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Warum der Herbst 2025 trotz bisher ruhiger Phasen gefährlich werden könnte – und welche Klimafaktoren dahinterstecken. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – In den letzten Jahren wirkte der Herbst erstaunlich ruhig – viele Menschen hatten das Gefühl, dass die eigentliche Sturmsaison erst im Winter begann. Dafür gibt es plausible Gründe: Die Ozeane speichern durch die heißen Sommer außergewöhnlich viel Wärme, und die Wasseroberflächentemperaturen bleiben lange ungewöhnlich hoch. Diese enorme Energiemenge wirkt wie ein Treibstoff für die Atmosphäre.

Der Kölner Dom ist am Morgen durch ein Geländer gesehen angestrahlt.

Wie stürmisch könnte der Herbst in diesem Jahr ausfallen? Besonders das sehr warme Mittelmeerwasser könnte eine entscheidende Rolle spielen. © picture alliance/dpa | Oliver Berg

Sobald im Herbst kühlere Luftmassen aus dem Norden auf die warmen Meeresflächen treffen, entstehen starke Temperaturgegensätze. Das führt zu instabilen Wetterlagen, die kräftige Regenfälle, schwere Gewitter und teils sogar mediterrane Sturmsysteme begünstigen. Auch Deutschland kann betroffen sein, da Tiefdruckgebiete aus dem Nordatlantik bei genügend Energie besonders stürmisch ausfallen. Es gibt bereits Prognosen für den ersten Schnee im Herbst.

Fallweise Muster wie der NAO-Index als Indikator für Sturmtrends

Eine entscheidende Rolle für die Sturmaktivität spielt die Nordatlantische Oszillation, kurz NAO. Sie beschreibt die Druckunterschiede zwischen dem Azorenhoch und dem Islandtief. Befindet sich die NAO im positiven Bereich, verstärken sich die Westwinde, und Stürme ziehen häufig über Nordwesteuropa hinweg. Bei einer negativen Phase dagegen verschiebt sich das Sturmgeschehen oft weiter nach Süden, was auch Mitteleuropa stärker betreffen kann. Im Herbst können selbst kleine Schwankungen des Index ausreichen, um die gesamte Wetterlage innerhalb weniger Tage umzustellen. Damit erklärt sich, warum manche Herbste ungewöhnlich ruhig verlaufen, während andere plötzlich von einer Serie heftiger Sturmtiefs geprägt sind.

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Was uns im Herbst 2025 erwarten könnte

Für den Herbst 2025 deutet sich zunächst eine eher warme und trockene Ausgangslage an. Doch gerade das kann trügerisch sein, denn die gespeicherte Meereswärme bildet ein explosives Potenzial, wenn atmosphärische Strömungen kippen. Kommt es zu einem plötzlichen Druckwechsel oder einem Kaltlufteinbruch, könnten sich sehr rasch schwere Sturmsysteme entwickeln. Ein allgemeiner Sturm-Index existiert zwar nicht, doch die Kombination aus Meerestemperaturen und NAO-Werten liefert deutliche Hinweise. Wer also glaubt, dass die ruhigen Herbste der letzten Jahre zur Regel werden, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen. Im Herbst 2025 sind die Voraussetzungen vorhanden, dass die Stürme früher und heftiger zuschlagen, als es viele erwarten.