Im EU- und Nato-Land Rumänien hat der rechte Politiker George Simion die Wiederholung der im vergangenen Jahr annullierten Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang klar gewonnen. Er verfehlte aber die absolute Mehrheit. Ob er Staatsoberhaupt wird, entscheidet sich in der Stichwahl am 18. Mai.

Simion tritt gegen den liberalkonservativen, parteilosen Bürgermeister von Bukarest, Nicusor Dan, an, der im ersten Wahlgang den zweiten Platz belegte. Nach Angaben des Zentralen Wahlbüros erhielt Simion rund 41 Prozent der abgegebenen Stimmen. Nach Auszählung aller Stimmzettel lag Dan mit rund 21 Prozent auf Platz zwei – dicht gefolgt von Crin Antonescu, dem Kandidaten der bürgerlich-sozialdemokratischen Regierung, mit rund 20,1 Prozent.

„Es geht jetzt darum, ob Rumänien westlich orientiert bleibt“, sagte Dan in der Nacht. Der bevorstehende Wahlkampf gegen den „isolationistischen“ Kandidaten Simion werde schwierig.

Simions zentrale Botschaft im Wahlkampf ist sein Schulterschluss mit dem Politiker Calin Georgescu, der im Mittelpunkt der annullierten Wahl im November 2024 stand. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl hatte Georgescu damals überraschend die meisten Stimmen erhalten. Das Verfassungsgericht erklärte das Ergebnis jedoch wegen angeblicher Wahlbeeinflussung aus Russland für ungültig. Auch eine erneute Präsidentschaftskandidatur Georgescus untersagte das Gericht.

Georgescu präsentierte sich nun als Verbündeter Simions. Simion wiederum schloss nicht aus, Georgescu ins Amt des Premierministers zu verhelfen. Am Wahltag gingen beide demonstrativ gemeinsam zur Wahl. „Wir haben zusammen Geschichte geschrieben, wir nähern uns einem hervorragenden Ergebnis“, sagte Simion nun in einer Rede nach seinem Wahlerfolg.