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Ein heißer Extremsommer wie 2003 ist laut Experten wieder möglich – doch Europa ist auf eine solche Hitzewelle noch immer kaum vorbereitet. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Schon 2003 hatte der Jahrhundertsommer Europa fest im Griff – wochenlange Hitze, kaum Regen, tropische Nächte. Damals kostete die Hitzewelle nach Schätzungen der WHO in Europa rund 70.000 Menschen das Leben. Besonders betroffen waren Frankreich, Italien, Spanien und auch Deutschland. Jetzt schlägt erneut die Stunde der Warnungen: Selbst das renommierte Max-Planck-Institut in Hamburg rechnet laut Medienberichten mit einem sehr heißen Sommer 2025.

Auch der Wetterdienst wetter.net warnt vor überdurchschnittlich warmen Monaten. Genaue regionale Vorhersagen sind zwar noch nicht möglich, aber die Tendenz ist alarmierend. Der Sommer könnte in puncto Hitze neue Rekorde aufstellen. Was damals geschah, droht sich also zu wiederholen – oder sogar zu übertreffen. Besonders gefährlich: Hitze ist ein leiser Killer. Viele Todesfälle, gerade in Pflegeheimen, bleiben oft ohne klaren Zusammenhang zur Hitze registriert. Alte und chronisch kranke Menschen sterben dann scheinbar „plötzlich“, während die eigentliche Ursache kaum Beachtung findet.

Hitzesommer 2003: Was hat sich seitdem verbessert?

22 Jahre nach dem Extremsommer stellt sich die Frage: Hat sich seitdem wirklich etwas verbessert? Die ernüchternde Antwort: nur wenig. Zwar gibt es heute detailliertere Wetterwarnsysteme und mehr Wissen über die gesundheitlichen Gefahren von Hitze, doch strukturell ist Europa vielerorts noch immer schlecht gerüstet. In Deutschland verfügen längst nicht alle Krankenhäuser über durchgehende Klimatisierung.

Große Hitze, ein Mann sucht Abkühlung.

Steht Europa wie schon 2003 vor einem extremen Hitzesommer? Sind wir dieses Mal besser darauf vorbereitet? © picture alliance/dpa | Thomas Warnack

In Pflegeheimen sieht es oft noch düsterer aus: Viele Einrichtungen setzen aus Kostengründen auf einfache Ventilatoren statt auf effektive Klimaanlagen. Hitzeschutzpläne gibt es zwar in einigen Kommunen, doch sie bleiben oft auf dem Papier. Auch sogenannte „Kältezentren“ – also öffentliche, kühle Rückzugsorte für besonders gefährdete Menschen – sind in Deutschland kaum verbreitet. Während Länder wie Frankreich nach 2003 Hitzewellen deutlich ernster nehmen, fehlt in Deutschland häufig noch der politische Wille zur konsequenten Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

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Ist eine Wiederholung der Hitzewetter–Katastrophe möglich?

Ein weiterer extremer Hitzesommer wie 2003 könnte wieder zehntausende Tote in Europa fordern – vor allem, wenn es zu Stromausfällen, überlasteten Kliniken oder ausgetrockneten Wasserversorgungen kommt. Städte heizen sich auf, gerade in dicht bebauten Gegenden ohne Grünflächen steigt die Gefahr für hitzebedingte Gesundheitsprobleme massiv.

Experten warnen davor, die Gefahr weiter zu unterschätzen: Schon bei 30 Grad steigt das Risiko für Kreislaufversagen, Hitzschlag oder Herzinfarkt. Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Vorerkrankte sind betroffen – also Millionen potenziell gefährdeter Bürger. Wenn Europa es nicht schafft, sich besser vorzubereiten – mit flächendeckenden Hitzeschutzkonzepten, klimatisierten Pflegeeinrichtungen und gezielter öffentlicher Aufklärung – wird sich das Drama von 2003 nicht nur wiederholen, sondern womöglich noch übertroffen werden. Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Ein Indiz weist besonders auf einen Hitzesommer hin.