Gleichstellung und Inklusion einsetzen. Auch die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, soll sich an entsprechende Dekrete halten. Berichten zufolge hat das Unternehmen seine Unterstützung für Trumps Politik zugesichert. Die Kritik daran ist groß. Der Republikaner versucht derweil, seine Macht weiter auszubauen, möglicherweise mit einer dritten Amtszeit. (Jan-Frederik Wendt)