In den letzten Monaten war es eher ruhig, was Corona angeht. Eine solche Sommerwelle sei nicht aussergewöhnlich, sagt Volker Thiel. Er ist Virologe an der Universität Bern und Leiter der Abteilung Virologie am Institut für Virologie und Immunologie.
SRF News: Was bedeutet das, wenn in letzter Zeit weniger Corona-Varianten im Umlauf waren?
Volker Thiel: Das ist ein typisches Bild, das wir im Sommer nicht nur bei Corona, sondern auch bei anderen Respirationserkrankungen sehen. Dass wir die Häufung und den Peak meist in den Wintermonaten haben, dass es nach den Wintermonaten erst mal ruhig ist und dass es dann hier und da auch mal wieder höhere Ansteckungen gibt im Sommer.
Wie gut sind wir noch gegen Corona geschützt?
Die meisten Menschen hatten mehrere Impfungen oder mehrere Infektionen oder beides über die letzten fünf Jahre. Und das auch mit verschiedenen Impfstoffen, also mit verschiedenen Spikevarianten und verschiedenen Virusvarianten. Unser Immunsystem bildet sich immer besser aus. Wir sind also immer noch immun gegen die alten und bekommen mit neuen Infektionen oder Impfungen über die neuen Varianten dann quasi ein Update dazu.
Diese Variante soll nicht gefährlicher sein als bisherige. Wie sicher ist das, wo man doch noch gar nicht viele Daten hat?
Wenn eine Variante kommen würde, die sich wirklich deutlich unterscheidet, hätte man das zu dem Zeitpunkt schon deutlich gesehen. Natürlich ist die Überwachung, das Aufnehmen neuer Fälle, die Diagnostik, dass man überhaupt noch Tests macht in grossen Zahlen, reduziert. Aber man hätte schon deutlich gesehen, wenn was ganz Dramatisches passiert wäre.
Das Gespräch führte Yves Kilchör.