Sie wolle damit sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleibt. Während der Ausblick kurzfristig etwas tiefer als bislang sei, blieben die Erwartungen auf mittlere Sicht kaum verändert, sagte SNB-Präsident Martin Schlegel am Donnerstag zum neuesten Zinsentscheid. «Unsere neue bedingte Inflationsprognose ist in der kurzen Frist im Vergleich zum März tiefer», sagte Schlegel. «Mittelfristig ist sie gegenüber der Prognose vom März kaum verändert.»
Dem Inflationsdruck entgegenwirken
Nichtsdestotrotz befinde sich die Prognose über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität zwischen 0,0 und 2,0 Prozent, erklärte der SNB-Chef weiter. Wie Schlegel weiter sagt, sei der Inflationsdruck im zweiten Quartal gegenüber dem Zeitraum Januar bis März zurückgegangen. «Mit der heutigen Lockerung unserer Geldpolitik wirken wir dem tieferen Inflationsdruck entgegen.» Bei Bedarf sei die Nationalbank ausserdem weiterhin bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein.
Legende:
Mit dem Schritt auf null Prozent will die Nationalbank die Preisstabilität sichern und die Wirtschaft stützen.
Keystone/PETER SCHNEIDER
Der aktuelle Entscheid kommt nicht überraschend. Die meisten Ökonominnen und Ökonomen hatten im Vorfeld diesen so erwartet. Es handelt sich um die sechste Zinssenkung in Folge. Zur Erinnerung: Im März, Juni und September 2024 senkte die SNB den Leitzins um jeweils 25 Basispunkte, im letzten Dezember um 50 Basispunkte, im letzten März dann wieder um 25 Basispunkte.
Zuvor hatte die Notenbank ab Juni 2022 den Leitzins von damals -0,75 Prozent in nur fünf Schritten auf 1,75 Prozent gehievt. Der Grund war die markant gestiegene Teuerung, die sich seither wieder deutlich verringert hat und zuletzt sogar in den negativen Bereich gerutscht ist.