Britische und US-amerikanische Spionageflugzeuge nähern sich Russland zeitgleich von zwei Seiten. Die Nato demonstriert Stärke – auch wegen zunehmender Spannungen mit Moskau.
Am Montag dieser Woche flogen zwei Aufklärungsflugzeuge der Nato in Richtung Russland. Laut Flugdaten näherten sich die britische RC-135W der Royal Air Force und ein US-amerikanischer RC-135V der US Air Force dem Land von zwei Seiten in einer Zangenbewegung: Der britische Jet erkundete die Küste bei Murmansk, während das US-Flugzeug den Luftraum nahe der russischen Exklave Kaliningrad umkreiste. Beide Maschinen hielten sich dabei außerhalb des russischen Luftraums. Die Einsätze gelten als Teil der Nato-Strategie zur verstärkten Überwachung der russischen Westgrenzen.
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Die britische Maschine hob am Montagmorgen vom RAF-Stützpunkt Waddington in Lincolnshire ab, überflog Skandinavien und erreichte das Gebiet der Barentssee nahe Murmansk. Anschließend kehrte sie um und flog entlang der Küste nach Großbritannien zurück. Nur Minuten nach dem Briten-Jet flog das US-Flugzeug mit dem Rufzeichen „JAKE17“ von Mildenhall über mehrere Nato-Staaten bis in den baltischen Luftraum, wo es die Gegend um Kaliningrad überwachte. Kaliningrad gilt im Falle einer Eskalation als Brennpunkt zwischen Russland und der Nato.
Sicherheitsexperten sehen Parallelen zur Zeit des Kalten Kriegs. Damals gehörten solche Einsätze zum Alltag, heute sind sie seltener, dafür gezielter. Wie ein Analyst gegenüber Newsweek betonte, seien Flüge über die Barentssee früher regelmäßiger gewesen, da die sowjetische Marine dort eine bedeutende Rolle spielte. Heute dient die Luftaufklärung der Nato vor allem als Abschreckung und als Reaktion auf zunehmende Provokationen russischer Jets an der Nato-Ostflanke.