Für den vom Emirat Katar mit Milliarden unterstützten Verein ist der erstmalige Gewinn des begehrten Henkelpokals damit zum Greifen nah. Bei der bisher einzigen Finalteilnahme 2020 verlor PSG 0:1 gegen Bayern München. Arsenals Traum vom erstmaligen Titel in der Königsklasse ist hingegen geplatzt. Auch das Vorhaben, erstmals seit 2006 wieder das CL-Endspiel zu erreichen, scheiterte.
Arsenal boten sich zu Beginn Chancen auf ein frühes Tor. Declan Rice sprang höher als Marquinhos, sein Kopfball strich an der linken Stange vorbei (3.). Kurz darauf brauchte es nach Einwürfen schon Gianluigi Donnarumma. Italiens Teamgoalie parierte eine Direktabnahme von Gabriel Martinelli mit dem Fuß (5.) und fischte einen Flachschuss von Martin Ödegaard mit einer Glanzparade aus dem Eck (8.).
Paris Saint-Germain hat nach dem 1:0-Auswärtssieg auch das Rückspiel gegen Arsenal mit 2:1 gewonnen und steht damit im Finale der Champions League. Dort trifft das Team von Luis Enrique auf Inter Mailand.
Ruiz per Weitschuss zur PSG-Führung
Die „Gunners“ zogen in den Anfangsminuten ein Powerplay im Prinzenpark auf. Die zaghaften Konterversuche von PSG versandeten früh. Dennoch stellte Chwitscha Kwarazchelia den Spielverlauf beinahe auf den Kopf. Der Georgier verschaffte sich an der Strafraumgrenze Platz und schlenzte den Ball an die rechte Stange (17.).
Desire Doue agierte im Konter zu eigensinnig (23.), die Führung war aber nur aufgeschoben. Ruiz ließ nach einem Standard Martinelli aussteigen und zog wuchtig zum 1:0 ab. Der Distanzschuss des spanischen Europameisters wurde noch leicht abgefälscht (27.).

Reuters/Gonzalo Fuentes
Gegen den Schuss von Fabian Ruiz war Arsenal-Goalie David Raya machtlos
„Gunners“ ohne Durchschlagskraft
Mit Konterchancen für die Gastgeber ging es weiter, Dembele-Ersatz Bradley Barcola vergab die beste auf das in der Addition wohl vorentscheidende 2:0 (30.). So konnte Arsenal zur Pause trotz gebrochener Dominanz noch hoffen, musste sich aber erneut fehlende Effizienz vorwerfen. Ohne die verletzten Kai Havertz und Gabriel Jesus fanden die Gäste auch nach dem Wechsel keine Durchschlagskraft. Saka biss sich an Donnarumma die Zähne aus (63.).
Hakimi bringt PSG auf Finalkurs
PSG verpasste erneut das 2:0. Vitinha scheiterte nach zögerlichem Anlauf mit einem schwach geschossenen Elfmeter an David Raya (69.). Der VAR hatte sich eingeschaltet, nachdem Myles Lewis-Skelly einen Schuss von Hakimi mit dem weggestreckten Arm berührt hatte. Hakimi machte die fahrlässig vergebene Chance prompt vergessen, der Marokkaner traf nach Ablage des eingewechselten Dembele (72.).

APA/AFP/Franck Fife
Achraf Hakimi sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 für PSG für eine Vorentscheidung
Ein Pariser Schaulaufen wurde es aber nicht, weil Saka mit etwas Ballglück noch einmal verkürzte (76.). Marquinhos fiel im Zweikampf mit Leandro Trossard um, und Saka umkurvte Donnarumma im zweiten Versuch. Richtig spannend hätte es noch einmal werden können, wenn Saka in der 80. Minute aus sechs Metern nicht das leere Tor verfehlt hätte. Donnarumma, eindeutig ein Vater des PSG-Finaleinzugs, hatte sich beim Heraushechten verschätzt.
Stimmen zum Spiel:
Achraf Hakimi (PSG-Torschütze): „Wir haben extrem viel für diesen Moment gearbeitet, wir sind sehr glücklich. Wir sind eine Mannschaft, eine Familie, wir verdienen diesen Moment. Inter ist ein großes Team mit sehr viel Charakter. Jetzt feiern wir und dann bereiten wir uns gewissenhaft auf das Finale in München vor. Luis Enrique hat einen exzellenten Job gemacht. Er hat uns zu einer Einheit geformt.“
Mikel Arteta (Arsenal-Coach): „Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Paris für den Einzug ins Finale. Wenn man sich anschaut, wer in den beiden Spielen der beste Spieler auf dem Platz war, dann war es der Tormann. Er hat den Unterschied ausgemacht. Ich denke, wir waren sehr nah dran, viel näher, als es das Ergebnis aussagt. Wir hätten nach 20 Minuten 3:0 führen können. Ich bin verärgert, weil wir in beiden Spielen über weite Strecken besser waren als Paris. Nach dem, was ich gesehen habe, gab es keine bessere Mannschaft (als Arsenal) in diesem Wettbewerb, aber wir sind raus.“
Declan Rice (Arsenal-Spieler): „Es ist enttäuschend. Es war so ein dominanter Start, wenn man in den ersten 15-20 Minuten eine dieser Chancen nutzt, ändert das ein Spiel komplett. Es hat sich angefühlt, als ob es nicht sein sollte. Wir hätten über beide Spiele gesehen drei oder vier Tore schießen können, aber Donnarumma war unglaublich.“
UEFA Champions League, Semifinal-Rückspiel
Mittwoch:
Paris Saint-Germain – Arsenal 2:1 (1:0)
Paris, Parc des Princes, 48.200, SR Zwayer (GER)
Torfolge:
1:0 Fabian (27.)
2:0 Hakimi (72.)
2:1 Saka (76.)
PSG: Donnarumma – Hakimi, Marquinhos, Pacho, Nuno Mendes (88./Ramos) – Neves, Vitinha, Fabian – Kwarazchelia, Barcola (70./Dembele), Doue (74./Hernandez)
Arsenal: Raya – Timber (83./White), Saliba, Kiwior, Lewis-Skelly (68./Calafiori) – Ödegaard, Partey, Rice – Saka, Merino, Martinelli (69./Trossard)
Gelbe Karten: Kwarazchelia, Mendes bzw. Lewis-Skelly, Rice, Saka, Calafiori
Hinspiel: 1:0 – PSG mit Gesamtscore von 3:1 im Finale am 31. Mai in München gegen Inter Mailand.