Yuval Raphael überzeugt für Israel mit «New Day Will Rise».
Die israelische Sängerin Yuval Raphael hat sich mit ihrer eindrucksvollen Darbietung des Liedes «New Day Will Rise» für das Finale des Eurovision Song Contest qualifiziert, das am Samstag, 17. Mai 2025, in der St. Jakobshalle in Basel ausgetragen wird. Ihre Teilnahme steht unter besonderer Beobachtung – politisch, kulturell, emotional.
Yuval Raphael, 24 Jahre alt, ist Überlebende des Hamas-Angriffs auf das Nova-Musikfestival im Oktober 2023. Die Sängerin wurde durch die israelische Castingshow «HaKokhav HaBa» zur ESC-Teilnehmerin gewählt – und ist seither zur Projektionsfläche eines internationalen Kulturkonflikts geworden. Während pro-palästinensische Proteste ihre Teilnahme kritisch begleiten, erfährt Raphael in Basel auch Solidarität – auf der Bühne wie auf der Strasse. Der Song «New Day Will Rise» wurde von Keren Peles geschrieben und von Tomer Biran produziert. Er vereint hebräische, englische und französische Elemente und zitiert das Hohelied Salomos: «Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen, noch Ströme sie ertränken». Das Lied ist eine Botschaft der Hoffnung und Resilienz – ein musikalisches Zeugnis innerer Stärke nach dem Terror.
Auf der Bühne der St. Jakobshalle überzeugte Raphael mit einer emotional aufgeladenen Performance. Zwar waren zu Beginn vereinzelte Buhrufe zu hören, doch das Publikum würdigte sie schliesslich mit lautem Applaus. Der hebräische Teil ihres Liedes am Ende setzte einen berührenden Höhepunkt.
Die israelische ESC-Teilnahme war seit Monaten umstritten. In Basel kam es zu mehreren pro-palästinensischen Protestaktionen – etwa zum Entfernen israelischer Fahnen. Demonstrierende forderten einen Boykott Israels aufgrund der aktuellen Lage im Nahen Osten. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) stellte jedoch klar: Der ESC sei ein unpolitischer Wettbewerb. Auch das Basler ESC-Organisationskomitee unterstützte die Teilnahme Israels ausdrücklich. Bei den Proben zum Halbfinale gab es bei Yuval Raphaels Auftritt Störungen. Die Polizei schritt sofort ein und führte die Aktivisten ab.
Parallel zu den Protesten fand am Donnerstagabend eine bewilligte Solidaritätskundgebung auf dem Basler Münsterplatz statt. Rund 100 Menschen versammelten sich, um ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Yuval Raphael zu setzen. Organisiert wurde die Aktion von der Gruppe «Artists Against Antisemitism». Mitorganisator Björn Peng betonte, dass sich der Protest gegen Terror und Hass richte – nicht gegen Menschen.
Die Kundgebung verlief friedlich, auch wenn zwei Gegendemonstrierende mit Palästina-Flaggen und israelkritischen Parolen anwesend waren. Die Polizei war vor Ort, musste aber nicht eingreifen. Im Finale am Samstagabend tritt Yuval Raphael gegen 25 weitere Länder an, darunter Favoriten wie Frankreich, Schweden und die Schweiz. Israel zählt laut aktuellen Wettquoten zu den Top-Fünf-Anwärtern. Ihre Chancen stehen nicht schlecht – musikalisch wie symbolisch. Denn Yuval Raphael singt nicht nur für Punkte, sondern für Hoffnung.