
Vllt passt der Post auch besser in r/luftablassen, aber ich hoff hier auch ein paar Seelen zu finden die mich verstehen.
In letzter Zeit hör ich gefühlt sehr oft eine Phrase: "Eigentlich verdienen wir beide nicht schlecht…" und ich frag mich ob das mittlerweile einfach nur noch so dahingesagt wird ohne mehr groß drüber nachzudenken.
Schau ma uns mal die nackten Zahlen an (https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/jaehrliche-personeneinkommen):
Scheinbar bekommst im Mittel (Median) 51,5 Große, wennst Vollzeit den Buckel krum haklst. Das sind ca 2,5 Blaue Netto im Monat. D.h. wenn beide zusammen auf 5k im Monat kommen (ich geh davon aus dass beide Vollzeit arbeiten wenns "net schlecht verdienen") heißt das also dass sie genau in der Mitte sind.
Jetzt hab ich auf Statistik Austria nix gefunden zwecks oberes quartil, nur einen Stepstone-Report von 2023: https://files.kleinezeitung.at/incoming/file/Der-Gehaltsreport-2023/view/gehaltsreport-2023_web20231011101807_1.pdf
Dort heißts ab 66.333€ bist in Oberbereich dabei. Wären 3k/Kopf/Monat also 6k fürn Haushalt. Damit würd sich die 2k Kreditrate schon wieder bedienen lassen.
Was ich mein ist: ich glaub Leute haben kein Gefühl was "eigentlich net schlecht verdienen" mittlerweile bedeutet. Wennst ich mich in der echten Welt so umschau fängt "net schlecht verdienen" nochmal deutlich über 66k an.
Is fair? Na. Is a Frechheit? Na fix.
Aber was ich damit sagen will: wenn wir dauernd alle glauben dass wir "eh net schlecht verdienen", lassen wir dann damit nicht noch mehr zu, dass uns am Schädl gschissn wird weil "sei froh dass du so viel bekommst"?
Also was meints? Sind wir eh alle super reich oder is das irgendwie deppat?
TL;DR ich glaub "wir verdienen net schlecht" red ma uns ein damit wir uns der schirchen Wahrheit net stellen müssen
by Defiant-Process5074
33 comments
Naja, auch wennich deinen Punkt verstehe, auch mit 5k netto Haushaltseinkommen kannma ohne Probleme gut leben.
Die 66k im Report sind brutto, auch im anderen Report stehen Bruttogehälter. Fehler: Du rechnest offensichtlich mit Nettogehältern.
Mit einem Bruttohaushaltsgehalt von 66k kannst du keinen 2000 Euro Kredit dauerhaft tilgen.
Also wenn beide 2,5k netto verdienen, sind sie eh schon fast im oberen Quartal, also bei weniger als 25% der Verdienenden.
Dazu kommt, wenn beide Vollzeit 2,5k netto haben, is das wahrscheinlich ein Job, bei dem sich zeitlich kein Kind mehr ausgeht.
Und ist das jetzt schlecht oder was willst uns sagen? Sagen wir zu zweit 5k. Dann hast eine Wohnung in Wien für ca 1.5k, das ist sogar eine größere. 30% von deinem Gehalt geht auf die Wohnung drauf, relativ gut eigentlich. Bleibt einem paar also 3.5k pro Monat. Plus Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Also das ist ein ziemlich geiles Leben: Urlaub machen wo du willst (auch weil es fast überall billiger ist).
Die Frage ist auch nicht ob ich fair bezahlt werde. Die Frage ist: was bin ich wert? Bringst du deiner Firma 100k mehr Umsatz pro Jahr? Dann wird die Firma wohl bereit sein dir auch dementsprechend zu zahlen (Die Kalkulation ist ein bisschen komplex). Wenn’s dir nicht passt, droh mit einer Kündigung.
OP: Ned schlecht = oberste 20%
Finde den Fehler
Bla.
Ich verdien eigentlich auch nicht schlecht. Ich brauch aber auch nicht viel.
Manche Leut glauben, dass man erst dann gut verdient wenn man sich ein Einfamilienhäusl, 2 Autos und einen Golden Retriever mit Stammbaum für den Garten leisten kann.
Andere glauben, dass man erst dann schlecht verdient wenns zu zweit mit Kind grad noch für eine 2-Zimmer-Gemeindewohnung reicht, man nicht heizen kann und den Kit aus den Fenstern fressen muss.
Es ist sehr sehr sehr subjektiv was gut und was schlecht ist.
Ich verdien, find ich, nicht so schlecht. Ich brauch aber auch nicht viel. Mit recht günstiger Gemeindewohnung ohne Kinder, ohne Auto und kaum Geldbedarf für Hobbies außer meinem PC ist da auch öfter mal essen gehen drin. Oder beim Hofer einkaufen ohne jeden Cent 3x durchrechnen zu müssen. Meine Katzen genießen feinstes Pappi. Maus hin? Scheiß drauf, ich hol mir einfach eine neue. Waschmaschine hin? Neue. Schuhe hin? Da sind ohne viel überlegen wieder 70,- weg. Viel mehr wär nicht drin, aber ich find ich hab ausreichend Geld solangs nicht um Urlaub geht halt… ich mach keine großen Sprünge aber leb eigenltich ganz gut.
Ein Bekannter hingegen meint dass ich schon sehr schlecht verdien. Mit dem Geld könnt der nicht gut leben. Der zahlt aber auch das doppelte an Miete, Alimente und den Kredit fürs Auto mit. Hat auch sonst mehr Ausgaben fürs heizen / Kleidung durch die Arbeit und co. Der hat am Monatsende weniger Geld übrig als ich obwohl er 50% mehr verdient.
Ich brauche keine 5000, wenn ich keinen Kredit habe. Ich habe keinen Kredit und bauche daher keine 5000. Ich wüsste mir natürlich was damit anzufingen aber brauchen? Nein.
Ich verstehe worauf du hinaus willst, aber du solltest es vielleicht auch dazuschreiben. Es geht ja offensichtlich darum, dass Leute sich beschweren sie können sich z.b. kein Haus in einer halbwegs begehrten Gegend kaufen, keine Ski Urlaube machen oder ihre Lebensmittel nicht bei Billa kaufen, obwohl sie “ja eh nicht schlecht verdienen”.
Das Problem ist da glaub ich weniger die Einschätzung des Gehalts als mittelmäßig, sondern mehr die Einschätzung, welche Dinge tatsächlich nur für die Oberschicht leistbar sind. Medien vermitteln da oft ein falsches Bild, weil die Oberschicht (und Leute die so tun als wären sie es) stark überrepräsentiert ist und dadurch der Lebensstil der Oberschicht fälschlicherweise normalisiert wird.
Hier hast den Link zu den Einkommen nach Dezilen: [https://www.statistik.at/fileadmin/pages/333/6_bruttojahreseinkommen_der_ganzjaehrig_vollzeitbeschaeftigten_2023_074884.ods](https://www.statistik.at/fileadmin/pages/333/6_bruttojahreseinkommen_der_ganzjaehrig_vollzeitbeschaeftigten_2023_074884.ods)
Und die Zahlen sind aus 2023, müssten also schon wieder deutlich höher sein.
Um zu den den Top 10% zu gehören, braucht man schon über 100.000€ Brutto:
https://preview.redd.it/8hdbfijasrze1.png?width=944&format=png&auto=webp&s=76dd22aa574da783b5e9f2511ee3498f1a6996c7
Ich kassier jetzt sicher massig negativ, aber warum wird eigentlich der Lohn einer Arbeitskraft immer in Relation zu Löhnen anderer Erwerbstätigen gesetzt? Wäre es nicht sinnvoller Lohn in Relation zur Tätigkeit zu betrachten?
Ich verdien ~2680€ Netto im Monat. Miete mit Warmwasser sind 600€ und restlichen Fixkosten belaufen sich auf ungefähr nochmal +/-600€ (Autorate, Versicherungen, Strom/Heizung, Abonnements/Handytarif usw.). Das heißt ich hab ungefähr 1400€ im Monat für was auch immer. Wenn ich irgendwem in meinem Umfeld also sagen würde ich würds “schlecht haben”, würdens mich mitn nassen Fetzen jagen.
Jeder der sagen kann er muss beim Einkaufen gehen nicht auf Preise schauen oder kann sich jederzeit Lieferessen oder auswärts Essen ohne hinschauen leisten, der lebt nicht schlecht. Dazu muss net auf “nackte Zahlen” schauen, sondern in die Realität.
Na klar, wenn ich einen Eigentumskredit, ein Leasingauto inklusive Handyvertrag auf Pump für ~60€ im Monat habe, dann ists halt “schlecht”. Nenn ich aber dann eher Anwenderfehler.
Ja viele haben die Lohnsteigerungen der letzten 3 Jahre nicht realisiert.
Hier wären aktuelle Zahlen für 2025: https://www.stepstone.at/e-recruiting/blog/durchschnittsgehalt-oesterreich-stepstone-gehaltsreport/
Da redet man von einem Durchschnittseinkommen von 60500€ für Vollzeitbeschäftigte.
Das sind 2870€ netto.
“Gut verdienen” ist halt relativ zu dem wie man aufgewachsen ist und was man sich so vorstellt. Mein Mann findet zum Beispiel wir verdienen nicht genug und ich würde sagen, “wie verdienen nicht schlecht”. Wir verdienen beide im Mittel für unsere Jobs, mieten eine Wohnung in einer guten Gegend und haben/brauchen kein Auto, aber private Krankenversicherung, Privatschule fürs Kind und ein-zweimal Urlaub in Österreich und Europa sind auch drin.
Aber meine Eltern waren halt echt finanzielle Hallodries, so dass ich im Vergleich voll den Aufstieg geschafft habe. Mein Mann hingegen hat quasi da angefangen wo wir jetzt sind, und wünscht sich einen Aufstieg, also Haus mit Garten, Ferienwohnung, eventuell Auto und viele Rücklagen fürs Alter. Weil er das auch bei seinen Kollegen sieht und ich in meinem Arbeitsumfeld eher Leute die zu viert in einer zwei Zimmer Wohnung leben.
Die 4g Koks pro Woche finanzieren sich nicht von alleine
Ich arbeite in der Kultur und mein Mann ist Journalist. Uns ist leider glasklar, dass wir schlecht verdienen 😀 noch dazu arbeiten wir beide Teilzeit, weil wir ein kleines Kind haben. aber was willst machen, lieber einen hacken machen, der dich unglücklich macht oder dein Kind nie sehen?
Gibt auch Leute die überzeugt sind das man mit einem Gehalt das der Mindestsicherung entspricht nicht arm ist weil arm ist nur wer keine Wohnung hat und dreckiges Wasser trinken muss.
Das Wichtigste – und dabei wird besonders in Österreich Geheimniskrämerei betrieben (zumindest in der Vergangenheit) – ist über die Höhe des Gehalts mit anderen zu sprechen.
(aud dem geleasten bmw vom iphone getextet) 😉
Für mich bedeutet ‘eh ned schlecht verdienen’, dass man sich einmal im Jahr einen größeren Urlaub leisten kann plus mehrmals im Jahr kleinere Abenteuer wie Therme, Wandern, Zelten, vll Schifahren etc.
Dass man sich die für die Familie benötige Anzahl an Fahrzeugen leisten kann, inklusive der anfälligen Instandhaltung – und das ohne, dass eine Reparatur einen in finanzielle Nöte bringt.
Dass man keine Panik bekommen muss, wenn eine größere ungeplante Anschaffung ansteht.
Dass man auch mehrmals die Woche auswärts essen gehen kann, nicht über die Kinopreise hyperventiliert, das Kind in den Trampolinpark bringen kann, einen Ausflug in den Familypark wegstecken kann.
Dass man seine etwaige Kredite ohne Probleme in gutem Tempo abzahlen kann.
Dass man in der Auswahl der Wohnung oder Wohngegend wählerisch sein kann und dort hingeht, wo man sich wohlfühlt.
Ich hatte eine sorgenfreie, glückliche Kindheit, aber bereits als Kind wusste ich, dass meine Familie nicht alle dieser Kategorien abdecken konnte. Jetzt als Erwachsener würde ich sagen, dass wir ‘eh nicht schlecht’ verdienen. Es bleibt nix über, aber wir leben erfüllt und größtenteils ohne Geldsorgen, sofern wir ein bisschen vernünftig bleiben.
Nicht schlecht heisst nicht gleich sehr gut.
2,5 netto ist nicht schlecht = ich kann mir Wohnung, Nahrung, Urlaub leisten ohne am 25. Zu zittern wann das Gehalt kommt.
Kann ich davon ein Penthaus leisten? Nein.
Kann ich davon eine 2-zimmer Wohnung mieten oder 30 Jahre lang Tilgung zahlen? Klar.
Kann ich jeden Tag 3x irgendwo essen gehen? Nein.
Kann ich gesund und abwechsöungsreich ernähren und hin und wieder mal zum Essen ausgehen. Ja.
Kann ich davon 4x im Jahr auf die Malediven, Australien, Japan, Brasilien fliegen? Nein.
Kann ich einige Wochenenenstrips und ein größeres Urlaub machen? Klar.
im 3. Quartil bist du laut Statistik Austria mit 71 082€/Jahr brutto. Durchschnitt war 2023 61 400€.
https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/einkommen-und-soziale-lage/jaehrliche-personeneinkommen (Detailergebnisse)
Wenn man über solche Zahlen spricht (z. B. 2.500 € netto usw.) ist das mit oder ohne 13. und 14. Gehalt?
Lieber rot als tot, Genossen!
Hier sind aber alle in der IT und verdienen 100k netto im Jahr bei 100% Remote und 20 Wochenstunden.
Also wer den scheiss glaubt, dem is nimmer zu helfen
Ja aber zu wissen wo man finanziell in welchem Perzentil angesiedelt ist, könnte die Kaufkraft schwächen, weil man ja dann verständliche Verhältnismäßigkeiten ermessen würde.
In Österreich hab ich das Gefühl, dass alles bekaht wird was nicht zuviel Aufwand macht.
Weil wenn ich sage, „eigentlich könnte und sollte ich besser“ verdienen, muss ich was tun oder muss akzeptieren, dass egal wie sehr ich hackl, es eine gläserne Decke gibt.
Also wird sich gern gesagt, was regat dich auf, eh alles gut.
Was Österreich selber zu einem Land macht wo halt mal Korruptionsaufaichtsorgane nicht gegen sich ermitteln lassen wollen, wo Bürgermeister ihr eigenes Immo-Suppal kochen und Benkos und KTMs sich brutalst an Steuergeld bedienen, dass dann bei Schulinveatitionen oder gar sozialen Investitionen absolut fehlt und man das aber halt abtut mit „jo mei. Geht uns eh okay, gö. Hamma a Kaffetschi, wos mochma heit? Schauma beim Fensta aussi und donn gemma einkafa auf Amstettn zum Logahaus, gö.“
Also ich sag offen und ehrlich, dass ich, dafür was für eine hakn ich mach, und wv Vorstand und Prokuristen verdienen, zu wenig bekomme. Leider darf ich mir dann von meinen boomer-kolleginnen anhören, wie toll es uns geht, weil wir haben Gleitzeit und 1x die Woche Home Office (und der Obstkorb!!). Tja…
Wer mit 5k netto Haushaltseinkommens nicht das Leben genießen kann, macht einfach was falsch. Auch mit Kind oder Kredit. Der Kreditrechner der Sparkasse spuckt bei 500k Vorhabenskosten, 10% Nebenkosten, 30k sonstiges, 100k Eigenmittel und 35J Laufzeit eine Rate von 2100€ aus. Wenn ich mir den Großraum Graz anschaue, geht sich da schon eine nette Hütte aus. 3k reichen für Auto, Essen, Kinder und sonstige Aktivitäten ohne Probleme.
Und was die meisten bei der Betrachtung vergessen: das 13.&14. Gehalt. In diesem fiktive;Beispiel sind das 10k(!) im Jahr oder equivalent 800€ im Monat (!) die man nicht am Schirm hat.
Ich gehe ehrlich gesagt in die andere Richtung als du: wir in Österreich verdienen im Allgemeinen ganz gut. Klar kann man sich nicht jede Bude leisten, die man will. Aber das konnte man noch nie mit dem Durschnittssgehalt.
“nicht schlecht” ist das Gegenteil von “schlecht”. Oder anders gesagt “nicht schlecht” ist nicht gleichbedeutend mit “gut”, “sehr gut” oder “durchschnittlich”.
“nicht schlecht” verdienen halt alle außer die, die “schlecht” verdienen.
Dein Link gibt den Gehalt in Brutto an während du von Netto sprichst. Das sind zwischen 2,1 und 2,2k netto
Ich glaub, ich und meine Frau verdienen beide nicht schlecht.
Zusammen also ganz gut.
Vor allem im IT-Bereich sind die Gehälter deppat. Auch im Vergleich zu Deutschland. Besser nicht mit UK/USA vergleichen.
Und dann wirst du besteuert wie Krösus selbst.
Wir verdienen besser als die meisten leute auf der welt. Die reichen verdienen besser als die meisten von uns.
Comments are closed.