Österreich präsentiert bei der 24. Triennale Milano die Installation “Soft Image, Brittle Grounds” von Felix Lenz. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Essayfilm und eine drei kanalige Videoinstallation, die Machtstrukturen, Umweltzerstörung und verdrängte Geschichte künstlerisch greifbar machen sollen.
ÖSTERREICH. Ab dem 13. Mai 2025 öffnet die Triennale Milano ihre Tore für ihr Publikum. Mit dem Thema “Inequalities” rückt die 24. Internationale Ausstellung globale Ungleichheiten in den Fokus. Österreich präsentiert sich mit der beauftragten Installation “Soft Image, Brittle Grounds” des Wiener Künstlers und Filmemachers Felix Lenz, kuratiert vom Museum für angewandte Kunst in Wien (MAK) und gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich (BMWKMS).
Im Zentrum der Installation steht ein kritischer Blick auf die oft unsichtbaren Infrastrukturen digitaler Technologien – und deren ökologische und gesellschaftliche Konsequenzen. Lenz verbindet in seinem Werk visuelle, akustische und räumliche Ebenen, um die tiefgreifenden Verflechtungen von Technologie, Macht, Ökologie und Ungleichheit greifbar zu machen, wie es in einer Presseaussendung heißt.
Essayfilm auf LED-Wand
Herzstück der Installation ist der Essayfilm “Brute Force” (2025), der auf einer großformatigen LED-Wand gezeigt wird. In drei Kapiteln führt der Film durch die physischen, politischen und ökologischen Dimensionen digitaler Infrastrukturen – mit Aufnahmen von Salzseen, Datenzentren, Drohnenflügen und Nahaufnahmen. Gedreht wurde in Utah und Kalifornien, Lenz hat dabei Salz als Symbol für das Fehlen von Wasser verwendet – als Zeichen von Ressourcenknappheit und Umweltzerstörung, die durch datengetriebene Technologien beschleunigt werden, wie es weiters heißt.
Verdeckte Bilder hinter Glas
Flankiert wird der Film von der drei kanaligen Videoinstallation “Valley of the Heart’s Delight”, die auf den ursprünglichen Namen des Silicon Valley verweist. Hinter einer halbdurchsichtigen Glasfassade verborgen, wird der Inhalt erst sichtbar, wenn Besucherinnen und Besucher bewusst hindurchblicken. In Zeitlupe bewegt sich ein Industrieroboter über symbolische Erdschichten und Muschelschalen, die auf verdrängte indigene Geschichte hinweisen und die Verbindung von technologischer Dominanz und kolonialer Vergangenheit offenlegen, wird in der Aussendung erklärt.
Lenz’ künstlerische Sprache verbindet Dokumentation mit Poesie, heißt es weiters: Das Voice-over stammt von der Dichter*in Day Eve Komet und integriert Gedanken der Physikerin Karen Barad, des Medienkünstlers Vladan Joler sowie des Geologen Diego P. Fernandez zu einer interdisziplinären Kritik der Technologie.
Internationale Anerkennung
Die Arbeit von Lenz wurde bereits auf internationalen Plattformen wie der Beijing Art and Technology Biennale, der Istanbul Design Biennale oder dem Ars Electronica Festival gezeigt. Für seine innovativen Arbeiten erhielt er 2024 den Outstanding Artist Award in der Kategorie “Experimentelles Design”.
Die Thematik seiner Triennale-Installation knüpft an die MAK-Ausstellung “WATER PRESSURE. Gestaltung für die Zukunft” an, die vom 21. Mai bis 7. September 2025 in Wien zu sehen ist.
Die Triennale Milano läuft bis zum 9. November 2025. Sie bringt weltweit führende Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer sowie Institutionen zusammen.
Das könnte dich auch interessieren:
Leistbare Kunst versammelt sich in der Landstraße
Akteure aus der Wiener Kunstwelt gewürdigt
Wiener Wohnbau als Vorbild gezeigt