Studie: Sozialer Abstieg begünstigt Hinwendung zu Rechtspopulisten

by PhoenixTin

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  1. Bestätigt, dass es eine einfache und wirksame Möglichkeit gäbe, der AfD den Nährboden zu nehmen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht schon seit Jahrzehnten beständig auseinander, für ärmere bis durchschnittliche Leute wird das Leben immer teurer. Es ist bekannt, aber der Staat steuert nicht gegen. Die Maßnahmen, die helfen würden, sind jetzt nicht so schwierig herauszufinden. Blöd nur, dass wir in einer von Reichen und Alten dominierten Gesellschaft leben, die sich dagegen mit Händen und Füßen wehren.

  2. Mit der Abschaffung der 8-Stunden-Arbeitstage haben alle wieder mehr Geld in der Tasche, dann wird es wieder gut.

  3. lol
    Ein überraschtes Raunen geht durch die Politik, das hätte ja keiner ahnen können. Ab jetzt wird alles anders…

  4. Der Aufstieg des Rechtspopulismus ist ein Symptom des Neoliberalismus. Die Leute sind durch ihren sozialen Abstieg frustriert und wissen nicht so recht wohin mit dem Frust, bis sie von Rattenfängern aufgegabelt werden, die ihnen sagen, die bösen humanitär Schutzsuchenden seien schuld.

  5. Natürlich. Wenn Migranten gefühlt die gleiche finanzielle Unterstützung erhalten wie ~richtige~ Deutsche muss man sich nicht wundern. In deren Augen verdienen sie das nicht und es ist eine Neiddebatte ohne Aussicht auf Erfolg. Das frustriert. Dazu kommt noch… warum soll ich für die paar Kröten mehr um 6.ooh Aufstehen und mich krummbuckeln?

    Warum bekommen die alles und WIR nicht!?

    Wenn denn dann noch geschickte Agitatoren die richtigen Worte an diese Menschen richten entsteht daraus eine Bewegung.

    Die Antwort ist nicht ALLE Transferleistungen für ALLE zu erhöhen denn die Gleichbehandlung bleibt und Arbeit lohnt sich noch weniger. Das macht die AFD nur noch stärker.

    Dank linker Politik haben wir diese Situation.

    Abgesehen davon das superreiche zu wenig Steuern zahlen und Abschreibungsmöglichkeiten nutzen können, die wir Normalos Dank wenig Einkommen gar nicht nutzen können, kostet dieses Sozialsystem zu viel und leistet zu wenig um die Nichtarbeitenden ans Arbeiten zu bekommen.

  6. Überraschend das simple Phrasen ohne jemals eine Lösung zu bieten vulnerable Massen abholt. So ungefähr muss das Erfolgspatent zwischen Rentnern und der CDU funktionieren.

  7. Wird noch deutlich schlimmer werden, da es seit Jahren kaum noch Wachstum gibt. Alle Versprechungen von Boosts durch Migration oder der grünen Transformation haben sich als Enten erwiesen.

  8. > Die Untersuchung zeige zugleich, dass Menschen mit Abstiegserfahrung zwar ein geringeres Vertrauen in Politiker haben und weniger zufrieden mit der Demokratie sind, aber keine stärkere Fremdenfeindlichkeit oder Ressentiments gegenüber Geflüchteten entwickeln. […] Wer fällt, fühlt sich vom politischen System eher im Stich gelassen und sucht nach Alternativen

    Klingt ein bisschen nach ganz simpler “Rache” an den etablierten Parteien: “Ihr habt mich im Stich gelassen, dann fackeln wir die Bude halt einfach ab.” Und die AfD vermarktet das ja auch ganz gezielt – angefangen von ihrem Namen bis hin zu Botschaften wie “wir werden sie jagen”.

    Natürlich könnte man die Linke wählen, um sich z.B. effektiv für niedrigere Mieten einzusetzen, aber das zu tun würde erst einmal das Vertrauen voraussetzen, dass die Politiker tatsächlich umsetzen, was sie versprechen. Da haben zig Jahrzehnte CDUPD eben einen entsprechenden Schaden hinterlassen.

  9. Nicht überraschend.

    Aber es führt gerade bei der SPD zu dem Fehlschluss, dass mehr soziale Transfers den Erfolg rechtspopulistischer Parteien mindern könnten.

    Selbstwirksamkeit ist das Entscheidende. Sagt glaube ich auch Steffen Mau.

    Also eine wettbewerbsorientierte Wirtschaftspolitik, die Leistung belohnt. Wenig Abgaben, um Aufstieg zu ermöglichen.

  10. Wir sollten die Renten erhöhen, damit wird es besser. Ganz bestimmt.

  11. viele wollen einfach keine Massenmigration mehr, wenn ich mich in meinem Umfeld so rumhöre,dann spielen viele mit dem Gedanken die Afd zu wählen, weil sie Remigration, Abschottung, sichere Grenzen etc. verspricht aber niemand weil er soziale Abstiegsängste hat. Arbeiterklasse alle so um die 35 spielen im gleichen Fussballverein wie ich.

  12. Das Spannende an D ist ja, dass sie sich zu einer Partei wenden, die den sozialen Abstieg verstärkt und beschleunigt.

  13. Bitte schaut doch mal in die Studie…

    Fast alles was hier diskutiert wird hat überhaupt nichts damit zu tun, oder interpretiert sie völlig falsch. Ganz am Thema vorbei.

    Das Paper untersucht und bestätigt, dass Abstieg bezüglich des sozialen _beruflichen_ __Status__ (es geht nicht um Einkommen etc.) _gegenüber den Eltern_, insbesondere starker Abstieg um 2 oder 3 Stufen, zu stärker rechtem Wahlverhalten (begründet durch mehr Elitenfeindlichkeit und Demokratiefeindlichkeit nicht Xenophobie) etc. führt. D.h. primär ein Abstieg von sehr weit oben, nach weit unten oder ganz unten. Eltern Chefarzt oder Manager (bestimmt zum Alter von 14 des Kindes), Kind heute angelernte Kraft oder einfacher Arbeiter, das wäre ein Abstieg um 3 oder 2 Stufen im Status in diesem paper.

    Aber – selbst in der Gruppe mit dem extremstem Abstieg um 3 Stufen – heißt das statt 8% Wähler von rechtsextremen Parteien ohne Änderung des beruflichen Status, 12% in dieser massiv abgestiegenen Gruppe, bei 2 Stufen sind es 11%. D.h. selbst bei dem massiven Abstieg um 2 oder 3 Levels, gibt es “nur” eine Zunahme um bis zu 50%.

    Diese Studie erklärt damit nur einen winzigen Teil der Zunahme der AfD-Wählerschaft. Insgesamt sehen die Autoren, die Zunahme insgesamt auch etwas stark multifaktorielles.

    Und es geht da auch überhaupt nicht darum, dass es sozial und wirtschaftlich auseinander driftet – “die Schere zwischen Arm und Reich” – wenn es einem beruflichen Level besser oder schlechter geht, oder ein Mangel an Mobilität vorliegt. Es geht um Änderungen des beruflichen Status, primär von Chef- und Mangerebene runter auf einfache Angestellten- oder Arbeiterebene. Etwas weniger Abstiege um nur eine Stufe, da ist die Zunahme von rund 8% auf rund 9,5%.

    “Mein Vater war Facharbeiter, und ich bin Facharbeiter, er konnte damit früher eine Familie ernähren und ein Haus bauen, ich kann das heute nicht”, ist im Sinne der Studie _kein_ Abstieg im sozialen beruflichen Status.

    Der Abstieg aus den oberen zwei Klassen, vor allen Dingen um mindestens zwei Klassen nach unten, führt zu einer stärkeren Ablehnung von Eliten (wundert mich nicht, wenn man aus der Elite rausgefallen ist) und Demokratie, aber nicht zu mehr Fremdenhass.

    Es geht nur um langfristige intergenerationelle Effekte (Vergleich beruflicher Status Eltern als Kind 14 war zu beruflicher Status Kind heute), kurzfristige Effekte und Effekte innerhalb einer Generation werden nicht betrachtet.

    Die Studie war auf eine lange Zeit ausgelegt, und betrachtet für Deutschland Wähler der Republikaner, NPD und AfD. Eine saubere Analyse auf Länderebene oder für einzelne Parteien gab es nicht (auch aufgrund der unzureichenden Daten).

    Ich habe nicht die gesamte Studie gelesen, dafür habe ich nicht die Zeit, sondern nur überflogen, die ist sehr lang, es ging mir nur darum darzustellen, was da überhaut untersucht wurde und was grob die Ergebnisse waren. Zur Qualität, Details etc. kann ich nichts sagen.

    https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/00104140251349663

  14. Ja, natürlich ist das so. Deshalb wäre es ja auch so unglaublich wichtig, dass die aktuelle Regierung nicht nur Symbolpolitik und Kulturkampf, sondern mal eine reale Politik für die Menschen betreibt. Alles, was im Koalitionsvertrag aber für die Menschen gedacht ist (Stromsteuer runter, Einkommensteuer runter) steht aber unter Finanzierungsvorbehalt – oder mit anderen Worten – wird nicht kommen. Stattdessen wird Politik GEGEN Menschen gemacht – insbesondere gegen die Ärmsten der Armen (Flüchtlinge abschieben statt in Arbeit bringen, Vermittlungsvorrang beim Bürgergeld statt Qualifizierung). Ach ja und wie es sich für eine neo-liberale Gerontokratie gehört verteilen wir fleißig von arm zu reich und von jung zu alt. Und am Ende wundern sich alle, warum die AfD in Ostdeutschland bei 40% liegt und die Leute den Glauben an die Demokratie verlieren.

  15. Was für eine Überraschung 😉🤣. Hätte man auch Hannah Arndt lesen können. Sie hatte das schon vor Jahrzehnten in ihrem Buch “Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft” (Erstausgabe 1951) erklärt. Aber gut, jetzt haben wir auch eine Studie darüber, die das bekräftigt.

    Ich hoffe, die Politik lernt daraus!!! (Falls ein Politiker hier ist. 🤣) Das gruselige daran ist, dass die Politikwissenschaftler die die Politiker in ihrem Handeln beraten, das ja auch wissen und ihnen das sicherlich auch mitteilen. Aber aus Eigeninteresse  wird es einfach ignorieren. Naja, wer eine Partei unter der Leitung eines Multimillionärs wählt, hat halt auch nichts anderes gewollt. #BlackrockMerz 

  16. Wenn doch Politiker nur versuchen würden etwas für die Leute zu tun. Aber nein lasst uns noch mehr Bürgergeld streichen, Renten hoch und noch bissl Chat kontrolle mit rein

  17. Wäre die Erkenntnis, dass untere soziale Schichten vermehrt Rechts wählen nicht mal ein Anreiz, für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen? Also wieder den Klassenkampf statt den Kulturkampf betreiben?

  18. Wie viele Studien dazu braucht es denn noch? Es interessiert die Marktradikalen offensichtlich einen Scheissdreck. Laut Poschardt geht es den Armen schließlich noch nicht schlecht genug.

  19. Joa und die CDU will das Bürgergeld kürzen und dann was von inhaltlich stellen erzählen.

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