Endlich, ich bin gerade in Stunde 12 außerordentlich produktiv. Bin um 6 Uhr in Büro, mit der Stunde Mittagspause kann ich dann um 20 Uhr noch mal richtig Gas geben und um 21 Uhr Feierabend machen. Damit wird es hier endlich wieder bergauf gehen. Ganz bestimmt.
Edit: Dank Hinweis muss ich nur bis 19 Uhr arbeiten!
Hallo, die industrielle Revolution hat angerufen und möchte ihre Ideen zurückhaben.
Soviel Lack kann man doch nicht saufen, je nach Job sind 8 Stunden produktiv bleiben schon zweifelhaft, Gottseidank hat man dann ja 45 Minuten Pause, Unfuckingfassbar!
Können wir dann auch wieder Fabriken abschließen und Schockhalsbänder zur Motivation benutzen, falls der Sklav…geschätzte Mitarbeiter sich schlapp fühlt?
[Friedrich Merz (69, CDU): “Was ist eigentlich Arbeit für uns? Ich sage es jetzt mal etwas salopp. Ist das eine unangenehme Unterbrechung unserer Freizeit?”](https://m.youtube.com/shorts/5y9JrRwpfis) 🤦
Als Erwachsener sage ich: „Lieber Kinderarbeit als 12 Stu…“
/s
Nach 3 Tagen Arbeit Wochenende? Nem ich.
Produktivität interessiert doch eh keinen, hauptsache man ist da.
Aber nach 8 Stunden steigt das Risiko für Fehler und Verletzungen an.
Nach 10 Stunden ist jede weitere Stunde oftmals kontraproduktiv.
Check das Problem nicht. Mo-do 10hr arbeiten, Freitag frei.
Wir alle wollten das drei Tage Wochenende, jetzt soll’s ermöglicht werden und alle jammern rum
Ich dachte zunächst, das wäre der Postillon….
12 Stunden Tage funktionieren aber nicht. Gibt doch genug Studien und eigene wie fremde Erfahrungen dass man teils schon normalerweise nach 5 oder 6 Stunden schon durch ist.
Wir haben doch schon alle die Dokus aus Japan und die Arbeitskultur dort gesehen, die sind auch nicht produktiver aber dafür noch viel elender.
Wir haben während der Corona-Zeit in 12 Stunden-Schichten gearbeitet (arbeiten müssen).
Es war ein 6-18 Uhr | 18-6 Uhr Modell.
Nach Arbeitsende in der Frühschicht (6-18) gab es so immer 24 Stunden Freizeit bis zum Beginn der Nachtschicht (18-6).
Und nach Ende der Nachtschicht war dann natürlich erstmal der Tag, an dem man aus der Nachtschicht kam frei. Und der darauffolgende Tag auch.
Ich konnte mit diesen längeren Freiphasen zwischen der Arbeit weeesentlich besser umgehen als mit der *knappen* Freizeit im klassischen 8 Std. Modell.
Und hatte mich im klassischen Modell öfter schon mal dabei erwischt dass ich dachte: “10 Stunden könnte ich jetzt eigentlich auch noch vollmachen, der übrige Tag ist so oder so hinüber.”
Ist natürlich alles höchst individuell, ich weiß.
Aber, ja, dürfte ich persönlich entscheiden, ob ich aktuell wieder 12 Stunden täglich arbeiten dürfte, ich würde es ohne überlegen tun.
(Oder aber 10 Stunden – das hatten wir auch schon. Auch das würde ich dem 8 Stunden Tag ggü definitiv bevorzugen.
Der 8 Stunden Arbeitstag ist bei Vollzeit zumindest meiner persönlichen Meinung nach das
auslaugendste Modell überhaupt.
Und ich hab in allen drei Modellen gearbeitet – 8, 10 & 12 Stunden.)
“Die geplante Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit könnte dazu führen, dass Arbeitstage bis zu zwölf Stunden und 15 Minuten dauern. Das hat eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Die Folgen wären Gesundheitsrisiken, mehr Krankheitstage und mehr Druck auf Familien, warnt eine Analyse des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht (HSI) der Stiftung. Die Neuerung könnte “wirtschaftlich sogar kontraproduktiv wirken”.”
Alle Krankenschwestern, Krankenpfleger, Stationsärzte, Erntehelfer, Lehrer und Bereitschaftspolizisten reiben sich gerade verwundert die Augen, dass da endlich mal jemand drauf gekommen ist, dass 12 Stunden Tage Mist sein könnten.
Also klar, die 12-Stunden-Tage sind etwas übertrieben dargestellt, das ergibt in einer normalen Woche bei maximaler Ausnutzung und 40 Wochenstunden 12+12+12+4+0. Bisschen extrem verteilt, und der vierte Tag wird trotzdem angebrochen.
Aber als jemand mit Gleitzeit fände ich eine größere Flexibilisierung, wann ich meine Arbeitszeit erbringe nicht schlecht. Ich bin Single, ob ich nun von 8 bis 16 oder 19 Uhr im Büro bin ist mir tatsächlich Recht egal. Oder auch nach dem Abendessen statt planlos YouTube gucken noch ein paar Stunden was arbeiten.
Vor allem darf ich dann ja dadurch an einem Folgetag noch früher frei machen, also perfekt für geplante Unternehmungen mit Freunden, sich die Arbeitszeit so einzuteilen. Hätte auch kein Problem damit am Wochenende arbeiten zu dürfen, für noch mehr Flexibilität in der Einteilung des Arbeitspensums, aktuell ist leider nur Mo-Fr 6-20 Uhr erlaubt. Mein Chef würde mir schon auf die Finger klopfen und sehr nahe legen doch ein paar freie Tage zu nehmen, wenn ich zu viele Überstunden ansammle.
Natürlich ist das Modell nicht unbedingt etwas für wen mit Familie. Aber das Modell verbietet ja nicht es einfach so weiterzuleben wie bisher. Aber solange ich noch Single bin wäre es doch schön diese Flexibilität voll nutzen zu können. Erweiterung der Möglichkeiten, kein Zwang.
Dann schlafe ich lieber unter einer Brücke. Sollen sie selbst 12 Stunden arbeiten, ich mach den Scheiß nicht mit
Ich geh schonmal meinen Sohn motivieren. 13,5 Stunden OGS am Stück, das schafft der schon.. wie, warte, die OGS macht um 16 Uhr zu? Dann setz dich halt auf nen Stein im Park und beschäftige dich mit dir selbst!
>Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen. […]
Die Philosophen des Altertums lehrten die Verachtung der Arbeit, diese Herabwürdigung des freien Mannes; die Dichter besangen die Faulheit, dieses Geschenk der Götter. Christus lehrt in der Bergpredigt die Faulheit: *Sehet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, und doch sage ich Euch, dass Salomo in all seiner Pracht nicht herrlicher gekleidet war.*
-Paul Lafargue, Das Recht auf Faulheit
Also ganz nett, dass das jetzt eine Studie bestätigt, aber ich dachte, das war das offizielle Ziel der Wochenarbeitszeit?
Ich musste kämpfen um 1 Stunde mehr Arbeitszeit zu kriegen. Mehr gab das Jobprofil nicht her. Wie soll man da auf 12 Stunden upgraden? Die Diskussion ist ab einem gewissen Punkt auch nur sinnlos.
Jeder Anwalt in ner GroßKanzlei: those are rookie numbers
Wer will schon Zeit mit der Familie verbringen?
Ich hoffe das wird umgesetzt. Mehr Flexibilität ist immer besser. Ich wäre auch für das anheben der maximalen Arbeitszeit auf mehr als 12 Stunden. Ist für eine Dienstreise immer besser nicht unnötig im Hotel sein zu müssen
Normalität schon jetzt im Krankenhaus..
Irgendwie ist das ok für mich. Da am Abend nach acht Stunden eh zu fertig um sinnvolle Freizeit zu haben, kann ich diese Zeit auch einfach auf Arbeit absitzen und dafür mehr ganze freie Tage haben. Als ob irgendwer nach der sechsten Stunde noch wirklich produktiv ist. Also für mich hört sich das so an als ob es mehr Absitz-Stunden in der Woche werden als zuvor, ergo Arbeit wird weniger fordernd. Da Chef sicher nach fünf Stunden nach Haus geht kontrolliert am Ende eh keiner mehr.
Kein /s
Ach Leute, es geht doch nicht darum *jeden Tag* 12 Stunden zu arbeiten, sondern seine 40 (oder 37 oder 35) Stunden anders aufzuteilen. Ich bin ja auch gegen die CDU, aber das hier ist in meinem Kopf nur nutzlose Aufregerei…
Es werden im Eiltempo gesellschaftliche Errungenschaften der letzten Jahrzehnte abgebaut. Und das alles beruhend auf Merz’ Märchenstunde über die angeblich faulen deutschen Arbeitnehmer. Hier zur Abwechslung mal die Fakten:
– seit 1991 ist die durchschnittliche Arbeitszeit von Beschäftigten in Vollzeit nahezu konstant (https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/woechentliche-arbeitszeitl.html)
– die gesunkene durchschnittliche Arbeitszeit, auf der die gesamte Debatte seitens der Union beruht, liegt an der stetig steigenden Teilzeitquote
– 1,2 Milliarden Überstunden in 2023, davon die Hälfte unbezahlt
– insgesamt geleistete Arbeitsstunden steigen seit Jahren konstant an
– ebenso die Produktivität
Siehe auch folgende Erhebung des DIW, die vor allem die letzten 2 Punkte ausführlich beleuchtet. Die Zahlen kennt die Union natürlich auch, das macht die ganze Kampagne umso niederträchtiger.
Ist in vielen Bereichen heute schon nicht ungewöhnlich. Gerechnet wird halt trotzdem mit 8 Stunden weswegen es auch nix bringt Überstunden steuerfrei zu stellen.
Vielleicht gibt es dann bald auch im Deutschen ein Extrawort für “Tod durch Überarbeitung”. Wie in Japan.
“Ja, aber dann jeder das individuell für sich aushandeln und ausgestalten.”
Ja dann brauchen wir wohl keine Gewerkschaften. Ein Hoch auf die Flexibilisierung der Arbeitswelt. /s
Find ich gut. Wenn man Mal einen guten Tag hat oder noch was fertig machen muss kann man das legal an einem Tag machen und dafür dann freitags früher gehen
Als wäre das im Gesundheitssystem nicht längst schon Usus. Fragt doch einfach mal junge Ärztinnen und Ärzte. Ich sage explizit nicht, dass es gut ist. Es gehört abgeschafft. Allerdings sind es gefühlt die Teilzeitbüromenschen die wieder mal am lautesten rufen.
Was die vorschlagen ist doch effektiv Gleitzeit + Lockerung der bestehenden Gesetze oder sehe ich das falsch?
Dadurch dass wir die Arbeitszeiterfassung mit Excel machen dürfen sind 12 Stundentage oder mehr schon jetzt bzw. Immer Realität. Zum Beispiel der Wissenschaft oder Beratung. Entweder schreibt man die Stunden gar nicht auf, oder führt ne illegale Gleitzeitliste und macht halt wenn es ruhiger ist weniger. Bisher sind das aber eben Berufe bei denen man entweder sehr gut bezahlt (Beratung) oder eben sehr intrinsisch motiviert (Wissenschaft) ist. Eine weitere Aufweichung der Arbeitszeiten ist echt nicht notwendig, wenn schon bestehende Regelungen nicht durchgesetzt werden.
Überhaupt kein problem, wenn ich dafür 100% mehr gehalt bekomme und keine steuern dafür abdrücken muss dann mach ich das. Natürlich auch früher in Pension/Rente.
Aber ihr wolltet es doch alle so.
Oder habt ihr die Linke gewählt?
Nein?
Ja dann, selbst schuld.
Was heißt eigentlich ermöglicht? Ich arbeite seit Jahren 12h Dienste.
Also täglich noch länger auf Reddit rumpimmeln? Wird gemacht, Boss.
Falls das eingeführt wird ist das einzige Mittel massive Gewalt. Wer Errungenschaften von 1918 abschaffen will muss auch behandelt werden wie in 1918
Nice, das ist ja genau die Idee hinter der Flexibilisierung. Wenn es halt mal mehr zu tun gibt bleibt man bis die Arbeit erledigt ist.
Ich habe selbst leider mit einigen aus dieser Generation zu tun, die in ihrer Geschäftsführerposition die Hände wegen dieser Ideen reiben – und sich gleichzeitig immer noch weigern, die Zeiterfassung in ihren Unternehmen einzuführen.
Warum sie das können? Weil die Konsequenzen für sie überschaubar sind, sollte das mal auffliegen. Weil im Zweifel immer der AN zu faul ist, wenn er wegen solchen „Lappalien“ das Unternehmen verlässt. Usw. usf.
Der Witz an der Sache ist, dass keiner dieser Geschäftsführer einen direkten Mehrwert aus der längeren Arbeitszeit hätte. Die sind alle im projektbasierten Dienstleistungssektor. Ob man da nun 2 oder 12 Stunden braucht, macht keinen Unterschied, eben weil Deadlines maßgeblich von externen Faktoren abhängen. Man würde die Leute also fürs Rumsitzen bezahlen.
Bei dieser Masse statt Klasse Argumentation geht auch immer wieder das Qualitätsmerkmal unter. Vielen ist es schlicht egal, ob ihre AN gute Arbeit abliefern, weil Aufträge sowieso kommen und der Anschein nach außen immer nur „viel“ sein muss. Wenn dann Konkurrenten bessere Angebote/Ideen/Produkte liefern, wird auch absolut nicht reflektiert, dass der mangelnde Fortschritt im eigenen Unternehmen auch daran liefern kann, dass die eigenen AN gar nicht mehr dazu kommen, die eigenen Dienstleistungen zu verbessern.
Es ist ein Ausverkauf der guten wirtschaftlichen Grundlagen durch die Boomer und zum Leidwesen aller Generationen. Diese ständige Rückwärtsgewandtheit wird uns derart vor die Füße fallen, dass wir irgendwann wirklich den Bedarf haben, mehr arbeiten zu müssen, weil wir durch die Fehlentscheidungen dieser Zukunftsverweigerer jeglichen Anschluss verlieren werden. Aber Hauptsache wir haben dabei 12h im Büro gesessen
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Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt
Endlich, ich bin gerade in Stunde 12 außerordentlich produktiv. Bin um 6 Uhr in Büro, mit der Stunde Mittagspause kann ich dann um 20 Uhr noch mal richtig Gas geben und um 21 Uhr Feierabend machen. Damit wird es hier endlich wieder bergauf gehen. Ganz bestimmt.
Edit: Dank Hinweis muss ich nur bis 19 Uhr arbeiten!
Hallo, die industrielle Revolution hat angerufen und möchte ihre Ideen zurückhaben.
Soviel Lack kann man doch nicht saufen, je nach Job sind 8 Stunden produktiv bleiben schon zweifelhaft, Gottseidank hat man dann ja 45 Minuten Pause, Unfuckingfassbar!
Können wir dann auch wieder Fabriken abschließen und Schockhalsbänder zur Motivation benutzen, falls der Sklav…geschätzte Mitarbeiter sich schlapp fühlt?
[Friedrich Merz (69, CDU): “Was ist eigentlich Arbeit für uns? Ich sage es jetzt mal etwas salopp. Ist das eine unangenehme Unterbrechung unserer Freizeit?”](https://m.youtube.com/shorts/5y9JrRwpfis) 🤦
Als Erwachsener sage ich: „Lieber Kinderarbeit als 12 Stu…“
/s
Nach 3 Tagen Arbeit Wochenende? Nem ich.
Produktivität interessiert doch eh keinen, hauptsache man ist da.
Aber nach 8 Stunden steigt das Risiko für Fehler und Verletzungen an.
Nach 10 Stunden ist jede weitere Stunde oftmals kontraproduktiv.
Check das Problem nicht. Mo-do 10hr arbeiten, Freitag frei.
Wir alle wollten das drei Tage Wochenende, jetzt soll’s ermöglicht werden und alle jammern rum
Ich dachte zunächst, das wäre der Postillon….
12 Stunden Tage funktionieren aber nicht. Gibt doch genug Studien und eigene wie fremde Erfahrungen dass man teils schon normalerweise nach 5 oder 6 Stunden schon durch ist.
Wir haben doch schon alle die Dokus aus Japan und die Arbeitskultur dort gesehen, die sind auch nicht produktiver aber dafür noch viel elender.
Wir haben während der Corona-Zeit in 12 Stunden-Schichten gearbeitet (arbeiten müssen).
Es war ein 6-18 Uhr | 18-6 Uhr Modell.
Nach Arbeitsende in der Frühschicht (6-18) gab es so immer 24 Stunden Freizeit bis zum Beginn der Nachtschicht (18-6).
Und nach Ende der Nachtschicht war dann natürlich erstmal der Tag, an dem man aus der Nachtschicht kam frei. Und der darauffolgende Tag auch.
Ich konnte mit diesen längeren Freiphasen zwischen der Arbeit weeesentlich besser umgehen als mit der *knappen* Freizeit im klassischen 8 Std. Modell.
Und hatte mich im klassischen Modell öfter schon mal dabei erwischt dass ich dachte: “10 Stunden könnte ich jetzt eigentlich auch noch vollmachen, der übrige Tag ist so oder so hinüber.”
Ist natürlich alles höchst individuell, ich weiß.
Aber, ja, dürfte ich persönlich entscheiden, ob ich aktuell wieder 12 Stunden täglich arbeiten dürfte, ich würde es ohne überlegen tun.
(Oder aber 10 Stunden – das hatten wir auch schon. Auch das würde ich dem 8 Stunden Tag ggü definitiv bevorzugen.
Der 8 Stunden Arbeitstag ist bei Vollzeit zumindest meiner persönlichen Meinung nach das
auslaugendste Modell überhaupt.
Und ich hab in allen drei Modellen gearbeitet – 8, 10 & 12 Stunden.)
“Die geplante Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit könnte dazu führen, dass Arbeitstage bis zu zwölf Stunden und 15 Minuten dauern. Das hat eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Die Folgen wären Gesundheitsrisiken, mehr Krankheitstage und mehr Druck auf Familien, warnt eine Analyse des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht (HSI) der Stiftung. Die Neuerung könnte “wirtschaftlich sogar kontraproduktiv wirken”.”
Alle Krankenschwestern, Krankenpfleger, Stationsärzte, Erntehelfer, Lehrer und Bereitschaftspolizisten reiben sich gerade verwundert die Augen, dass da endlich mal jemand drauf gekommen ist, dass 12 Stunden Tage Mist sein könnten.
Also klar, die 12-Stunden-Tage sind etwas übertrieben dargestellt, das ergibt in einer normalen Woche bei maximaler Ausnutzung und 40 Wochenstunden 12+12+12+4+0. Bisschen extrem verteilt, und der vierte Tag wird trotzdem angebrochen.
Aber als jemand mit Gleitzeit fände ich eine größere Flexibilisierung, wann ich meine Arbeitszeit erbringe nicht schlecht. Ich bin Single, ob ich nun von 8 bis 16 oder 19 Uhr im Büro bin ist mir tatsächlich Recht egal. Oder auch nach dem Abendessen statt planlos YouTube gucken noch ein paar Stunden was arbeiten.
Vor allem darf ich dann ja dadurch an einem Folgetag noch früher frei machen, also perfekt für geplante Unternehmungen mit Freunden, sich die Arbeitszeit so einzuteilen. Hätte auch kein Problem damit am Wochenende arbeiten zu dürfen, für noch mehr Flexibilität in der Einteilung des Arbeitspensums, aktuell ist leider nur Mo-Fr 6-20 Uhr erlaubt. Mein Chef würde mir schon auf die Finger klopfen und sehr nahe legen doch ein paar freie Tage zu nehmen, wenn ich zu viele Überstunden ansammle.
Natürlich ist das Modell nicht unbedingt etwas für wen mit Familie. Aber das Modell verbietet ja nicht es einfach so weiterzuleben wie bisher. Aber solange ich noch Single bin wäre es doch schön diese Flexibilität voll nutzen zu können. Erweiterung der Möglichkeiten, kein Zwang.
Dann schlafe ich lieber unter einer Brücke. Sollen sie selbst 12 Stunden arbeiten, ich mach den Scheiß nicht mit
Ich geh schonmal meinen Sohn motivieren. 13,5 Stunden OGS am Stück, das schafft der schon.. wie, warte, die OGS macht um 16 Uhr zu? Dann setz dich halt auf nen Stein im Park und beschäftige dich mit dir selbst!
>Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen. […]
Die Philosophen des Altertums lehrten die Verachtung der Arbeit, diese Herabwürdigung des freien Mannes; die Dichter besangen die Faulheit, dieses Geschenk der Götter. Christus lehrt in der Bergpredigt die Faulheit: *Sehet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, und doch sage ich Euch, dass Salomo in all seiner Pracht nicht herrlicher gekleidet war.*
-Paul Lafargue, Das Recht auf Faulheit
Also ganz nett, dass das jetzt eine Studie bestätigt, aber ich dachte, das war das offizielle Ziel der Wochenarbeitszeit?
Ich musste kämpfen um 1 Stunde mehr Arbeitszeit zu kriegen. Mehr gab das Jobprofil nicht her. Wie soll man da auf 12 Stunden upgraden? Die Diskussion ist ab einem gewissen Punkt auch nur sinnlos.
Jeder Anwalt in ner GroßKanzlei: those are rookie numbers
Wer will schon Zeit mit der Familie verbringen?
Ich hoffe das wird umgesetzt. Mehr Flexibilität ist immer besser. Ich wäre auch für das anheben der maximalen Arbeitszeit auf mehr als 12 Stunden. Ist für eine Dienstreise immer besser nicht unnötig im Hotel sein zu müssen
Normalität schon jetzt im Krankenhaus..
Irgendwie ist das ok für mich. Da am Abend nach acht Stunden eh zu fertig um sinnvolle Freizeit zu haben, kann ich diese Zeit auch einfach auf Arbeit absitzen und dafür mehr ganze freie Tage haben. Als ob irgendwer nach der sechsten Stunde noch wirklich produktiv ist. Also für mich hört sich das so an als ob es mehr Absitz-Stunden in der Woche werden als zuvor, ergo Arbeit wird weniger fordernd. Da Chef sicher nach fünf Stunden nach Haus geht kontrolliert am Ende eh keiner mehr.
Kein /s
Ach Leute, es geht doch nicht darum *jeden Tag* 12 Stunden zu arbeiten, sondern seine 40 (oder 37 oder 35) Stunden anders aufzuteilen. Ich bin ja auch gegen die CDU, aber das hier ist in meinem Kopf nur nutzlose Aufregerei…
Es werden im Eiltempo gesellschaftliche Errungenschaften der letzten Jahrzehnte abgebaut. Und das alles beruhend auf Merz’ Märchenstunde über die angeblich faulen deutschen Arbeitnehmer. Hier zur Abwechslung mal die Fakten:
– seit 1991 ist die durchschnittliche Arbeitszeit von Beschäftigten in Vollzeit nahezu konstant (https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/woechentliche-arbeitszeitl.html)
– die gesunkene durchschnittliche Arbeitszeit, auf der die gesamte Debatte seitens der Union beruht, liegt an der stetig steigenden Teilzeitquote
– 1,2 Milliarden Überstunden in 2023, davon die Hälfte unbezahlt
– insgesamt geleistete Arbeitsstunden steigen seit Jahren konstant an
– ebenso die Produktivität
Siehe auch folgende Erhebung des DIW, die vor allem die letzten 2 Punkte ausführlich beleuchtet. Die Zahlen kennt die Union natürlich auch, das macht die ganze Kampagne umso niederträchtiger.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.899375.de/publikationen/wochenberichte/2024_16_1/durchschnittliche_arbeitszeiten_in_deutschland_sinken__gesamtarbeitsvolumen_auf_rekordhoch.html#section1
Ist in vielen Bereichen heute schon nicht ungewöhnlich. Gerechnet wird halt trotzdem mit 8 Stunden weswegen es auch nix bringt Überstunden steuerfrei zu stellen.
Vielleicht gibt es dann bald auch im Deutschen ein Extrawort für “Tod durch Überarbeitung”. Wie in Japan.
“Ja, aber dann jeder das individuell für sich aushandeln und ausgestalten.”
Ja dann brauchen wir wohl keine Gewerkschaften. Ein Hoch auf die Flexibilisierung der Arbeitswelt. /s
Find ich gut. Wenn man Mal einen guten Tag hat oder noch was fertig machen muss kann man das legal an einem Tag machen und dafür dann freitags früher gehen
Als wäre das im Gesundheitssystem nicht längst schon Usus. Fragt doch einfach mal junge Ärztinnen und Ärzte. Ich sage explizit nicht, dass es gut ist. Es gehört abgeschafft. Allerdings sind es gefühlt die Teilzeitbüromenschen die wieder mal am lautesten rufen.
Was die vorschlagen ist doch effektiv Gleitzeit + Lockerung der bestehenden Gesetze oder sehe ich das falsch?
Dadurch dass wir die Arbeitszeiterfassung mit Excel machen dürfen sind 12 Stundentage oder mehr schon jetzt bzw. Immer Realität. Zum Beispiel der Wissenschaft oder Beratung. Entweder schreibt man die Stunden gar nicht auf, oder führt ne illegale Gleitzeitliste und macht halt wenn es ruhiger ist weniger. Bisher sind das aber eben Berufe bei denen man entweder sehr gut bezahlt (Beratung) oder eben sehr intrinsisch motiviert (Wissenschaft) ist. Eine weitere Aufweichung der Arbeitszeiten ist echt nicht notwendig, wenn schon bestehende Regelungen nicht durchgesetzt werden.
Überhaupt kein problem, wenn ich dafür 100% mehr gehalt bekomme und keine steuern dafür abdrücken muss dann mach ich das. Natürlich auch früher in Pension/Rente.
Aber ihr wolltet es doch alle so.
Oder habt ihr die Linke gewählt?
Nein?
Ja dann, selbst schuld.
Was heißt eigentlich ermöglicht? Ich arbeite seit Jahren 12h Dienste.
Also täglich noch länger auf Reddit rumpimmeln? Wird gemacht, Boss.
Falls das eingeführt wird ist das einzige Mittel massive Gewalt. Wer Errungenschaften von 1918 abschaffen will muss auch behandelt werden wie in 1918
Nice, das ist ja genau die Idee hinter der Flexibilisierung. Wenn es halt mal mehr zu tun gibt bleibt man bis die Arbeit erledigt ist.
Ich habe selbst leider mit einigen aus dieser Generation zu tun, die in ihrer Geschäftsführerposition die Hände wegen dieser Ideen reiben – und sich gleichzeitig immer noch weigern, die Zeiterfassung in ihren Unternehmen einzuführen.
Warum sie das können? Weil die Konsequenzen für sie überschaubar sind, sollte das mal auffliegen. Weil im Zweifel immer der AN zu faul ist, wenn er wegen solchen „Lappalien“ das Unternehmen verlässt. Usw. usf.
Der Witz an der Sache ist, dass keiner dieser Geschäftsführer einen direkten Mehrwert aus der längeren Arbeitszeit hätte. Die sind alle im projektbasierten Dienstleistungssektor. Ob man da nun 2 oder 12 Stunden braucht, macht keinen Unterschied, eben weil Deadlines maßgeblich von externen Faktoren abhängen. Man würde die Leute also fürs Rumsitzen bezahlen.
Bei dieser Masse statt Klasse Argumentation geht auch immer wieder das Qualitätsmerkmal unter. Vielen ist es schlicht egal, ob ihre AN gute Arbeit abliefern, weil Aufträge sowieso kommen und der Anschein nach außen immer nur „viel“ sein muss. Wenn dann Konkurrenten bessere Angebote/Ideen/Produkte liefern, wird auch absolut nicht reflektiert, dass der mangelnde Fortschritt im eigenen Unternehmen auch daran liefern kann, dass die eigenen AN gar nicht mehr dazu kommen, die eigenen Dienstleistungen zu verbessern.
Es ist ein Ausverkauf der guten wirtschaftlichen Grundlagen durch die Boomer und zum Leidwesen aller Generationen. Diese ständige Rückwärtsgewandtheit wird uns derart vor die Füße fallen, dass wir irgendwann wirklich den Bedarf haben, mehr arbeiten zu müssen, weil wir durch die Fehlentscheidungen dieser Zukunftsverweigerer jeglichen Anschluss verlieren werden. Aber Hauptsache wir haben dabei 12h im Büro gesessen
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