Nach den EM-Gruppenspielen gegen die Niederlande (1:4), Färöer (9:0) und Norwegen (0:0) spielt Österreich überraschend gegen Spanien um das fünfte und letzte europäische WM-Ticket. Die Titelverteidigerinnen verspielten ihr Semifinal-Ticket mit einer 1:2-Niederlage gegen Italien. Das Duell steigt im Torsvollur, dem 6.000 Zuschauer und Zuschauerinnen fassenden Nationalstadion der Färöer in der Hauptstadt Torshavn. Die WM-Endrunde findet von 17. Oktober bis 8. November in Marokko statt.
Auf dem Weg zur U17-EM-2025 trafen die ÖFB-Mädchen in der ersten Qualifikationsrunde bereits auf Spanien. Mit einem spektakulären 3:3 konnten die Österreicherinnen damals eine lange Siegesserie der Ibererinnen beenden.
Österreichs U17-Frauen kämpfen am Mittwoch bei der EM auf den Färöern gegen Spanien um Platz fünf. Der Sieger sichert sich ein Ticket für die U17-Weltmeisterschaft in Marokko. Die Chance auf das große Turnier im Herbst lebt also weiter.
Selbstvertrauen im ÖFB-Lager
Alessia Pamminger, damals Torschützin zum 2:1, blickt selbstbewusst auf die Neuauflage: „Jedes Tor gibt einem Selbstvertrauen, aber es war damals vor allem eine starke Teamleistung. Es war schade, dass wir das Ergebnis damals nicht über die Zeit gebracht haben, aber das ist jetzt das klare Ziel. Wir brauchen die gleiche Intensität wie in den letzten Spielen, müssen mit Vollgas in jeden Zweikampf gehen, gleichzeitig aber auch Ruhe am Ball haben. Wir sind alle überzeugt, dass wir uns durchsetzen können. Wir wissen, dass Spanien eine Topnation ist, aber wir müssen uns vor ihnen nicht verstecken.“
Teamchef Patrick Haidbauer will das in der Vorbereitung auf das Spiel als Vorteil für sein Team nutzen: „Es ist für alle hier – auch die Spanierinnen selbst – eine Überraschung, dass sie nicht den Einzug in das Halbfinale geschafft haben. Genau bei diesem mentalen Aspekt wollen wir ansetzen und unsere Qualitäten ins Spiel bringen und sie unter Druck setzen. Der Druck liegt definitiv bei Spanien. Wir haben immer wieder bewiesen, dass wir uns in der Underdog-Rolle sehr wohlfühlen und dass wir sehr unangenehm sein können. Die Gegnerinnen sollen spüren, dass wir ein sehr bissiges Team haben.“
Vom großen WM-Traum überzeugt ist auch Außenverteidigerin Alina Kerschbaumer: „Wenn wir intensiv in die Partie gehen und sie mit unserem Pressing unter Druck setzen und zu Balleroberungen kommen, werden wir uns auch gute Torchancen erspielen können. Es herrscht Vorfreude mit ein wenig Anspannung, aber wir sind alle davon überzeugt, dass wir es schaffen können.“
Auch Prödl zuversichtlich
Unterstützung erhält das Team für das wichtige Spiel auch von Ex-Teamspieler Sebastian Prödl, der seit Jahresbeginn als Leiter der Nachwuchsnationalteams im ÖFB fungiert. „Der Teamgedanke steht ganz oben, und man sieht nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Hotel, dass sie einen extremen Zusammenhalt haben. Mit dem Charakter dieses Teams kann es gelingen, auch gegen eine favorisierte und große Nation wie Spanien zu bestehen“, ist er zuversichtlich.
„Der Druck liegt klar bei den Spanierinnen, darum sehe ich uns in einer guten Ausgangssituation. Ganz wichtig wird sein, dass sich die Mädels auf ihre Stärken besinnen. Sie haben sich in den letzten Monaten viel erarbeitet. Wir stehen alle hinter ihnen und wollen bestmöglich dazu beitragen, dass sie ihr Maximum abrufen können“, sagte der U20-WM-Vierte von 2007.