Wenn Alain Sadikovski am Dienstag das Hartberger Gastspiel in Graz eröffnet, wird Kapitän Jürgen Heil nervöser als sonst sein. Das liegt vor allem an einer ungewohnten Position, die der Steirer im Derby einnehmen muss – jene auf der Tribüne. „Ich bin kein guter Zuschauer und extrem emotional. Hoffentlich gehen wir schnell in Führung“, scherzt der 28-Jährige vor dem Auftakt ins GAK-Doppel.
Zum ersten Mal seit dem 10. Dezember 2023 verpasst Heil ein Ligaspiel für die Hartberger, 43 Partien am Stück stand er als Kapitän von Beginn an auf dem Feld. Diese Serie riss am vergangenen Spieltag gegen Altach, als der werdende Papa nach seinem Ausgleichstreffer für den Baby-Jubel die fünfte Gelbe Karte sah. Auch mit einigen Tagen Abstand ist das Unverständnis darüber noch groß. „So ein Torjubel ist ja etwas Schönes, ich wollte niemandem etwas Böses. Dass man dafür dann Gelb sieht, ärgert mich extrem. Jetzt muss ich es eben akzeptieren.“
Wichtiges Doppel
Die Reaktionen auf seinen sehenswerten Treffer waren dafür umso positiver, genauso wie die Gratulationen zum baldigen Nachwuchs. „Ich habe es nicht vielen erzählt, deshalb war es für die meisten eine Überraschung. Auch der Trainer hat gleich gesagt, dass ich mir über die Sperre keine Gedanken machen soll, da so ein Jubel nur menschlich ist. Deshalb ist die Gelbe ja auch eine Frechheit.“ Mit sechs Punkten im Doppel gegen den GAK wäre die Sperre auch schnell vergessen, geht es für die Mannschaft von Manfred Schmid auch ohne den Kapitän um eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Derzeit trennt Hartberg fünf Punkte vom Tabellenende, vier Zähler Vorsprung hat man auf den Gegner am Dienstag.
Ohne Heil wird die Aufgabe gegen stabile Grazer nicht einfacher. Tobias Kainz könnte Kapitänsbinde und die Rolle des Rechtsverteidigers übernehmen. Doch auch Damjan Kovacevic, der zuletzt sein Saisondebüt feierte oder Furkan Demir wären Optionen auf der angestammten Position Heils. „Natürlich würde ich gerne jedes mögliche Spiel machen, aber die Jungs wissen, um was es geht. Wenn wir das Doppel gegen den GAK positiv bestreiten, haben wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Das ist eine große Chance.“