Ich weiß schon warum ich keinen Ausbilderschein gemacht habe.
“Hallo. Wo kann ich hier mein iPhone laden?”
Die Vorstellung eines neues Azubis bei uns in der Abteilung werde ich nie vergessen.
Wenigstens fragen sie überhaupt.
„Moin, mein Abt RS6 Legacy ist echt bisschen breit für die Parklücken, kann ich mich ausnahmsweise auf den Platz vom Chef stellen? Geht fit, oder? Voll knorke, tschüssli müsli!“
Fragen, um neues Wissen anzueignen ist großartig.
Aber fragen, um niemals sein Hirn anstrengen und eigene Schlüsse ziehen zu müssen, ist einfach nur Arsch.
Nun als Ausbilder bekommst du extra Kohle, genau dafür, dass du halt auf die Azubis aufpassen musst, deren Fragen beantwortest etc. Sich da jetzt im Nachhinein darüber beschweren ist bisschen Otto. Klar gibt es dumme und bessere Fragen, aber auch Wiederholungsfragen sind wichtig, sonst heißt es nachher wieder, die blöden Azubis können nix mehr. Und woher kommt das? Ganz genau, Ausbilder regen sich wegen jeder Frage auf, werden gehässig, so dass man irgendwann einfach nicht mehr fragt.
Ich bereue es manchmal Praxisanleiter zu sein. Die 100 Euro mehr sind es teilweise nicht wert.
Naja wir alle waren mal selber Azubis. So ischt et
Werktags zur Mittagszeit nölen sie hier alle, wie sehr sie ihre Azubis nerven. Genau mein Humor.
Aber im Ernst: Ich finde es richtig geil, wenn meine Azubis mir Fach- oder Verfahrensfragen stellen. Beim wiederholten Male dann halt mit Übungsaufgabe zur Festigung. Offenbar wollen die von mir was lernen. Und sei es nur, um nicht durch meine Fachprüfung zu fallen.
Ist mir tausendmal lieber als wenn sie nichts fragen und einen nur anschweigen. Oder sagen, dass sie es verstehen und es dann falsch machen.
Ich hab null Bezugspunkte zu den anderen Kommentaren hier um ehrlich zu sein. Ich arbeite in einem kleinen Team mit einem Azubi, der eigentliche Ausbilder musste irgendwann den Chefposten übernehmen und hat nicht die Zeit, viel auszubilden. Ich bin zwar selber erst vor nem Jahr mit der Ausbildung fertig geworden und hab dementsprechend auch keinen Ausbilderschein, bin aber fachlich fit wie kein anderer im Team und übernehme dementsprechend halt einen Großteil der Wissensvermittlung. Natürlich kostet mich das Zeit, die ich auch gerne für andere Aufgaben aufwenden würde. Letztendlich kann ich es aber und mache es halbwegs gerne und es ist einfach das, was es braucht, damit der Stift was lernt und ich irgendwann eben nicht alleine mit meinen Aufgaben bin, und da ist es für mich selbstverständlich, das zu machen, auch wenn das (oder andere Sachen die ich so mache) sich in meiner Eingruppierung nicht wiederspiegelt. Natürlich kann ich mir denken “Grr, mein AG kriegt von mir nichts, was er nicht bezahlt”, was auch irgendwo fair wäre, aber damit würde ich mir selber keinen Gefallen tun. Ich will doch einen Azubi, den ich auch mal was machen lassen kann, damit ich es nicht muss – natürlich leiste ich ihm trotzdem Hilfestellung und kontrolliere das Ergebnis, aber Zweck der Ausbildung ist ja, dass er eigenständig arbeiten lernt.
Was die doofen Fragen angeht, hab ich da Glück, dass er Arbeitsmoral hat und ich fachliche Fragen anstelle von “kann ich heute eher gehen?” kriege. Die fachlichen Fragen sind grundsätzlich nicht doof, auch wenn sie mir vielleicht erst so erscheinen mögen, denn die Fragen, die mein Azubi stellt, spiegeln letztendlich nur wieder, ob ich meinen Job ausreichend gut gemacht habe. Im dritten Lehrjahr kann man einen Azubi u.U. vielleicht milde dafür anscheißen, dass er etwas nicht weiß, aber er ist jetzt am Ende des 1. Lehrjahres und wenn da mal Sachen fehlen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, sagt das mehr über mich aus als über ihn.
Ist das nicht der Sinn hinter einer Ausbildung? Was gibt’s denn da zu beschweren? Wenn ihr keinen Bock auf Azubis habt, bildet halt nicht aus.
Machs so wie mein Ausbilder, drück alles an die Gesellen ab und der einzige Kontakt zu den Azubis ist das gelegentliche “Hallo”
Ohne Spaß, bis jetzt hat mich mein Ausbilder immer an andere Mitarbeiter geschickt, wenn ich ihn etwas von ihm wollte. Egal ob es eine Frage im Bezug auf Praxis oder Theorie war, konnte/wollte er sie ned beantworten. Also so schwer kann es als Ausbilder ja ned sein.
Als Ausbilder mag ich die kleinen Affen sehr. Mann kann ihnen Kunststückchen beibringen und sie vor anderen Kollegen auftreten lassen. <3
Kurze Klarstellung, damit mich Niemand falsch versteht:
Ich finds toll, dass die Azubis auf mich zukommen und mich als Ansprechpartner bei Fragen sehen! Das Michmich ist nur ein Augenzwinkernder Kommentar zur daraus entstehenden Arbeitslast, da ich manchmal gar nicht mehr zu meinen eigentlichen Aufgaben komme.
ich hab meinen ausbilder erstmals im zweiten lehrjahr gesehen. wohlgemerkt: gesehen, ich habe mich nichtmal mit dem unterhalten. wenn man was von dem wollte, war der immer beschäftigt. in vorbereitung auf die abschlussprüfung sollten ich und meine mitazubis dann ‘ne probebaustelle mit dem machen. er hat dann frühmorgens gesagt “macht erstmal das betriebsgelände sauber, bis wir hier licht haben”. ‘ne halbe stunde später is der für den rest des tages weggefahren. war sehr sinnbildlich für den rest der ausbildung.
Und dann gab es meine Ausbildung. Hast du einem der Assistenten eine fachliche Frage gestellt, bestand eine 50/50-Chance, entweder wurde dir diese beantwortet… oder es gab als Antwort ein “Denken sie doch mal selber ein bisschen nach!”
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Ich weiß schon warum ich keinen Ausbilderschein gemacht habe.
“Hallo. Wo kann ich hier mein iPhone laden?”
Die Vorstellung eines neues Azubis bei uns in der Abteilung werde ich nie vergessen.
Wenigstens fragen sie überhaupt.
„Moin, mein Abt RS6 Legacy ist echt bisschen breit für die Parklücken, kann ich mich ausnahmsweise auf den Platz vom Chef stellen? Geht fit, oder? Voll knorke, tschüssli müsli!“
Fragen, um neues Wissen anzueignen ist großartig.
Aber fragen, um niemals sein Hirn anstrengen und eigene Schlüsse ziehen zu müssen, ist einfach nur Arsch.
Nun als Ausbilder bekommst du extra Kohle, genau dafür, dass du halt auf die Azubis aufpassen musst, deren Fragen beantwortest etc. Sich da jetzt im Nachhinein darüber beschweren ist bisschen Otto. Klar gibt es dumme und bessere Fragen, aber auch Wiederholungsfragen sind wichtig, sonst heißt es nachher wieder, die blöden Azubis können nix mehr. Und woher kommt das? Ganz genau, Ausbilder regen sich wegen jeder Frage auf, werden gehässig, so dass man irgendwann einfach nicht mehr fragt.
Ich bereue es manchmal Praxisanleiter zu sein. Die 100 Euro mehr sind es teilweise nicht wert.
Naja wir alle waren mal selber Azubis. So ischt et
Werktags zur Mittagszeit nölen sie hier alle, wie sehr sie ihre Azubis nerven. Genau mein Humor.
Aber im Ernst: Ich finde es richtig geil, wenn meine Azubis mir Fach- oder Verfahrensfragen stellen. Beim wiederholten Male dann halt mit Übungsaufgabe zur Festigung. Offenbar wollen die von mir was lernen. Und sei es nur, um nicht durch meine Fachprüfung zu fallen.
Ist mir tausendmal lieber als wenn sie nichts fragen und einen nur anschweigen. Oder sagen, dass sie es verstehen und es dann falsch machen.
Ich hab null Bezugspunkte zu den anderen Kommentaren hier um ehrlich zu sein. Ich arbeite in einem kleinen Team mit einem Azubi, der eigentliche Ausbilder musste irgendwann den Chefposten übernehmen und hat nicht die Zeit, viel auszubilden. Ich bin zwar selber erst vor nem Jahr mit der Ausbildung fertig geworden und hab dementsprechend auch keinen Ausbilderschein, bin aber fachlich fit wie kein anderer im Team und übernehme dementsprechend halt einen Großteil der Wissensvermittlung. Natürlich kostet mich das Zeit, die ich auch gerne für andere Aufgaben aufwenden würde. Letztendlich kann ich es aber und mache es halbwegs gerne und es ist einfach das, was es braucht, damit der Stift was lernt und ich irgendwann eben nicht alleine mit meinen Aufgaben bin, und da ist es für mich selbstverständlich, das zu machen, auch wenn das (oder andere Sachen die ich so mache) sich in meiner Eingruppierung nicht wiederspiegelt. Natürlich kann ich mir denken “Grr, mein AG kriegt von mir nichts, was er nicht bezahlt”, was auch irgendwo fair wäre, aber damit würde ich mir selber keinen Gefallen tun. Ich will doch einen Azubi, den ich auch mal was machen lassen kann, damit ich es nicht muss – natürlich leiste ich ihm trotzdem Hilfestellung und kontrolliere das Ergebnis, aber Zweck der Ausbildung ist ja, dass er eigenständig arbeiten lernt.
Was die doofen Fragen angeht, hab ich da Glück, dass er Arbeitsmoral hat und ich fachliche Fragen anstelle von “kann ich heute eher gehen?” kriege. Die fachlichen Fragen sind grundsätzlich nicht doof, auch wenn sie mir vielleicht erst so erscheinen mögen, denn die Fragen, die mein Azubi stellt, spiegeln letztendlich nur wieder, ob ich meinen Job ausreichend gut gemacht habe. Im dritten Lehrjahr kann man einen Azubi u.U. vielleicht milde dafür anscheißen, dass er etwas nicht weiß, aber er ist jetzt am Ende des 1. Lehrjahres und wenn da mal Sachen fehlen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, sagt das mehr über mich aus als über ihn.
Ist das nicht der Sinn hinter einer Ausbildung? Was gibt’s denn da zu beschweren? Wenn ihr keinen Bock auf Azubis habt, bildet halt nicht aus.
Machs so wie mein Ausbilder, drück alles an die Gesellen ab und der einzige Kontakt zu den Azubis ist das gelegentliche “Hallo”
Ohne Spaß, bis jetzt hat mich mein Ausbilder immer an andere Mitarbeiter geschickt, wenn ich ihn etwas von ihm wollte. Egal ob es eine Frage im Bezug auf Praxis oder Theorie war, konnte/wollte er sie ned beantworten. Also so schwer kann es als Ausbilder ja ned sein.
Als Ausbilder mag ich die kleinen Affen sehr. Mann kann ihnen Kunststückchen beibringen und sie vor anderen Kollegen auftreten lassen. <3
Kurze Klarstellung, damit mich Niemand falsch versteht:
Ich finds toll, dass die Azubis auf mich zukommen und mich als Ansprechpartner bei Fragen sehen! Das Michmich ist nur ein Augenzwinkernder Kommentar zur daraus entstehenden Arbeitslast, da ich manchmal gar nicht mehr zu meinen eigentlichen Aufgaben komme.
ich hab meinen ausbilder erstmals im zweiten lehrjahr gesehen. wohlgemerkt: gesehen, ich habe mich nichtmal mit dem unterhalten. wenn man was von dem wollte, war der immer beschäftigt. in vorbereitung auf die abschlussprüfung sollten ich und meine mitazubis dann ‘ne probebaustelle mit dem machen. er hat dann frühmorgens gesagt “macht erstmal das betriebsgelände sauber, bis wir hier licht haben”. ‘ne halbe stunde später is der für den rest des tages weggefahren. war sehr sinnbildlich für den rest der ausbildung.
Und dann gab es meine Ausbildung. Hast du einem der Assistenten eine fachliche Frage gestellt, bestand eine 50/50-Chance, entweder wurde dir diese beantwortet… oder es gab als Antwort ein “Denken sie doch mal selber ein bisschen nach!”
Ich wünschte, ich würde scherzen.
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