Die israelische Armee hat eine Kampfpause in Teilen des Gazastreifens angekündigt. Dort sollten sichere Routen für Konvois mit humanitären Hilfslieferungen ausgewiesen werden.27.07.2025 | 0:29 min
Wadephul: “Schritte in die richtige Richtung”
Sie sind das Ergebnis auch meiner zahlreichen direkten Gespräche und klarer Forderungen der letzten Tage.
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Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Wadephul weiter: “Gleichzeitig bleibt die Lage in Gaza unerträglich. Hilfe muss jetzt sicher, vollständig und verlässlich ankommen und Hamas muss endlich die Geiseln freilassen. Ein umfassender Waffenstillstand ist dringend nötig.”
Israel kündigt begrenzte humanitäre Feuerpausen an
Wenige Stunden zuvor hatte das israelische Militär angekündigt, bis auf Widerruf jeden Tag von 10 bis 20 Uhr Ortszeit eine selbst erklärte humanitäre Feuerpause in Teilen des Gazastreifens einzuhalten. Die Pause gelte in den Gebieten, in denen die Armee nicht operiere: Al-Mawasi im Südwesten des abgeriegelten Küstenstreifens, in Deir al-Balah im Zentrum sowie in der Stadt Gaza im Norden.
Ferner würden von 6 bis 23 Uhr Ortszeit Korridore eingerichtet, um die sichere Durchfahrt von Konvois der UN- und anderer Hilfsorganisationen zu ermöglichen, die Lebensmittel und Medikamente an die Bevölkerung im gesamten Gazastreifen liefern und verteilen, teilte die Armee weiter mit.
Es fehlt an Hilfsgütern: Laut Welternährungsprogramm leiden 470.000 Menschen in Gaza unter extremem Hunger. Hilfsorganisationen berichten von einer verzweifelten humanitären Lage.26.07.2025 | 1:14 min
Merz telefoniert mit Netanjahu
Der Bundeskanzler brachte seine große Sorge zur katastrophalen humanitären Lage in Gaza zum Ausdruck.
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Stefan Kornelius, Regierungssprecher
Netanjahu müsse alles in seiner Macht Stehende unternehmen, um umgehend einen Waffenstillstand zu erreichen. Hilfe müsse die Zivilbevölkerung schnell, sicher und im gebotenen Umfang erreichen.
Den von der israelischen Regierung angekündigten Maßnahmen müssten nun rasch substanzielle weitere Schritte folgen.
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Stefan Kornelius, Regierungssprecher
Israel reagiert auf internationale Kritik
Israel reagierte mit seiner Ankündigung auf weltweit wachsende Kritik auf seine Kriegsführung im Palästinensergebiet. Seit der Beendigung einer Waffenruhe durch Israel im März sind nur noch wenige Hilfsgüter dorthin gelangt.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte zuletzt vor einer tödlichen Hungerkrise unter den rund zwei Millionen Bewohnern des Gazastreifens. Israel bestreitet die Gefahr einer tödlichen Hungerkrise und spricht stattdessen von einer “Kampagne” der islamistischen Hamas. Diese hatte mit ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 eine weitere Eskalation des Nahost-Konflikts ausgelöst.
26.07.2025 | 2:56 min
Der Bericht stelle zwar heraus, dass “bei einigen kleinen Hilfsorganisationen durchaus die Hamas mal zugegriffen hat”, aber eben nicht beim großen System der UN. Denn dabei werde sichergestellt, dass die gesamte Lieferkette in Händen der Vereinten Nationen bleibe.
Dass Israel behaupte, dass von UN-Hilfslieferungen etwas an die Hamas ginge, “zeigt eben auch das Verhältnis von Israel zu den Vereinten Nationen”, so Walpot. “Israels Regierung möchte nicht, dass die Vereinten Nationen dort weiter Hilfsmittel verteilen, aber dieser Bericht wird sie unter Druck setzen.”
In Israel gebe es nun zumindest “einige Hinweise darauf, dass man das System nicht mehr so weiterführen kann wie bisher”. Die Armee habe bereits seit Monaten in internen Sicherheitssitzungen “ganz klar ihre Bedenken geäußert, dass das System nicht funktioniert”. Über diese Warnungen habe sich die Regierung aber hinweggesetzt. Nun seien jedoch eine neue Luftbrücke und Hilfskorridore angekündigt. “Offenbar kommt da etwas in Bewegung. Wie effizient das dann ist, müssen wir in den kommenden Tagen sehen”, so Walpot.
Auch Hilfsgüter aus der Luft abgeworfen
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben auch Hilfsgüter aus der Luft über dem Gazastreifen abgeworfen. Einer Erklärung der Armee zufolge enthielt die erste Hilfslieferung sieben Paletten mit Mehl, Zucker und Lebensmittelkonserven.
Er habe sich bei seinem Besuch im Gazastreifen macht- und hilflos gefühlt, sagt Pierbattista Kardinal Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem. “Wir müssen etwas tun.”25.07.2025 | 6:07 min
Die Aktion werde in Abstimmung mit internationalen Hilfsorganisationen durchgeführt, hieß es. Palästinensische Quellen bestätigten der Nachrichtenagentur Reuters den Abwurf von Hilfsgütern. Auch israelische Medien berichteten unter Berufung auf palästinensische Quellen darüber.
Die Lieferung über den Luftweg gilt Helfern zufolge als die teuerste und ineffektivste Form humanitärer Hilfslieferungen – auch, weil es dabei meist um relativ geringe Mengen geht.
Nahost-Konflikt
:Aktuelle Nachrichten zur Eskalation in Nahost
Israels Armee geht seit dem Terrorangriff der Hamas militärisch im Gazastreifen vor – die Verhandlungen in Katar über eine Waffenruhe wurden abgebrochen. Die Entwicklungen im Blog.
Liveblog
Quelle: dpa, AFP, Reuters