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Ein Blick auf den Pazifik zeigt, warum unser Wetter bald ganz anders verlaufen könnte – Experten warnen vor weltweiten Folgen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Tausende Kilometer entfernt von Europa spielt sich derzeit ein Schauspiel ab, das kaum jemand mit bloßem Auge wahrnehmen kann – und doch könnte es unseren Wetter-Alltag schon in den kommenden Monaten dramatisch verändern. Meteorologen und Klimaforscher sprechen von ENSO, dem El Niño-Southern Oscillation Phänomen, das in unregelmäßigen Abständen die Oberflächentemperaturen des tropischen Pazifiks beeinflusst.

Ein Auto und ein LKW fahren im dichten Schneetreiben über die Bundesstraße 317 nahe Feldberg.

Welche Überraschungen hält der kommenden Winter 2025/26 für uns in Deutschland bereit? © picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Während El Niño für ungewöhnlich warme Meeresoberflächen sorgt, bringt La Niña kühlere Bedingungen mit sich. Beide Zustände verändern globale Strömungsmuster in der Atmosphäre, beeinflussen Monsune, Wirbelstürme, Dürreperioden und auch die Winter in Europa. Genau deshalb blicken Fachleute derzeit gebannt auf den Pazifik, denn die jüngsten Beobachtungen deuten auf ein abruptes Umschalten des Systems hin, das weitreichende Folgen haben könnte.

Ein unsichtbares Phänomen im Pazifik: Wenn ferne Wellen unser Winter-Wetter bestimmen

Die Mechanismen sind komplex, aber die Grundidee ist verblüffend einfach: Verändert sich die Temperatur im tropischen Pazifik, verschiebt sich die gesamte Zirkulation der Atmosphäre. Das hat zur Folge, dass der Jetstream über dem Atlantik seine Lage und Stärke ändern kann.

Für Europa bedeutet das die Möglichkeit völlig gegensätzlicher Szenarien. Ein stabiler Polarwirbel, begünstigt durch bestimmte ENSO-Phasen, könnte uns einen milden und regenreichen Winter bescheren. Kommt es dagegen zu einer Abschwächung, steigt die Wahrscheinlichkeit von Kälteausbrüchen und Schneefällen bis weit nach Mitteleuropa. Schon in der Vergangenheit waren extreme Winter oft mit auffälligen ENSO-Mustern verknüpft. Ein Beispiel ist der Winter 2009/10, als weite Teile Europas unter Dauerfrost litten, während im Pazifik eine ungewöhnliche Konstellation herrschte.

Globale Auswirkungen mit lokalem Risiko für Extrem-Wetter

Doch nicht nur Europa blickt nervös in Richtung Pazifik. Für Nord- und Südamerika, Afrika und Asien bedeutet eine plötzliche ENSO-Änderung massive Unsicherheiten. Dürren in Australien, Überschwemmungen in Südamerika oder Ernteausfälle in Asien sind klassische Folgen. Auch die tropische Hurrikansaison reagiert sensibel auf die Veränderungen der Meeresoberfläche. Je nachdem, ob die Bedingungen El Niño oder La Niña ähneln, können die Stürme schwächer oder deutlich intensiver ausfallen.

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Europa mag geografisch weit entfernt sein, doch die weltweiten Kettenreaktionen erreichen auch uns – sei es über globale Märkte, gestörte Lieferketten oder veränderte Energiepreise. Während Experten die Datenlage aufmerksam verfolgen, bleibt eine große Unsicherheit: Wie stark und wie schnell wird sich das ENSO-Muster wirklich ändern? Sicher ist nur, dass ein fernes Meer unsere Zukunft erneut maßgeblich mitbestimmen könnte.