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Diese Felsbrocken donnerten vom Steilhang über den Arbeiter auf die Straße. © Freiwillige Feuerwehr Tamsweg
Bei Felsräumungsarbeiten an einer Straße im Salzburger Lungau ist ein Arbeiter schwer verletzt worden. Mehrere Felsbrocken hatten sich gelöst und den Mann getroffen.
Tamsweg – Millionen von Touristen genießen jedes Jahr die Bergwelt der Alpen und machen Urlaub in Österreich. Was viele nicht ahnen: Über den kurvenreichen Bergstraßen lauern teils tonnenschwere Felsbrocken, die sich nach Tauwetter oder starken Regenfällen lösen und auf das Auto donnern können. Das Phänomen von Bergstürzen, Felsstürzen oder Murenabgängen hat in den letzten Jahren durch den Klimawandel offenbar zugenommen.

Aus diesem Steilhang lösten sich die Felsbrocken. Hier hing der Arbeiter im Seil. © Freiwillige Feuerwehr Tamsweg
Jedenfalls sind die Straßenbauverwaltungen der Alpenländer, wie z.B. in Österreich, vor allem im Frühjahr damit beschäftigt, die Hänge oberhalb der Staatsstraßen auf lockeres Gestein zu untersuchen und dieses gegebenenfalls zu entfernen oder mit Netzen oder Metallankern zu sichern. Im Salzburger Lungau kam es bei solchen Arbeiten nahe dem Ferienort Tamsweg jetzt zu einem schweren Unfall.
In Ferienidyll in Österreich: Erdrutsch trifft Arbeiter an Gefahrenstelle im „Kopf- und Beinbereich“
An der zum idyllischen Prebersee führenden Landesstraße war im Ortsteil Haiden ein 47-jähriger Arbeiter in einem Klettergurt eingehängt, um an einem steilen Steilhang Felsräumungsarbeiten lockeres Gesteinsmaterial zu lösen, berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung. Er hatte sich am Mittwoch (16. April) mit Seilsicherung und Helm von oben zum Arbeitsort abgeseilt. „Dabei lösten sich mehrere große Felsbrocken. Der 47-Jährige stieß sich noch mit den Beinen vom Hang ab, wurde aber trotzdem von dem Felsmaterial im Kopf- und Beinbereich getroffen“, heißt es im Polizeibericht.
Arbeitskollegen verständigten daraufhin die Rettung. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren bereits das Rote Kreuz und die Polizei vor Ort. Der verletzte Arbeiter wurde von den Rettungskräften erstversorgt und vom Rettungsdienst ins Unfallkrankenhaus Salzburg gebracht. Die Feuerwehr Tamsweg errichtete eine Straßensperre.
Die Fahrbahn wurde am Mittwochnachmittag vorerst einspurig wieder freigegeben. Nach dem Eintreffen des Katastrophenreferenten fand außerdem eine gemeinsame Lagebesprechung statt. Über den genauen Gesundheitszustand des verletzten Arbeiters liegen derzeit keine weiteren Informationen vor. Die genauen Umstände, die zum Lösen der Felsblöcke geführt haben, sind noch unklar und werden voraussichtlich Gegenstand weiterer Ermittlungen sein.
Steinschlag trifft Arbeiter: Österreichische Feuerwehr kam zufällig am Einsatzort vorbei
Dass die Feuerwehr so schnell am Einsatzort war, lag daran, dass sie gerade auf dem Rückweg von einer anderen Hilfeleistung waren: Eine Person musste im Ort Tamsweg nach einem medizinischen Notfall aus dem zweiten Obergeschoss eines Wohngebäudes gerettet werden. Aufgrund der beengten Verhältnisse im Stiegenhaus sei eine schonende Rettung nur über die Drehleiter möglich gewesen. Der Einsatz habe rund eine Stunde gedauert.
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu heftigen Felsstürzen in den Alpen: Zuletzt wurden Straßen und Schienen nahe des Comer Sees von solch einem Unglück heimgesucht. Im Januar donnerte am Monte Rosa ein gewaltiger Felssturz bis an die dortigen Skipisten. In Norditalien wurden vorigen Sommer nach einem Unwetter gleich vier Straßen verschüttet. In den Dolomiten sorgte ein Felssturz ebenfalls für Aufsehen. Am Gardasee wurde bei einem Felssturz im Frühjahr sogar ein Auto von einem herabstürzenden Felsen getroffen. In Tirol brach 2023 am Fluchthorn gleich ein ganzer Gipfel in sich zusammen. Auch Kroatien war jüngst mehrfach von solchen Phänomenen betroffen.