Die Arbeitslosenzahlen steigen in Österreich seit April 2023. Für heuer erwarten WIFO und IHS ein drittes Rezessionsjahr und mehr Arbeitslose. „Solange wir kein substanzielles Wachstum haben, wird die Arbeitslosigkeit bei steigendem Arbeitskräfteangebot nicht sinken“, sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Montag zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Grafik: APA/ORF; Quelle: AMS
Die Zahl der unselbstständigen Beschäftigungsverhältnisse für Mai 2025 beläuft sich laut vorläufiger Prognose des Arbeitsministeriums und des AMS auf 3,965 Millionen und damit 2.000 mehr als im Mai 2024.
Warenherstellung besonders betroffen
Den größten prozentuellen Anstieg bei arbeitslosen Menschen und Personen in AMS-Schulung gab es Ende Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat in der Warenerzeugung/Industrie (plus 13,8 Prozent). Auch im Gesundheits- und Sozialwesen (plus zwölf Prozent) und im Handel (plus 9,3 Prozent) fiel der Anstieg groß aus.
Etwas weniger stieg die Arbeitslosenzahl im Verkehr und Lagerwesen (plus 6,8 Prozent) und in der Gastronomie und Beherbergung (plus 6,5 Prozent). Nahezu unverändert waren die Zahlen in der Bauwirtschaft (plus 0,1 Prozent) und bei der Arbeitskräfteüberlassung (plus 0,3 Prozent).
Oberösterreich an der Spitze
Den höchsten Anstieg an Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden verzeichnete Oberösterreich (plus 13,8 Prozent), gefolgt von Salzburg (plus 12,3 Prozent), Vorarlberg (plus 9,9 Prozent), Tirol (plus 9,8 Prozent) und der Steiermark (plus 7,2 Prozent). Etwas niedriger fiel das Plus in Kärnten (plus 5,5 Prozent), Niederösterreich (plus 4,9 Prozent), Wien (plus 4,8 Prozent) und dem Burgenland (plus 4,7 Prozent) aus.
Über 100.000 Ältere ohne Job
Die Zahl der arbeitslosen Inländerinnen und Inländer (inklusive Schulungen) kletterte um 6,2 Prozent auf rund 210.834, und die Anzahl der arbeitslosen ausländischen Personen stieg um 7,7 Prozent auf 164.513. Die Anzahl der älteren Arbeitslosen (50 Jahre und älter) erhöhte sich um 7,2 Prozent auf 100.100.
„Der Trend bei der Beschäftigung von Arbeitskräften 50 plus geht in die richtige Richtung, obwohl wir noch lange nicht dort sind, wo wir hinmöchten“, so Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) in einer Aussendung: „Wir müssen das Potenzial dieser Arbeitskräfte noch besser nutzen.“
Für die Arbeiterkammer sind „verstärkte Maßnahmen für ältere Arbeitssuchende dringend notwendig“. „Auch die besten arbeitsmarktpolitischen Instrumente und Förderungen nützen wenig, wenn Betriebe älteren Arbeitssuchenden keine Chancen bieten“, sagte AK-Chefin Renate Anderl.