Publiziert8. April 2025, 16:46
Transplantation: Die Liebe der Schwester schenkte Grace ihr Wunder: Baby Amy
Zum ersten Mal ist in Grossbritannien ein Baby zur Welt gekommen, dessen Mutter eine transplantierte Gebärmutter trägt.
Grace Davidson brachte als erste Frau in Grossbritannien ein Kind zur Welt, nachdem sie eine Gebärmuttertransplantation erhalten hatte.
Die Gebärmutter wurde ihr von ihrer Schwester Amy Purdie gespendet.
Die Geburt verlief problemlos und gilt als medizinischer Meilenstein.
In Grossbritannien ist zum ersten Mal ein Kind zur Welt gekommen, dessen Mutter eine transplantierte Gebärmutter erhalten hat. Die 36-jährige Grace Davidson, die ohne Gebärmutter geboren wurde, brachte am 27. Februar per Kaiserschnitt ihre Tochter Amy im Queen Charlotte’s and Chelsea Hospital in London zur Welt.
Das Organ hatte ihr ein Jahr zuvor ihre Schwester Amy Purdie gespendet. Die Geburt gilt als medizinischer Meilenstein in Grossbritannien, wie die BBC berichtet.
Die Schwestern wurden psychologisch betreut
Davidson leidet am seltenen Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH), bei dem die Gebärmutter fehlt oder unterentwickelt ist, die Eierstöcke aber normal funktionieren. 2023 erhielt sie im Rahmen einer rund 17-stündigen Operation am Churchill Hospital in Oxford die Gebärmutter ihrer Schwester.
Es war die erste erfolgreiche Transplantation dieser Art im Vereinigten Königreich. Beide Frauen wurden vor dem Eingriff psychologisch betreut.
Sie hoffen auf ein zweites Kind
Die Geburt von Tochter Amy verlief problemlos. Das Neugeborene wog knapp über zwei Kilogramm. Davidson wurde mithilfe künstlicher Befruchtung schwanger – bereits beim ersten Versuch. Noch vor der Transplantation hatten sie und ihr Ehemann Angus mehrere Embryonen einfrieren lassen.
Nun hoffen sie auf ein zweites Kind mit der gespendeten Gebärmutter. Danach soll das Organ entfernt werden, damit Grace keine Immunsuppressiva mehr nehmen muss. Diese Medikamente verhindern eine Abstossung des Organs, erhöhen jedoch langfristig das Krebsrisiko.
«Ein riesiger Akt schwesterlicher Liebe»
«Es war überwältigend, weil wir uns nie wirklich vorgestellt hatten, dass dieser Moment jemals kommt», sagte Davidson der BBC. Den Namen Amy erhielt das Kind in Dankbarkeit gegenüber ihrer Tante. Ihr zweiter Name lautet Isabel, zu Ehren der Chirurgin Isabel Quiroga, die die Transplantation leitete.
Angus Davidson, der Ehemann von Grace, sagt: «Wir werden Graces Schwester niemals genug danken können. Die Geburt von Amy ist ein Wunder. Für uns war es keine Frage, unsere Tochter nach ihr zu benennen.» Die frisch gebackene Mutter fügte hinzu: «Es war unglaublich schwer, sie das für mich tun zu lassen. Es war ein riesiger Akt schwesterlicher Liebe.»
Die Mediziner arbeiteten unentgeltlich
Chirurgin Isabel Quiroga sprach von einem «unglaublichen Moment, voller Freude». Auch Professor Richard Smith, der das medizinische Team leitete, das die Gebärmutter entnahm, und seit mehr als 20 Jahren zu Uterustransplantationen forscht, zeigte sich tief bewegt: «Ich war sprachlos – im Operationssaal flossen viele Tränen.»
Smith ist Vorsitzender der Wohltätigkeitsorganisation Womb Transplant UK, die die Kosten des Eingriffs übernahm. Alle beteiligten Mediziner arbeiteten unentgeltlich. Derzeit verfügt die Organisation über Mittel für zwei weitere Transplantationen. Ein Eingriff kostet rund 30’000 Pfund – umgerechnet etwa 32’700 Franken.
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