Die Ukraine hat erstmals mit einer Seedrohne ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die USA ziehen sich als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland zurück. Alle Infos zum Krieg in der Ukraine im Newsticker.

Kiew: Russisches Kampfflugzeug von ukrainischer Seedrohne abgeschossen

Samstag, 03. Mai, 21.55 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals mit Hilfe einer Seedrohne ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Der russische Jet vom Typ Su-30 sei von einer Rakete getroffen worden und in der Nähe des Flottenhafens Noworossijsk ins Meer gestürzt, teilte der ukrainische Militärgeheimdienst mit. Dazu wurde ein Video des mutmaßlichen Abschusses über dem Schwarzen Meer veröffentlicht. 

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Russische Militärblogger bestätigten den Vorgang. Ihren Angaben nach überlebten die Piloten den Absturz und wurden von einem zivilen Schiff aus dem Wasser geholt. Offiziell bestätigt wurde der Abschuss jedoch von der russischen Seite nicht. Die ukrainische Darstellung des Hergangs ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. 

Die ukrainischen Streitkräfte hatten zuvor Ziele an der Schwarzmeerküste mit verschiedenen Arten von Drohnen angegriffen. Das russische Militär fing eigenen Angaben nach Dutzende Drohnen ab. Bereits Ende Dezember hatte der ukrainische Militärgeheimdienst erklärt, zwei russischen Hubschrauber mit Hilfe von Seedrohnen abgeschossen zu haben.

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Für Russland kämpfende Togoer in der Ukraine gefangen genommen

18.30 Uhr: Kämpfer aus Togo, die an der Seite der russischen Armee im Einsatz waren, sind nach Angaben der Regierung des westafrikanischen Landes in der Ukraine gefangen genommen worden. Sie hätten an “Militäroperationen an der Seite der russischen Streitkräfte” teilgenommen, erklärten die togolesischen Behörden am Freitag.

Die Mehrheit der Togoer, insbesondere junge Studenten, habe Togo im Rahmen “angeblicher Stipendien” verlassen, hieß es in einer Erklärung des togolesischen Außenministeriums, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Die Stipendien seien “von Strukturen angeboten worden, die angeblich ihren Sitz in Russland haben”. 

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Das Außenministerium rief die Bürger zu “äußerster Wachsamkeit” auf. Bei angebotenen Stipendien solle unbedingt die Echtheit überprüft werden, ehe eine Verpflichtung eingegangen werde.

USA ziehen sich als Friedensvermittler zwischen der Ukraine und Russland zurück

Freitag, 2. Mai, 15.58 Uhr: Die Vereinigten Staaten werden nicht länger bei den Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland vermitteln. Darüber berichtet “The Telegraph” unter Verweis auf Äußerungen des Außenministeriums am Freitag. Hintergrund ist laut Medienberichten offensichtlich die Weigerung von Kreml-Chef Wladimir Putin, einem Waffenstillstand zuzustimmen. 

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Zwar seien die USA weiterhin den Friedensbemühungen in der Ukraine verpflichtet, wollen aber nicht mehr „auf Knopfdruck um die Welt fliegen“, um an Treffen teilzunehmen. Das sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Tammy Bruce, bereits am 1. Mai. 

Das Außenministerium erklärte weiter, Kiew und Moskau müssten nun „konkrete“ Vorschläge zur Beendigung des Krieges vorlegen. Zudem sollten sich beide Kriegsparteien direkt treffen, um den Konflikt zu lösen. “Jetzt ist es an der Zeit, dass sie konkrete Ideen vorlegen und entwickeln, wie dieser Konflikt beendet werden kann”, sagte Bruche.

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Kehrtwende! Trump erlaubt Waffen-Firmen, direkt in die Ukraine zu verkaufen

Donnerstag, 1. Mai, 09.40 Uhr: Donald Trump erlaubt offenbar den Verkauf von Waffen an die Ukraine durch private Rüstungsunternehmen. Wie die “Kyiv Post” berichtet, hat Trump den US-Kongress in Kenntnis gesetzt, dass er solche “direkten kommerziellen Verkäufe” (DCS) im Wert von 50 Millionen Dollar oder mehr genehmigen werde. Die ukrainische Zeitung beruft sich auf diplomatische Quellen. 

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Es ist die erste solche Erlaubnis in Trumps zweiter Amtszeit. Vor Wochen hatte er noch die staatlich US-Militärhilfe für die Ukraine stoppen lassen, um seinen Prozess der Friedensverhandlungen voranzutreiben. Seitdem werden nur noch solche Waffen geliefert, die schon unter der Biden-Regierung versprochen wurden.

Zwischen 2015 und 2023, so die “Kyiv Post” hatten die USA bereits DCS-Geschäfte mit der Ukraine im Wert von 1,6 Milliarden Dollar genehmigt. Solche Genehmigungen und Lieferungen geschehen üblicherweise im Geheimen – anders als bei staatlichen Waffen-Deals.

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Ukraine: Unterzeichnung des Rohstoffabkommens mit USA “hoffentlich” morgen

20.11 Uhr: Die USA und die Ukraine stehen kurz vor der Unterzeichnung eines lange diskutierten Rohstoffabkommens. “Sobald alle abschließenden Details ausgearbeitet sind, dann wird das Abkommen bald, wie ich hoffe, innerhalb des nächsten Tages unterzeichnet und wir machen den ersten Schritt”, sagte Ministerpräsident Denys Schmyhal im ukrainischen Nachrichtenfernsehen. 

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US-Finanzminister Scott Bessent sagte in Washington bei einer Kabinettssitzung, die amerikanische Seite sei bereit zur Unterzeichnung noch im Laufe des Mittwochs (Ortszeit), sofern Kiew dazu auch bereit sei. 

“Ein reiner Witz”: Chinesischer Soldat rechnet mit Putins Militär ab

18.30 Uhr: Ein chinesischer Soldat, der für Putins Armee kämpft, hat das russische Militär in einem Interview scharf kritisiert. Er habe sich dem Kampf gegen die Ukraine angeschlossen, um „das militärische Leben im Ausland kennenzulernen“, sagt er dem amerikanischen Sender CNN. Politische Motive habe er nicht gehabt. Nach einem Jahr an der Front sei er überzeugt, dass seine Entscheidung „ein Fehler“ war.

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„Das zweitgrößte Militär der Welt ist ein reiner Witz“, schimpft er. Ausrüstung und Logistik seien schlecht, außerdem gebe es innerhalb der Armee Misshandlung und „schwere Korruption“. „Ich muss ein paar Wahrheiten aussprechen“, sagt er und warnt andere Chinesen: „Kommt nicht hierher.“

Der 29-Jährige sei 2023 nach Russland gekommen, nachdem er auf der chinesischen Social-Media-App Douyin Werbefilme der russischen Armee gesehen hatte. In Moskau sei er aufgrund mangelnder Russischkenntnisse zunächst abgelehnt worden, woraufhin er sich den Wagner-Söldnern angeschlossen habe. Nach einem Kampf in der Region Donbass habe er dann im Mai 2024 einen Einjahresvertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterzeichnet.

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Kreise: Rohstoff-Deal zwischen Ukraine und USA wird noch heute unterzeichnet

14.25 Uhr: Die Ukraine sei bereit, das seit Langem erwartete Rohstoffabkommen mit den USA zu unterzeichnen. Das berichtet “Kyiv Independent“ unter Berufung auf Regierungskreise in der Ukraine. Die Unterzeichnung könne wohl schon am 30. April erfolgen.

Der Quelle aus dem Büro des Präsidenten zufolge sieht die endgültige Fassung des Abkommens eine 50:50-Investitionsstruktur zwischen beiden Ländern vor. Zudem enthält diese “viele gute Details. Ich hoffe, dass es bald genehmigt wird, im Laufe des Tages und am Abend unserer Zeit.” Demnach wird Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko das Abkommen unterzeichnen.

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Das Abkommen enthält auch eine Abkehr von früheren US-Vorschlägen. Die Vereinbarung soll jegliche Bestimmungen bezüglich der Schulden der Ukraine für frühere militärische oder finanzielle Unterstützung durch die USA ausschließen, hieß es aus der Quelle.

Der ukrainische Oppositionsabgeordnete Yaroslav Zhelezniak schrieb auf Telegram, dass “die gesamte Logik des künftigen Fonds geändert wirid”. Er habe in Washington einen Entwurf gesehen, der “viel besser” als der sei, “der uns am 23. März übermittelt wurde”.

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Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump versucht, mithilfe des Abkommens eine teilweise Rückzahlung für die US-Militärhilfe zu erreichen. Er hatte dabei auch behauptet, die Ukraine schulde Washington bis zu 300 Milliarden Dollar.

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Einem Bericht zufolge ist die Ukraine dazu bereit, das Rohstoffabkommen mit den USA zu unterzeichnen

Einem Bericht zufolge ist die Ukraine dazu bereit, das Rohstoffabkommen mit den USA zu unterzeichnen CNP/MediaPunch/IMAGO

Russische Fabrik brennt nach Drohnenangriff

11.56 Uhr: Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in der russischen Stadt Murom knapp 300 Kilometer östlich von Moskau einen Betrieb in Brand gesetzt. Auf einem russischen Telegram-Nachrichtenkanal wurde mit Verweis auf Anwohner geschrieben, dass eine Fabrik für Zündvorrichtungen angegriffen worden sei. Der Gouverneur der betroffenen Region Wladimir, Alexander Awdejew, schrieb bei Telegram lediglich vom Brand einer Lagerhalle. Ausgelöst worden sei das inzwischen gelöschte Feuer durch herabstürzende Drohnen. 

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Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 34 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien – drei davon über dem Gebiet Wladimir.

Eine Drohne in der Ukraine (Archivbild).

Eine Drohne in der Ukraine (Archivbild). dpa

Estland zur Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine bereit

11.06 Uhr: Estland will sich mit Soldaten an einer möglichen europäischen Friedenstruppe in der Ukraine beteiligen. Nach Angaben von Regierungschef Kristen Michal seien die Planungen für die “Koalition der Willigen” in vollem Gange und das baltische EU- und Nato-Land bereit, eine Einheit von Bodentruppen bis zu Kompaniestärke sowie Ausbilder und Stabsoffiziere bereitzustellen. Für deren Entsendung werde die Regierung selbstverständlich das nötige Mandat des Parlaments einholen, wurde der Ministerpräsident in einer Mitteilung der Staatskanzlei in Tallinn zitiert.

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Die sogenannte “Koalition der Willigen” ist eine Gruppe von Ländern, die der Ukraine helfen wollen, einen gerechten und stabilen Frieden zu erreichen. Großbritannien und Frankreich hatten in den vergangenen Monaten die Bereitschaft signalisiert, gemeinsam mit Verbündeten Truppen zur Absicherung eines Friedensabkommens in die Ukraine zu entsenden. 

Sie machten dies jedoch von einer Sicherheitsgarantie der USA abhängig, die US-Präsident Donald Trump bisher nicht abgegeben hat. Auch Moskau erteilte den Plänen eine entschiedene Absage. Zuletzt hieß es in britischen Medienberichten, statt Truppen zur Friedenssicherung könnten sich die britischen und französischen Beiträge auf eine Ausbildungs- und Ausrüstungsmission und Überwachung aus der Luft beschränken.

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Russland greift Ukraine mit mehr als 100 Kampfdrohnen an – 50 Verletzte

10.49 Uhr: Das russische Militär hat mit mehr als 100 Kampfdrohnen Ziele in der Ukraine angegriffen. “Den ganzen Morgen fliegen russische Drohnen im Himmel über der Ukraine. Und so ist es jeden Tag”, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Seit Wochenbeginn seien es 375 Kampfdrohnen gewesen. Bei Angriffen auf die Großstädte Charkiw und Dnipro und die Bergarbeitersiedlung Dobropillja sei eine Person getötet worden, rund 50 Menschen seien verletzt worden. 

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Selenskyj forderte daher, den Druck auf Russland mit «starken zusätzlichen Sanktionen» zu erhöhen. Moskau müsse zu einem Kriegsende gezwungen werden. Gleichzeitig sei die Ukraine mit der Lieferung weiterer Flugabwehrsysteme zu stärken.

Tote ukrainische Journalistin wurde in russischer Haft gefoltert

Mittwoch, 30. April, 06.22 Uhr: Die in russischer Gefangenschaft gestorbene ukrainische Journalistin Wiktorija Roschtschyna ist laut Medienberichten gefoltert worden. Roschtschynas Leiche sei im Februar mit Anzeichen von Folter und fehlenden Organen an die Ukraine übergeben worden, berichteten mehrere Medien, darunter der “Spiegel”, die “Washington Post” und die “Ukrainska Prawda”, am Dienstag unter Berufung auf ukrainische Ermittler.

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Die 27-jährige Journalistin war 2023 verschwunden, als sie in der von Russland besetzten südostukrainischen Region Saporischschja zu mutmaßlichen russischen Foltergefängnissen recherchierte. Im April 2024 bestätigte Russland ihre Verhaftung, im September folgte dann die Nachricht von ihrem Tod.

Bei einer Obduktion von Roschtschynas Leiche fanden Mediziner “zahlreiche Zeichen von Folter und Misshandlung”, zitierten die Medien in ihrer am Dienstag veröffentlichten Recherche die Staatsanwaltschaft. Dazu gehörten eine gebrochene Rippe, Nackenverletzungen und mutmaßliche Spuren von Elektroschocks an den Füßen, erklärte der Leiter der Abteilung für die Untersuchung von Kriegsverbrechen bei der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, Juri Belussow.

Zudem fehlten der Leiche nach Angaben aus Ermittlungskreisen mehrere Organe, darunter die Augen, der Kehlkopf und Teile des Gehirns. Möglicherweise sollten mit ihrer Entfernung Folterspuren vertuscht werden.