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Angriffe nehmen zu, warnt die EU. Notvorräte an Mineralien und Kabelreparatursets sollen Abhilfe schaffen.
Brüssel – Laut der EU-Kommission ist man stark von Importen kritischer Rohstoffe aus Nicht-EU-Ländern abhängig. So stammen beispielsweise 63 Prozent des für Batterien verwendeten Kobalts aus der Republik Kongo, 97 Prozent des Magnesiums und 100 Prozent der in Dauermagneten verbauten Seltenen Erden aus Nicht-EU-Ländern. 98 Prozent des in der EU eingesetzten Borats werden aus der Türkei importiert.
Deshalb hat die EU das „Europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen“ auf den Weg gebracht, das am 23. Mai 2024 in Kraft getreten ist. Ziel ist es, die Industrie in der EU konstant und nachhaltig mit kritischen Rohstoffen zu versorgen und ihre Abhängigkeit von einzelnen Ländern zu verringern.
EU will Vorrat an kritischen Rohstoffen aufbauen: Risikolandschaft verschlechtert sich
Nun will die EU offenbar noch einen Schritt weitergehen. Laut einem Medienbericht plant die Kommission die Einlagerung kritischer Mineralien sowie Reparatursets für Kabelbeschädigungen. Damit will man sich gegen mögliche Lieferunterbrechungen absichern.

Der Abbau und die Verarbeitung von Seltenen Erden liegen nahezu ausschließlich in chinesischer Hand. © Imago
„Die EU sieht sich mit einer zunehmend komplexen und sich verschlechternden Risikolandschaft konfrontiert“, zitiert die Financial Times (FT) am Samstag (5. Juli) aus einem noch nicht veröffentlichten Entwurf der Kommission. Diese werde geprägt von Konflikten, den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels, Umweltzerstörung sowie hybriden und Cyber-Bedrohungen, heißt es in dem Dokument. Das höhere Risiko sei auf die „zunehmenden Aktivitäten von Hacktivisten, Cyberkriminellen und staatlich geförderten Gruppen“ zurückzuführen.
Laut dem FT-Bericht fordert die EU-Kommission die Mitgliedstaaten darin auf, die Vorratshaltung von Lebensmitteln, Medikamenten und Kernbrennstoffen zu koordinieren. Die Behörde würde auch die Arbeit an Vorräten auf EU-Ebene beschleunigen. Genannt werden Kabelreparaturmodule, „um eine rasche Wiederherstellung bei Unterbrechungen von Energie- oder optischen Kabeln zu gewährleisten“, sowie Rohstoffe wie Seltene Erden und Permanentmagnete.
EU will sich auf Notfälle vorbereiten: Strategie für eine Bereitschaftsunion wurde im März vorgestellt
Die Kommission will auch regelmäßig aktualisierte Listen wesentlicher Güter erstellen, die auf jede Region und jede Art von Krise zugeschnitten sind. Zudem sollen die Mitgliedstaaten dem Privatsektor Anreize bieten, sich an der Bevorratung zu beteiligen, beispielsweise durch Steuergutschriften. Das Dokument soll in dieser Woche veröffentlicht werden, wobei noch Änderungen möglich sind.
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Es ist Teil der EU-Strategie für eine Bereitschaftsunion, die Ende März vorgestellt wurde. Damit soll die Fähigkeit Europas gestärkt werden, auf neu auftretende Bedrohungen zu reagieren. Die EU empfiehlt den Haushalten außerdem, einen Notfallvorrat anzulegen, der im Krisenfall das Überleben für mindestens 72 Stunden sichern soll.