Romain Leick war jahrzehntelang eine prägende Stimme beim „Spiegel“. Der gebürtige Luxemburger ist mit 76 Jahren gestorben.

Der „Spiegel“ trauert um einen seiner herausragenden Köpfe: Romain Leick, langjähriger Redakteur und Ressortleiter des Nachrichtenmagazins, ist am 21. Mai im Alter von 76 Jahren in Hamburg nach langer Krankheit gestorben. Das teilt das Magazin am Donnerstagabend mit und würdigt seinen Journalisten in einem bewegenden Nachruf.

Leick, 1949 in Luxemburg geboren, kam Mitte der 1970er-Jahre vom „Vorwärts“ zum „Spiegel“. Er arbeitete als Korrespondent in Bonn, Brüssel, Washington und Paris, später leitete er das Auslands- und das Kulturressort. In einer Ära, in der der „Spiegel“ seine Beiträge anonym veröffentlichte, gehörte Leick zu jenen prägenden Stimmen, die Woche für Woche mit Intellekt, Stil und Mut fünf bis sechs Texte verantworteten – oft im Hintergrund, selten im Rampenlicht.

Leick galt „Spiegel“ zufolge als einer der klügsten und zugleich menschlichsten Redakteure in der Geschichte des Magazins und so beschreibt das deutsche Nachrichtenmagazin ihn als „der eleganteste, feinste und freundlichste in einem Biotop, wo man Anonymität durch Arroganz und Eitelkeit kompensiert“. Leick sei für seine stille Präsenz, seine Fähigkeit zur Selbstzurücknahme – fast ein Sinnbild für die Kunst des Verschwindens bekannt gewesen.

Der Nachruf endet mit den Worten: „Jetzt ist er für immer verschwunden. Wir vermissen ihn sehr.“