
Hab das gerade gelesen. Und ehrlich, ja, Behinderte haben es in unserem System oft richtig schwer. Der Staat liefert null. Keine kostenlosen Rollis, keine ausreichende Hilfe, nix. Menschen mit Behinderung müssen sich ihr Leben irgendwie selber zusammenbauen, während die Politik mit leeren Phrasen rumwirft.
Aber ganz ehrlich, dieses Urteil? Fühlt sich nicht ganz fair an. Ein Restaurant ist kein Konzern. Die meisten sind kleine Läden mit knappen Budgets und winzigen Räumen. Die sollen jetzt alle barrierefreie WCs reinbauen, koste es was es wolle? Come on. Was kommt als nächstes, Schadensersatz weil keine Braille-Speisekarte da ist? Die haben auch nicht alle Geräte für Gehörlose oder Rampen für jede Stufe.
Natürlich wär’s geil, wenn überall alles barrierefrei wär. Aber so läuft’s halt nicht. Wenn ich ne bestimmte Anforderung hab, schau ich vorher, ob der Ort das erfüllt. Ist doch normal. Blinde Menschen checken vorher auch, ob sie ne Begleitung brauchen oder ob’s ne digitale Speisekarte gibt. Warum sollte das bei anderen Behinderungen komplett anders sein?
Also ja, Barrierefreiheit ist wichtig. Und ja, der Staat soll endlich liefern statt alles auf Einzelpersonen und kleine Betriebe abzuwälzen. Aber gleichzeitig: bisschen Hausverstand bitte. Nicht alles ist automatisch Diskriminierung nur weil’s unbequem ist.
Solidarität ja, Augenmaß auch.
by PPSSPPMasterBlaster
13 comments
Sehe ich nicht so.
> Solidarität ja, Augenmaß auch.
Steht sogar im Artikel:
> Aber gilt das wirklich für alle Restaurants? “Das Behindertengleichstellungsgesetz sieht Rechtfertigungsgründe vor, die aber eng auszulegen sind”, erklärt Hammer. “Ein Restaurant kann vor Gericht zum Beispiel beweisen, dass ein Umbau unzumutbar ist, weil er etwa viel zu teuer wäre. In den allermeisten Fällen gibt es aber vertretbare Möglichkeiten.” Im aktuellen Fall sei es um eine mobile Rampe gegangen, für die es keine baurechtlichen Genehmigungen brauche und für die der Kostenaufwand auch relativ gering sei.
Das Restaurant hat also nicht mal das MINIMUM getan. Leute im Rollstuhl haben es schon so sehr schwer. Da sollen sich wirklich einfach Restaurantbesitzer an die bestehenden – wohl doch sehr klaren Regeln – halten.
Musst du dir im Vorhinein Gedanken drüber machen und dich erkundigen ob du in ein Restaurant gehen kannst? Nein? Wieso sollte das dann ein Mensch mit Einschränkungen machen müssen? Da fangt die Diskriminierung eigentlich schon an.
Wie wäre es, wenn du dich ersteinmal mit dem rechtlichen Urteil beschäftigst oder dir den Artikel zumindest ordentlich durchliest. Hierbei geht es um die Verhältmnismäßigkeit. In diesem fall hätte eine einfache rampe ausgereicht, die sich ein 3 Sterne Lokal wohl oder übel locker leisten können wird.
Du stellst das so dar, als ob alle Lokale massive Kosten stemmen müssten, um behindertengerecht zu sein. Dem ist nicht so. Es gibt viele Ausnahmen, viele Lokale müssen aufgrund ihrer Beschaffenheit gar nichts machen, die Maßnahmen reichen von einfachen Rampen bis zu aufwändigeren Umbauten.
Wenn ich ein Lokal eröffne, dann muss ich mich vorher mit den Bestimmungen auseinandersetzen. Grundsätzlich soll der Staat sorgsam mit Vorschriften umgehen, aber bei gewissen Themen muss er eingreifen, weil sonst nichts passiert und Menschen mit Behinderung dann halt kaum wo hingehen können. Sowas kann man nicht dem freien Markt überlassen, wenigstens nicht bei uns. In anderen Kulturen mag das vielleicht freiwillig funktionieren…
Da geht’s einfach darum, dass die Leute am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, nicht nur am Nötigsten. Wenn ich so an die Grazer Innenstadt denke, dann fallen mir nicht viele Lokale ein, wo ich mit jemandem im Rollstuhl hingehen könnte. Insofern ist die Auswahl ohnehin schon stark eingeschränkt – das Gesetz bewirkt, dass wenigstens dort, wo es auch in einem finanziell tragbaren Rahmen machbar ist, was gemacht wird.
€: Aber ok, die Kommentare hier sind so tief wie beim ORF-Facebookpost dazu.
Ich bin einer der ersten, der der Gastro Gier unterstellt – aber das gilt für die Preisgestaltung. Ich finde, dass wenn der Staat Barrierefreihalt begrüßenswerter weise fördern will, dann soll er diese eben auch fördern und beim 0815 Betrieb auch dafür aufkommen und das nicht auf die Betriebe abwälzen.
Das heftigste ist auch noch.. Die waren ja nichtmal dort!!
“musste den Besuch aber absagen, weil die WC-Anlagen nicht barrierefrei waren. ”
Gibts irgendeinen Anwalt im Rollstuhl? Happy money printing dann..
Soweit ich den Kläger im Morgenjournal gehört habe “wollte er nicht um Hilfe bitten müssen, sondern selbstbestimmt die Toilette aufsuchen können”… und die Rampe legt sich von selbst hin??? Solche Menschen tun anderen Behinderten einen Bärendienst!
Deine Meinung ist komplett zum scheißen! (Achtung Wortspiel).
Wir schauen halt nur auf Menschen mit Einschränkungen wenn es uns gerade passt und wenn es nicht zu viel kostet.
Außerdem maßt du dir gleich noch an Behinderungen zu gewichten und zu beurteilen. Die Kirsche ist dann, dass du auch noch Empfehlungen für Blinde abgibst und dass Rollstuhlfahrer gefälligst dort nicht hingehen sollen wo es keine angepasste Umgebung gibt.
Apropos welche Behinderung hast du eigentlich womit du im Alltag zurecht kommen musst und dir die Leute sagen geh halt dort nicht hin oder stell dich nicht so an?
Hast du mehr gelesen als die Überschrift?
Erstmal auf den Originalbeitrag in Ö1 verlinken, wo das etwas sinnvoller erklärt wird als im Standard. Alleine schon diese Mitteilung des Geschäftsführers oida https://oe1.orf.at/player/20250521/794936/1747804950300
Versteh nicht warum da private Verurteilt werden. Is ja kein öffentliches Gebäude
Viele Kommentare hier zeigen wie es um die Solidargemeinschaft bestellt wird.
Echt traurig wie wenig die Leute selbst diesen Minimalaufwand für gerechtfertigt halten, wenn es um einer relativ großen und stark beeinträchtigte Menschengruppe geht – der sie selbst oder ihre Liebsten mit einem Schicksalsschlag auch angehören könnten.
Ich finds lustig, dass es irgendwie nur Rollstuhlfahrer unter den Behinderten gibt, und nichts anderes. Anscheinend.
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