Johann Wadephul, aufgenommen am 13.05.2025 in Berlin

Der neue Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert Moskau auf, zu den Verhandlungen in Istanbul zu kommen. (Archivbild)

Quelle: dpa

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Russland aufgefordert, zu Gesprächen über einen Frieden in der Ukraine “an den Verhandlungstisch zu kommen”. Mit Blick auf ein für Donnerstag anvisiertes Treffen in Istanbul sagte Wadephul:

Russland darf keinen leeren Stuhl dort hinterlassen, sondern Russland muss erscheinen, wenn es ernsthaft an einem Frieden interessiert ist.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

“Russland muss jetzt den entscheidenden Schritt nach vorne tun und auch bereit sein, an den Verhandlungstisch zu kommen”, sagte Wadephul. Diese Position sei “im europäischen Kreis mit US-Außenminister (Marco) Rubio abgestimmt”. Donnerstag sei “ein wichtiges Datum” mit Blick auf ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs.

Wolodymyr Selenskyj

Auf das Gesprächsangebot der Ukraine habe Putin nicht reagiert, heißt es aus Kiew. US-Präsident Trump überlegt, ob er auch an dem Treffen in Istanbul teilnehmen solle.13.05.2025 | 1:33 min

Außenminister droht Moskau mit Konsequenzen

Falls Russland auf das Gesprächsangebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht eingehen sollte, drohte Wadephul Moskau mit weiteren Schritten. Es werde in diesem Fall “auch Konsequenzen geben”, sagte der Bundesaußenminister und ergänzte:

Wir werden uns nicht ansehen, dass Russland diesen Krieg einfach fortführt.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

Europäische Außenminister treffen sich zu zu Gesprächen über die Ukraine und die Zukunft der europäischen Sicherheit

Die Außenminister Europas erhöhen den Druck auf Russland: entweder eine 30-tägige Waffenruhe oder neue Sanktionen. Ob es in Istanbul zu Friedensverhandlungen kommt, ist unklar. 12.05.2025 | 3:10 min

Pistorius fordert weitere Sanktionen gegen Russland

Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte Russland vor Konsequenzen. Mit Blick auf die vom Westen und Kiew geforderte Waffenruhe, die von Russland nicht eingehalten wird, sagte Pistorius, da sich Putin so verhalte, müssten nun Schritte folgen, “sowohl was Sanktionen angeht wie auch was die weitere Unterstützung der Ukraine angeht”.

Pistorius ging nicht auf Einzelheiten ein. Wadephul und Pistorius äußerten sich vor Beginn einer internationalen Konferenz in Berlin zur Zukunft der UN-Blauhelm-Missionen, an der Vertreter aus 130 Ländern teilnehmen.

Europas Spitze in Kiew – Putin schlägt Verhandlungen vor

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Wochenende als Reaktion auf einen europäischen Vorstoß zu einer 30-tägigen Feuerpause in der Ukraine direkte Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in Istanbul vorgeschlagen, einem ab Montag geforderten Waffenstillstand aber bislang nicht zugestimmt.
Schaltgespräch zwischen Christian Mölling und Marietta Slomka

“Erwarte eher, dass keiner da sein wird”, sagte Sicherheitsexperte Mölling mit Blick auf ein mögliches Treffen zwischen Selenskyj, Putin und Trump am Donnerstag in Istanbul.12.05.2025 | 5:20 min

Der ukrainische Staatschef Selenskyj erklärte sich daraufhin bereit, nach Istanbul zu reisen und dort mit Putin zu verhandeln. Ob das Treffen zustande kommt und auf welcher Ebene, ist noch völlig offen.

Der Kreml lehnt es gegenwärtig ab, sich zu Selenskyjs Vorschlag zu einem Treffen mit Putin zu äußern. “Die russische Seite bereitet sich weiter auf die für Donnerstag geplanten Gespräche vor. Das ist alles, was wir zu diesem Zeitpunkt sagen können. Wir haben derzeit nicht vor,  dies weiter zu kommentieren”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf Nachfrage von Journalisten.

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Russland greift die Ukraine an

:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.

 Olena Selenska (2.vl) und Wolodymyr Selenskyj (4.vl), Präsident der Ukraine, verlassen Hand in Hand den Maidan in Kiew vor Donald Tusk (l-r), Ministerpräsident von Polen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Keir Starmer, Premierminister von Großbritannien, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

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Quelle: AFP