Publiziert15. Juli 2025, 20:10
Luxemburg: LSAP kritisiert Umgang mit Schönheitsoperationen bei Jugendlichen
Zwei LSAP-Abgeordnete haben die Zunahme von Schamlippenverkleinerungen bei Minderjährigen angesprochen. Das Gesundheitsministerium nimmt Stellung.


Eine Nymphoplastie ist oftmals ein Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit.
Shutterstock (Symbolbild)
In einer parlamentarischen Anfrage haben die LSAP-Abgeordneten Paulette Lenert und Taina Bofferding die Zahl an jungen Mädchen angesprochen, die sich teils als Minderjährige zu einer Schamlippenverkleinerung (Nymphoplastie) drängen lassen. Diese Schönheitsoperation, bei der die inneren Schamlippen verkleinert werden, werde laut Lenert und Bofferding oft aufgrund von Druck aus dem sozialen Umfeld oder den sozialen Medien vorgenommen.
Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, seien für 2024 insgesamt 8467 chirurgische Eingriffe erfasst worden, jedoch keine einzige Schamlippenverkleinerung. «Der Grund dafür liegt darin, dass diese Eingriffe nur dann erfasst werden, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, was bei der Nymphoplastie nicht der Fall ist», so das Ministerium.
Das Thema sei bereits intensiv behandelt worden, wobei die medizinische Kontrollbehörde der Sozialversicherung (Contrôle médical de la Sécurité sociale) die medizinischen Kriterien überprüfe und die Kostenübernahme genehmige. Laut Deprez wurden die Überprüfungsbedingungen für Nymphoplastien, wie etwa die Begutachtung durch Fotos oder persönliche Untersuchungen, als zu invasiv angesehen.
Kostenübernahme soll Eingriffe «weniger attraktiv» machen
«Es stellt sich die Frage, ob die Allgemeinheit die Kosten für Operationen ohne medizinische Notwendigkeit übernehmen sollte?», fragen sich Lenert und Bofferding. Deprez wies dies entschieden zurück und erklärte, dass die fehlende Kostenübernahme für rein ästhetische Eingriffe dazu beitrage, «diese Eingriffe weniger attraktiv zu machen». Demnach würden die Kosten vollständig von der versicherten Person getragen.
Laut Ministerium haben sich im Jahr 2024 7023 Personen, die bei der CNS versichert sind, einem medizinisch notwendigen chirurgischen Eingriff unterzogen. Dies sei ein leichter Anstieg im Vergleich zu den Jahren 2023 (6761) und 2022 (6290). «Mehr als 80 Prozent dieser Eingriffe betrafen therapeutische Behandlungen an Haut und Weichteilen, mit Ausnahme der Brustdrüse». Bei 224 Eingriffe handelte es sich um eine Brustrekonstruktion, bei 174 um eine Veränderung des Brustaussehens und bei 26 um therapeutische Eingriffe an der Brustwarze.
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