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Ein Soldat feuert einen Mörser im Ukraine-Krieg ab.

Ein ukrainischer Soldat feuert einen Mörser auf russische Stellungen ab. Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen weiter (Symbolbild) © Madeleine Kelly/dpa

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen dramatisch. Neue Zahlen offenbaren das Ausmaß. Wladimir Putins Taktik könnte am Ende dennoch aufgehen.

Kiew – Der Ukraine-Krieg wird trotz laufender Gespräche über einen Waffenstillstand mit unverminderter Härte fortgesetzt. Derzeit bemühen sich die westlichen Unterstützer von Präsident Wolodymyr Selenskyj um zusätzliche Hilfe für Kiew und prüfen die Möglichkeiten für weitere Waffenlieferungen. Gleichzeitig erhebt die ukrainische Führung schwere Vorwürfe gegen die russischen Besatzer und beschuldigt sie zahlreicher weiterer Kriegsverbrechen. Inmitten dieser angespannten Situation gibt es neue Schätzungen zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Neue Details – Schätzungen zufolge 930.000 Soldaten verloren

Die Verluste der russischen Armee im Ukraine-Krieg bleiben seit Monaten konstant hoch. Am Freitag, dem 11. April, berichtete der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, dass innerhalb von 24 Stunden 1210 russische Soldaten getötet oder verwundet wurden. Insgesamt sollen inzwischen über 930.000 Militärangehörige Opfer des Ukraine-Kriegs geworden sein. Diese Zahlen sind jedoch nicht unabhängig überprüfbar.

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Eine neue Schätzung eines hochrangigen Nato-Beamten kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Er geht davon aus, dass Russland seit Beginn der Kämpfe vor über drei Jahren etwa 910.000 Soldaten verloren hat, darunter rund 250.000 Getötete. Der Nato-Beamte erklärte, dass die stark gestiegenen Zahlen wohl auf die Ausweitung der Kampfzonen und intensivere Militäroperationen zurückzuführen seien.

Verlustreiche Taktik im Ukraine-Krieg: Russland nimmt hohe Verluste in Kauf

Russland verfolgt im Ukraine-Krieg seit Monaten eine verlustreiche Strategie. Die Streitkräfte erzielen unter Inkaufnahme von Verletzten und Toten geringe, aber stetige Geländegewinne. Die Führung setzt bei Offensivmanövern auf risikoreiche Taktiken, was die Verluste in die Höhe treibt. Für Wladimir Putin scheint dieses Vorgehen auf lange Sicht erfolgreich zu sein, da es langsame Erfolge garantiert. Bisher konnte der Kreml die Verluste durch ständige Rekrutierungen ausgleichen.

Putin setzt zudem auf die Unterstützung durch Verbündete. Seit dem vergangenen Jahr gibt es Berichte über den Einsatz von Soldaten aus Nordkorea. Jüngste Meldungen deuten auch darauf hin, dass chinesische Staatsbürger im Ukraine-Krieg kämpfen könnten.

Hohe Verluste im Ukraine-Krieg: „Fleischwolf“-Taktik bei Russlands Armee

Russlands Bereitschaft, im Ukraine-Krieg hohe Verluste zu riskieren, ist seit Beginn der Kämpfe bekannt. Die Ukraine bezeichnet diese Strategie sarkastisch als „Fleischwolf-Taktik“. Derzeit setzt Russland im Raum um Donezk auf solche Manöver und riskiert für geringe Erfolge auf dem Schlachtfeld tote und verletzte Soldaten. Die Bild berichtete darüber.

Auch das Institute for the Study of War (ISW) analysiert, dass Russland an vielen Fronten auf Bodenangriffe setzt, die jedoch oft ohne nennenswerte Gewinne enden. Dennoch gilt die „Fleischwolf“-Taktik langfristig als erfolgreich. Die BBC urteilte mit Blick auf das Kriegsjahr 2024, dass diese Strategie für Russland letztlich Fortschritte an der Front gebracht hat, jedoch die Verluste im Ukraine-Krieg erheblich steigerte.

Verluste im Ukraine-Krieg: Auch Nordkorea-Soldaten betroffen

Russland riskiert nicht nur das Leben seiner eigenen Soldaten. Berichten zufolge wurden etwa 1500 Soldaten aus Nordkorea getötet und rund 3500 weitere verwundet. Diese Zahlen stammen ebenfalls aus Nato-Berichten zu den Verlusten im Ukraine-Krieg. Ob Russland künftig auch Verluste unter chinesischen Staatsbürgern in Kauf nehmen wird, bleibt abzuwarten.

Berichte häufen sich, dass Russland finanzielle Anreize schafft, um Chinesen für den freiwilligen Eintritt in das russische Militär zu gewinnen. Selenskyj erklärte am 9. April, dass die ukrainischen Behörden 155 chinesische Staatsbürger identifiziert hätten, die im Ukraine-Krieg kämpfen sollen; die tatsächliche Zahl sei jedoch vermutlich höher. Den chinesischen Soldaten könnte ein ähnliches Schicksal wie den Nordkoreanern drohen. (fbu)