
Maximilian Beier erzielte das zwischenzeitliche 1:0 gegen den FC Bayern. © Bahho Kara/Kirchner-Media
Das Remis gegen den FC Bayern hält die Europa-Hoffnung von Borussia Dortmund am Leben. Das Spiel lieferte vier spannende BVB-Erkenntnisse.
Dortmund – Mit diesem Punktgewinn zeigt sich Borussia Dortmund sehr zufrieden: Der BVB trotzte dem FC Bayern am Samstagabend (12. April) ein 2:2-Remis ab und überzeugte dabei mit starkem Einsatz. Das Topspiel zeigte vor allem eins: Die Schwarz-Gelben hielten ein Versprechen ihres Trainers. Vier Erkenntnisse zum „Klassiker“.
BVB-Erkenntnisse gegen FC Bayern: So rettet sich Dortmund nach Europa
Erkenntnis 1: Die BVB-Stars halten Kovacs Versprechen. Schon zu Beginn der sportlichen Krisen-Saison unter Ex-Coach Nuri Sahin betonten einige Borussia-Spieler immer wieder, wie wichtig es wäre, die sogenannten „Basics“, also Grundtugenden einzuhalten. Bereits kurz nach seiner Verpflichtung schlug Niko Kovac, der beispielsweise mitten in der Saison einen Laktattest durchführte, in eine ähnliche Richtung.
Fitness, Einsatz- und Laufbereitschaft dienen unter dem Trainer als Eckpfeiler für die Profis. Vor dem Spiel gegen die Bayern forderte Kovac explizit „viele Wege“ von seiner Mannschaft. Nach der Partie durfte sich der BVB-Coach über 121 Kilometer in München freuen.
Der Kroate bestätigte die positive Entwicklung in dieser Hinsicht nach dem Unentschieden bei Sky: „Man darf nicht den Fehler machen, gegen starke Mannschaften nur spielerisch mitzuhalten. Man muss das ganz Normale reinschmeißen.“ Sollte Kovacs Normalität weiterhin zu Stabilität führen, könnten die Dortmunder weiterhin von einer Qualifikation eines europäischen Wettbewerbs träumen.
Maximilian Beier ist Borussia Dortmunds Hoffnung auf Europa
Erkenntnis 2: Beier ist Borussia Dortmunds Hoffnung auf Europa. Nach seinem schwierigen Start beim BVB zeigt sich der Sommer-Neuzugang aktuell in bestechender Form. Spätestens seit seinem Doppelpack im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (30. März, 3:1) überzeugt Beier so sehr, dass einige Fans verdutzt waren, als Kovac bei der Klatsche gegen den FC Barcelona (9. April, 0:4) auf den 22-Jährigen in der Startelf verzichtet hatte.
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Beier sprüht aktuell vor Spielfreude und entdeckt dabei sogar neue Qualitäten. Der BVB-Angreifer erzielte drei seiner jüngsten vier Bundesliga-Tore per Kopf – dieses Kunststück gelang ihm erstmals in seiner Karriere. Erst kürzlich gab der Angreifer zu, DFB-Schreck Fernando Torres nachzueifern. Offensichtlich mit Erfolg, denn Beier scheint sein Fähigkeiten-Repertoire – ähnlich zu Torres – auch beim Kopfballspiel zu erweitern.
Für Borussia Dortmund dürfte aber wichtiger sein, dass Beier sein Spiel weniger berechenbar für den Gegner macht. Nach seinem Tor zum 1:0 gegen den FC Bayern steht er immerhin bei acht Saisontoren. Die Rolle im Doppelsturm neben Karim Adeyemi oder Serhou Guirassy kommt ihm wohl entgegen. Sollte Beier seine Qualitäten beibehalten, hat der BVB gute Chancen, kommende Saison international zu spielen.
BVB-Trainer Niko Kovac zieht Konsequenzen
Erkenntnis 3: Kovac greift beim BVB durch. Der BVB-Trainer hatte die BVB-Stars Karim Adeyemi und Jamie Gittens nach der 0:4-Klatsche beim Barcelona öffentlich angezählt – und bestrafte das Duo gegen den FC Bayern mit einem Platz auf der Ersatzbank.
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In den Wochen zuvor hatte Kovac noch an einer Art Stammelf festgehalten, doch die Schonfrist ist nun abgelaufen. Zwar hätten nahezu alle BVB-Spieler, die in Spanien von Beginn an auf dem Platz gestanden hatten, Konsequenzen verdient gehabt, doch konnte der BVB-Trainer natürlich nicht die gesamte Mannschaft austauschen gegen den FC Bayern.
Erkenntnis 4: BVB erst ängstlich, dann ebenbürtig. Die Borussia hat auch im „Klassiker“ zwei Gesichter gezeigt. In der ersten Halbzeit spielten die Dortmunder ihrem achten Tabellenplatz entsprechend: Ängstlich und zurückhaltend, aber immerhin standen sie in der Defensiv weitgehend kompakt.
Doch nach der Pause zeigten die BVB-Profis ein anderes Gesicht. Sie kämpften, spielten teils unbekümmert nach vorne und wurden dafür sogar mit dem Führungstreffer belohnt. Warum nicht immer so?