Am heutigen 13. April 2025 ist Palmsonntag. Gebührt dir heute der unbeliebte Titel des „Palmesels“? Im Beitrag erfährst du, was es mit dem Palmbuschen auf sich hat, was ein Palmesel ist und warum der Esel oft fälschlicherweise als „dumm“ bezeichnet wird.
SALZBURG. Mit dem heutigen Palmsonntag startet die Osterwoche, die sogenannte Karwoche. Bis zum höchsten Fest des Christentums und dem Höhepunkt im Kirchenjahr ist es jetzt nicht mehr weit. Am Palmsonntag werden schon seit dem siebten Jahrhundert Palmprozessionen durchgeführt und seit dem neunten Jahrhundert werden bereits Zweige geweiht.
Palmbuschenbinden und Palmweihe
Ein typischer alpenländischer Brauch, der tief in der Salzburger Bevölkerung verankert ist, ist das „Palmbuschenbinden“ – dabei wird an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Die Weidenzweige für den Palmbuschen werden gebunden und anschließend bunt geschmückt.
Ein echter Salzburger Palmbuschen besteht aus regionalen Kräutern, Pflanzen und Hölzern. Zusätzlich werden die Buschen mit gefärbten Hobelscharten und manchmal auch mit Fastenbrezen geschmückt. Nach der kirchlichen Segnung am Palmsonntag, der sogenannten „Palmweihe“, kann der Buschen seine heilbringende Wirkung entfalten. So soll er das Haus, die Felder, Äcker oder Gärten vor Übel bewahren und böse Geister vertreiben.
Palmprozession und Palmeselritt
In der Gemeinde Puch bei Salzburg wird ein über 400 Jahre alter geschnitzter „Palmesel“ samt darauf reitendem Christus bei der Palmprozession mitgetragen. Im Mittelalter war dies eine sehr beliebte österliche Prozessionsfigur, mit der man dem nicht lesendem Volk die Bibelgeschichten näherbringen wollte.
Ab 1777 waren die volkstümlichen Figuren verpönt und wurden auf erzbischöfliche Anweisung vernichtet. Der Palmesel von Puch ist neben einem zweiten Holzesel in Tirol der letzte jener österlichen Prozessionsfiguren aus dem 17. Jahrhundert.
Bist du heute der „Palmesel“?
Verschlafen sollte man am Palmsonntag keinesfalls. Denn ein österlicher Brauch ist es auch, denjenigen, der zuletzt am Morgen des Palmsonntag aufsteht, „Palmesel“ zu heißen. Früher war damit derjenige gemeint, der zu spät zur Messe kommt. In Familien wird jedoch meist schon demjenigen, der zuletzt zum Frühstück erscheint, dieser ungewollte Titel zuteil.
Bist du heute der “Palmesel“?
Esel: Störrisch oder intelligent?
Wer kennt sie nicht, die Schimpfwörter mit dem Esel? In der Umgangssprache wird der Esel oft als Beleidigung verwendet, und damit als „dumm“ oder „stur“ angesehen. Diese negative Wahrnehmung hat historische Wurzeln, etwa durch mittelalterliche Praktiken wie den „Eselsritt“, bei dem Verurteilte auf einem Esel durch den Ort geführt wurden.
Tatsächlich sind Esel jedoch sehr intelligente Tiere, die vorsichtig und überlegt handeln. Sie besitzen eine ausgezeichnete Problemlösungsfähigkeit, ein gutes Gedächtnis und sind gesellige Wesen mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Ihre vermeintliche Sturheit ist oft nur ein Zeichen von Vorsicht und Überlegung, was sie von impulsiven Reaktionen unterscheidet. Diese Eigenschaften machen Esel zu beeindruckenden Tieren, die viel zu oft zu Unrecht als dumm angesehen werden.
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