
Auslöser meiner Frage ist folgender Fall: [https://noe.orf.at/stories/3135163/](https://noe.orf.at/stories/3135163/)
Ein Alkolenker fährt einen Radfahrer nieder und begeht anschließend Fahrerflucht. Der Radfahrer ist anschließend gestorben. Das ist gleich doppelt schlimm, denn vielleicht hätte er noch gerettet werden können, wenn der Alkolenker den Notruf gewählt hätte.
Einige Monate später das Ergebnis vor Gericht: [https://noe.orf.at/stories/3154040/](https://noe.orf.at/stories/3154040/)
**9 Monate auf Bewährung + 720€ Geldstrafe!** Ich verstehe nicht wie das abschreckend wirken soll? Da fährt man jemanden tot, versucht nicht mal zu helfen oder zumindest Hilfe zu rufen und kommt mit einer Bewährungsstrafe davon.
Daraus kann man eigentlich nur eines lernen: Sollte man jemanden umbringen wollen, ist es am besten ihn alkoholisiert zu überfahren. Dafür scheint es die mildeste Strafe zu geben.
38 comments
Umbringen wollen und fahrlässige Tötung sind zwei verschiedene Sachen. Zwischen den Beiden sollten wir schon differenzieren
>Dafür scheint es die mildeste Strafe zu geben.
Das is lediglich so weils keinen Tötungsvorsatz gehabt hast, wennst jetzt dein “Erzfeind” übern Haufen fährst, is des glei ganz was anderes.
Es gehört 0.0 Promille für alle. Wer saufen will kann auch zu Fuss gehen, sich um ein Taxi kümmern oder Öffi fahren
Solange Bußgelder und Strafen nicht Vermögens- und Einkommensabhängig sind, sind sie sowieso zu niedrig. Irgendwenn gibt’s immer der Reich genug ist, für den das dann keinen großen Verlust bedeutet.
Und ja, auch 9 Monate Bewährung für den beschriebenen Fall ist keine ernstzunehmende Strafe.
Edit: bedingt auf Bewährung geändert
Edit2: es sind 180 Tagessätze für den Täter
Ja. Die gehören lebenslänglich weggesperrt.
>Ein 63-Jähriger Alkolenker
Echt geil, wenn alte Säcke junge Menschen umfahren. Mir fehlen die Worte
Abgesehen davon, dass ich auch finde, dass man, vorallem am Land, härter, viel höher und vorallem öfters bei Alkoholdelikten strafen sollte, um was geht’s jetzt:
Du regst dich über einen Zeitungsartikel auf über einen Fall wo du kaum Informationen hast. Er würde von einem Richter verurteilt, ich bin mir sicher der weiß was er tut…
Auf den werden noch genug Zivilprozesse zukommen. Die Versicherung wird sich regressieren und die Angehörigen des Getöteten haben auch noch Ansprüche. Da wirds nicht bei den 720€ bleiben.
5 Jahre Haft und 10.000 € für die Familie des Verstorbenen fände ich, wären deutlich angemessener.
Strafen können und sollen auf den Menschen gar nicht abschreckend wirken.
Wenn du etwas verbotenes machst, hast du nicht Angst vor der Strafe, sondern vom erwischt werden.
Das gesagt, in dem Fall ist die Strafe natürlich ein Scherz
Mal abgesehen dass die Haftstrafe imo viel zu kurz ist und dann auch noch nur Bewährung, was soll bitte diese lächerliche Geldstrafe sein?
Für jeden der Halbwegs in der Mittelschicht ist ist das weniger wie ein halbes Monatsgehalt. Da der Herr 63 ist wird der auch kein Einsteigehalt mehr verdienen.
720 € ist eine Beleidigung für die Angehörigen.
Es ist immer schwer zu beurteilen, wenn so wenig Informationen vorliegen. Einmal hatte er 0,58 Promille, dann wieder 1,16. Es war im Dezember um 18:30, war der Radfahrer beleuchtet? Genug Fragen, damit hier keine endgültige Entscheidung über die Berechtigung der Strafhöhe erreicht werden kann.
Natürlich hat der Fahrer falsch gehandelt, das ist ganz klar, die Frage ist in welchem Rahmen.
Du darfst nicht vergessen, dass es hier auch eine Zivilrechtliche Komponente gibt.
Wenn der Verstorbene eine Familie hatte, ist es gut möglich dass der Täter ein Leben lang der Familie monatliche Unterhaltsbeiträge zahlen muss bis zum Existenzminimum.
Ich verstehe schon, dass das absurd klingt, und traue mich auf die Schnelle ohne die ganzen Umstände zu kennen kein Urteil zu.
Aber zu “abscheckend” kann man sagen, so funktioniert das grundsätzlich nicht.
Der Alkolenker hat sich sicher nicht gedacht, für 9 Monate auf Bewährung mache ich das und bringe den um, aber für 60 Monate.. lieber net. So funktionieren das nicht…
Ich finde die Strafen passen schon, aber man müsste halt viel mehr abstrafen, mehr kontrollieren und nicht immer nur dann Strafen wenn schon was passiert ist.
Wie ich den Artikel gelesen habe, hatte ich schon mit einem Reddit Beitrag gerechnet.
Ich finde die Konsequenzen auch zu niedrig ABER ich halte auch nichts davon, dass man die Leute ewig wegsperrt.
Ich wäre für weitere Konsequenzen im Sinne von:
* Lebenslanger Führerscheinentzug
* Sehr viele Sozialstunden
* Alkoholtherapie
* Monatliche Beiträge an die Opfer/in einen Fonds
Solche Dinge haben meines Erachtens mehr Sinn. In meiner Vorstellung führt es auch zum Umdenken, denn Leute die besoffen fahren sind meist in derselben Partie. Wenn der Karl seit 5 Jahren nicht mehr fahren darf, weil er betrunken erwischt wurde, dann wird der Hans nach der Schnapsen-Partie vielleicht nicht mehr ins Auto steigen..
Ich finde selbst wenn man niemandem geschadet hat sollte man mindestens 3 Monate auf Bewährung bekommen wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wird! Was rücksichtsloseres gibt es einfach nicht
Die Lernpsychologie lehrt, dass eine Verhaltensänderung nicht über die Stärke der negativen Verstärkung (also die Höhe der Strafe) erzielt wird, sondern über die Häufigkeit des Eintretens dieser negativen Verstärkung.
Soll heißen: Viel wichtiger als die Strafhöhe wäre es, viel viel öfter zu strafen. Das geht halt nur über viel viel mehr Kontrollen. Und das ist halt politisch schwer durchzusetzen.
Ist auch logisch. Wenn du nie erwischt wirst, is es dir wurscht, wenn die Strafe Recht hoch ist. Wenn du aber dreimal pro Woche beim Schnellfahren erwischt wirst, dann genügen auch 10 Euro Strafe, damit du es dir irgendwann anders überlegst.
Mandatory Minimums bei Drogenvergehen haben das Problem in den USA auch nicht gelöst…
ich finds halt abartig, dass ein menschenleben mit 9 monaten und 720€ bemessen wird.
Tötungsvorsatz hin oder her: besoffen wen zamführen = mord!
als erschwernis sehe ich hier die zusätzliche fahrerflucht! die sache mit dem reh glaub ich keine sekunde.
Im Vergleich hier übrigens ein Urteil gegen einen Sportler, wo auch ein Mensch gestorben ist + eine zweite Person schwer verletzt wurde:
https://www.laola1.at/de/red/wintersport/snowboard/benjamin-karl-wegen-toedlichen-verkehrsunfalls-vor-gericht/
3 Monate Bewährungsstrafe
Unterschiede:
– keine Fahrerflucht
– nicht angetrunken gefahren
So gesehen wurde der Alkolenker dreimal so hart bestraft.
Ist das in diesem Kontext dann eine harte Strafe? (Keine Beurteilung von meiner Seite, bin auf eure Meinungen gespannt)
Ich find ja auch, das war nicht nur grob fahrlässige Tötung sondern auch unterlassene Hilfeleistung, zusätzlich zum Fahren unter Alkoholeinfluss.
Haftpflichtversicherung hat eh jeder Autofahrer also sollte mMn mal ein richtig saftiges Schmerzensgeld für die Angehörigen her. Des Weiteren Führerscheinentzug für lange Zeit, zB. 5 Jahre. Zusätzlich eine Strafe, wo ich eher nicht für Gefängnis bin sondern sowas wie eine gewisse Zeit (1-2Jahre) 8 Stunden/Woche Dienst in einer gemeinnützigen Einrichtung o.ä. die mit der Art des Vergehens zusammenhängt. In dem Fall irgendwas mit Verkehrssicherheit, oder vielleicht eine Reha Anstalt, je nach Eignung der Person.
Gefängnis bringt halt niemandem was wenn die Person nicht generell eine Gefahr für die Allgemeinheit ist (Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder,…)
Die andere Seite vom ganzen ist halt: Umso niedriger die Strafen umso wahrscheinlicher isses dass man Hilfe ruft
Naja, 9 Monate auf Bewährung ist ja nur weil er Erstäter ist. Man muss immer das große Ganze sehen. Strafen sollen vor allem dafür sorgen, dass das Leben des Verurteilten in gerade Bahnen gelenkt wird und nicht wieder straffällig wird. Denn nur so kann man weiteres Leid verhindern.
Sperrst du jemanden der eh schon Alkoholprobleme hat für sagen wir mal 2 Jahre ein, weil er fahrlässig gehandelt hat, dann kann ich dir garantieren, dass der Typ komplett abstürzt, weil er alles verliert und nach 2 Jahren dann komplett am Sand ist wenn er rauskommt. Die Folgen für das Sozialsystem und den Junkie, der dann sein Leben lang Straftaten begeht müssen wir dann alle tragen.
In solchen Fällen wo es noch Hoffnung gibt sollte man eher auf scharfe Korrekturmaßnahmen im Sinne von Sozialstunden, Suchttherapie etc. setzen. Haftstrafen sind eher bei skrupellosen Vorsatzdelikten angebracht, wie Raub, Totschlag, Vergewaltigung, Schwere KV etc. Diese Täter wissen ja genau über die Folgen ihrer Taten bescheid und es ist ihnen scheiß egal.
Definitiv. Meinem Schwager wurde schon 2x der Schein abgenommen, vor einigen Wochen hat man ihn wieder mit 0,6 angehalten, was für seine Verhältnisse noch wenig ist.
Solche Leute haben hinter dem Steuer eines Fahrzeuges nichts zu suchen. 0,0 Promille, Geldstrafen die richtig weh tun und Führerscheinentzug auf Lebenszeit für Wiederholungstäter.
Er nimmt es doch in kauf! Er hofft aber dabei, dass es nicht passieren wird und will diesen daher nicht herbeiführen.
Schau dir mal die Abgrenzung zwischen bedingtem Vorsatz und bewusster Fahrlässigkeit an.
9 Monate wären schon viel zu wenig aber dass es 9 Monate sind nachdem der Typ auch Fahrerflucht begangen hat find ich echt schlimm
Uff wenn laien über rsp diskutieren
Ob die Strafen für Alkolenker zu niedrig sind, ist halt ein sauschweres Thema. (Abgesehen davon dass man aufgrund von Alkohol am Steuer wen umbringt, des steht außer Frage dass des scheiße und unnedig is)
Es wird ab dem Zeitpunkt schwierig wo man sich ansieht wie die Leute unterschiedlich Alkohol vertragen. Jeder wird es kennen, dass man manchmal nach 2 Bier einen Vollrausch hat und manchmal nach 3-4 noch nix.
Ich steig selbst mit maximal 2 Bier ins Auto, sonst lass ichs stehen. Wenn ich an leichten Spitz hab steig ich auch ned ein. Trotzdem fürcht ich mich vor einer Kontrolle weil ich die Strafe (wennst leicht drüber bist!!) einfach zu hoch find. Da wird mit einem Schwert für alle gerichtet, geht halt aber auch ned anders.
Abschreckung ist auch keine Methode.
Man hat tausende Jahre die Leute versucht abzuschrecken Böses zu tun indem man ihnen gesagt hat sie kommen für ewig (also verdammt lange) in die Hölle.
Schlussfolgerung: Abschreckung funktioniert nur sehr bedingt.
Ich bin deswegen ganz der Meinung des Users “TheFamousSpy”:
Keiner kann einen Toten wieder zum Leben erwecken. Aber trotzdem gibt es sinnvolle Maßnahmen wie diese Menschen doch Verantwortung übernehmen sollen.
Knast ist jedenfalls keine davon. Es ist ein Mensch gestorben. Damit zu leben zu müssen ist schon eine Strafe in sich.
Führerschein sollte kein Thema mehr sein für so jemanden. Bei der Pflege von Unfallopfern helfen zu müssen kann vielleicht ein Umdenken bewirken.
Strafen dafür sind viel zu wenig:
Besser wäre:
Kontrolle erwischt: 1. mal 1 Jahr Führerschein Entzug, 2. mal 10 Jahre und 3. mal dauerhaft. Beim Unfall: Behandlung vor Gericht wie eine absichtlich begangene Straftat (Sachbeschädigung, Körperverletzung oder Totschlag)
Es sind generell die strafen viel zu niedrig bzw sie sollten einkommens oder vermögensabhängig sein. Die art wie das autofahren subventioniert wird is ein einziger witz.
Stimme zu, klingt nach einem viel zu milden Urteil, nachdem es eigtl. fahrlässige Tötung ist. Andererseits regelt man mit dem Strafhebel bei solchen Delikten ohnehin schon zu spät, ich wäre eher mal dafür, dass wir Strafen für Alkohol am Steuer wie in Schweden einführen, wo 0,2 Promille Grenze gelten, und sofort Strafen wie 12 Monate Fahrverbot ab dieser Grenze losgehen.
Hierzulande ist mit den laxen Regelungen Alkoholismus im Verkehr immer noch ein Kavaliersdelikt. Und eine Grenze, die man nicht einfach selbst messen kann, ist ja auch relativ sinnlos (es wird einem damit ja praktisch die Verantwortung gegeben, die eigene Fahrtüchtigkeit einzuschätzen, während man eben unter Drogeneinfluss steht).
wtf und nach 3 bier am radl aufghalten werden zahlst mehr
Wow, sowas macht halt echt wütend.
Es gibt schon Argumente für geringe Strafen und kA, was das beste ist, aber nach Gerechtigkeit schaut das halt nicht aus.
In Relation zu anderen Dingen erscheint mir das auch zu wenig. Andererseits würde ich Haftstrafen generell in vielen Fällen abschaffen, weil sie meistens kontraproduktiv sind. Vom Einsperren ist noch kaum einer gescheiter geworden. Und die Präventivwirkung, dass deswegen weniger Leute besoffen fahren, geht auch nahe Null.
Der Ueberschrift nach dachte ich an Fahren unter Alkoholeinfluss. Hier finde ich die Strafen passend bis hoch – alleine die Frequenz mit der man kontrolliert wird ist einfach zu niedrig.
Im Falle eines Unfalls bin ich dafuer, dass die Alkoholisierung bestenfalls keinen Einfluss auf die Strafhoehe haben sollte. Eigentlich sollte die Alkoholisierung strafverschaerfend dazukommen.
Allerdings bin ich generell gegen “drakonische” Strafen, wie sie bei derlei Delikten in Foren meist gefordert werden. Eine Haftstrafe von zB einem Jahr (also echt, 12 Monate hinter Gittern) und ein mehrjaehriger Fuehrerscheinentzug kann es aber schon sein, IMO.
Also Ich nehme an so ca. 30-40 Prozent der Leute mit Führerschein die Ich kenne sind schon Mal besoffen erwischt worden.
In Österreich gibt man mit sowas halt irgendwo auch noch an anstatt es zu verschweigen da Alkohol in unserer Gesellschaft einen erschreckend Hohen gesellschaftliche Stellenwert hat.
ich wäre dafür das man die strafen erhöht. wie wäre es mit Führerscheinentzug von 5-10 jahren + geldstrafen von mehreren 10.000 euro. das wirkt abschreckend! 720€ strafe da lachen doch die Hühner 🤐