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Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj scheint weit entfernt. Russlands Vormarsch stockt. Entwicklungen im News-Ticker.
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Update, 2. September, 6.12 Uhr: Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Region Rostow sind nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen aus ihren Wohnungen evakuiert worden. In einer der Wohnungen sei eine nicht explodierte Drohne entdeckt worden, teilte Gouverneur Juri Sljusar auf Telegram mit, wie Reuters berichtet. Bei dem Drohnenangriff seien kleine Brände ausgelöst und mehrere Wohngebäude beschädigt worden. Drei Menschen, unter ihnen ein Kind, erlitten leichte Verletzungen.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Putin-Berater widerspricht Trump
Update, 22.00 Uhr: Russland hat der Darstellung von Donald Trump über Absprachen für ein geplantes Dreier-Gipfeltreffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj widersprochen. Wladimir Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte dem russischen Staatsfernsehen am Rande des Gipfeltreffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in China: „Jetzt reden alle über einen trilateralen Gipfel oder ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj, aber eine konkrete Absprache darüber gab es zwischen Putin und Trump nicht.“
Trump hatte im August zunächst Putin in Alaska empfangen und kurz darauf Selenskyj und die europäischen Verbündeten nach Washington geladen, um auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzuwirken. Dabei vermittelte er zunächst den Eindruck, dass es Absprachen für ein direktes Treffen zwischen Putin und Selenskyj gebe.
Russischer Vormarsch im Ukraine-Krieg vorerst verlangsamt
Update, 20.10 Uhr: Der Vormarsch der russischen Streitkräfte in der Ukraine hat sich im August etwas verlangsamt. Wie eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP von Daten des in den USA ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) ergab, brachte Russland im August 594 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet unter seine Kontrolle. In den letzten Monaten hatte sich Russlands Vormarsch beschleunigt, im Juli hatte Moskau Geländegewinne im Umfang von 634 Quadratkilometern erzielt – abgesehen von den ersten Kriegsmonaten war dies der höchste Wert seit November 2024. Die ukrainischen Streitkräfte führten derweil in den vergangenen Wochen mehrere erfolgreiche Gegenoffensiven aus.
Von September 2024 bis August 2025 eroberte die russische Armee laut der AFP-Analyse mehr als 6000 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet. Ende August wurden 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets teilweise oder vollständig von Russland kontrolliert.

Kein Treffen zwischen Putin und Selenskyj? Der Kreml widerspricht US-Präsident Donald Trump. © Drew Angerer/AFPKoalition der Willigen will Ukraine-Garantien definieren
Update, 19.13 Uhr: Die in der Koalition der Willigen zusammengeschlossenen Unterstützerländer der Ukraine wollen am Donnerstag in Paris militärische Sicherheitsgarantien für das von Russland angegriffene Land konkretisieren. Über die beim Ukraine-Gipfel im Weißen Haus erörterten Garantien solle unter dem Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und des britischen Premiers Keir Starmer weiter beraten werden, teilte der Élysée-Palast mit.
„Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern und in Zusammenarbeit mit der Nato daran arbeiten, solide Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu definieren. Diese sind eine notwendige Voraussetzung, um glaubwürdig auf den Frieden hinzuarbeiten“, teilte Macron nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte mit. Wie Macron am Freitag bereits sagte, soll es auch um das Entsenden von Bodentruppen zur Absicherung eines Friedens in der Ukraine gehen.
Gemeinsamer Bodenschätze Fonds von Ukraine und USA nimmt Form an
Update, 18.11 Uhr: Die Ukraine hat ihre Vertreter für das Kontrollgremium eines neuen gemeinsamen Investmentfonds mit den USA benannt. Die drei Vertreter der Ukraine werden Wirtschaftsminister Olexij Sobolew, sein Stellvertreter Jehor Perelyhin und Olexandr Karasewytsch, ein hoher Beamter des Außenministeriums, sein.
„Das erste Treffen des Rates ist für den 3. September geplant“, teilt Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko auf Telegram mit. Bei diesem Treffen werde der Rat des Fonds die Grundsätze für die Auswahl von Projekten und andere operative Verfahren festlegen. Die Vereinbarung zur Erschließung der ukrainischen Bodenschätze war von Swyrydenko im April in Washington unterzeichnet worden. Das von US-Präsident Donald Trump maßgeblich vorangetriebene Abkommen soll die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine unterstützen.
Nato-Ukraine-Rat wegen massiver russischer Luftangriffe einberufen
Update, 16.30 Uhr: Wegen der schweren russischen Luftangriffe in der vergangenen Woche hat die Regierung in Kiew den Nato-Ukraine-Rat einberufen. Das Treffen solle noch heute in Brüssel stattfinden, kündigte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha im sozialen Netzwerk X an. „Moskau muss mehr Druck spüren als Konsequenz, weil es den Krieg verlängert“, schrieb er. Üblicherweise beraten die Nato-Staaten zunächst auf Ebene ihrer Botschafter.
Russland hatte in der vergangenen Woche zwei massive nächtliche Luftangriffe mit Hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern gegen die Ukraine geflogen. In der Hauptstadt Kiew wurden durch einen Treffer auf ein Wohnhaus in der Nacht zum Donnerstag mehr als 20 Menschen getötet.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Fotostrecke ansehenPutin spricht von Einigung über Ende des Ukraine-Kriegs
Update, 14.21 Uhr: Putin behauptet, bei einem Treffen mit Trump in Alaska eine Einigung über das Ende des Ukraine-Krieges erzielt zu haben. Trump hatte ihm eine Frist bis Montag gesetzt, um Friedensgesprächen mit Selenskyj zuzustimmen – darauf antwortete Putin nicht direkt. In seiner Rede bei dem Gipfeltreffen in China sagte Putin, die bei seinem Treffen mit Trump in Alaska erzielten „Vereinbarungen“ würden „hoffentlich in diese Richtung gehen und den Weg zum Frieden in der Ukraine ebnen“. Auf dem Gipfel verteidigte Putin den Krieg und machte den Westen verantwortlich.
US-Sondergesandte Witkoff berichtete, Putin habe Sicherheitsgarantien für die Ukraine zugestimmt, was Moskau jedoch nicht bestätigte. Trump fordert ein dauerhaftes Friedensabkommen ohne Nato-Beitritt der Ukraine, aber mit Sicherheitsgarantien. Russland kritisiert westliche Vorschläge als „einseitig“ und setzte seine Angriffe fort – zuletzt mit 629 Drohnen und Raketen auf Kiew. Selenskyj lehnt Pufferzone-Vorschläge ab und wirft Russland vor, das Kriegsende hinauszuzögern.
Ukraine: Sicherheitsgarantien im Fokus bei Selenskyjs Pariser Gipfel
Update, 11.51 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Donnerstag, dem 4. September, mit europäischen Staats- und Regierungschefs in Paris zusammenkommen, um über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu diskutieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Unter Berufung auf eine diplomatische Quelle heißt es weiter, dass unter anderem über Sicherheitsgarantien für die Ukraine „und die Förderung der Diplomatie“ gesprochen werden soll.
Indien für Ende des Ukraine-Kriegs: Modi wird in China deutlich
Update, 11.26 Uhr: Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat bei einem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin ein Ende des Ukraine-Krieges und eine dauerhafte Friedenslösung gefordert. Der Regierungschef habe seine Unterstützung für die jüngsten Initiativen zur Beilegung des Konflikts bekundet, teilte das indische Außenministerium offiziell mit. Putin und Modi trafen sich in der chinesischen Stadt Tianjin beim Gipfeltreffen des Sicherheitsbündnisses Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).
Auch der Kreml zitierte Modi mit etwa diesen Worten. Putin ging in seinen öffentlich gemachten Aussagen nicht auf den Krieg ein, sondern betonte die gute und enge Zusammenarbeit. „Russland und Indien unterhalten seit Jahrzehnten besondere Beziehungen – freundschaftliche, vertrauensvolle“, sagte er nach Kreml-Angaben.
Update, 11.18 Uhr: Die Fraktionschefs von Union und SPD, Jens Spahn und Matthias Miersch, haben sich offen für die Nutzung des eingefrorenen russischen Vermögens zur Unterstützung der Ukraine gezeigt. „Wenn jemand sein Nachbarland brutal überfällt, Grenzen wieder verschieben will, mordet, vergewaltigt, (…) dann muss das Konsequenzen haben“, sagte Spahn bei dem gemeinsamen Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. „Insofern braucht es eine Diskussion, ob und wie diese eingefrorenen Vermögenswerte auch genutzt werden können bei allen rechtlichen Bedenken.“ Miersch verwies auf die laufenden Gespräche zwischen den Europäern über weitere Sanktionen gegen Russland und sagte: „Insofern liegen alle Optionen auf dem Tisch.“
Lage im Ukraine-Krieg: Kiew greift erneut Russlands Wirtschaft an
Kiew/Moskau – Erneut ist es Kiew im Ukraine-Krieg gelungen, mit Drohnen Russlands Wirtschaft einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Nach Informationen von Astra wurde in der Nacht ein Umspannwerk in der russischen Region Krasnodar getroffen. Auch eine Eisenbahnstrecke in der Nähe soll getroffen worden sein. Darüber hinaus ist es offenbar ukrainischen Spezialeinheiten gelungen, eine weitere Radarstation auf der Krim auszuschalten. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung hervor.
Bemühungen um Ende des Ukraine-Kriegs
Trotz der Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs bleibt die Lage im Konflikt angespannt. Laut der ukrainischen Luftwaffe auf Telegram haben die Streitkräfte von Wladimir Putin in der Nacht zum 1. September mit mindestens 86 Shahed-Kampfdrohnen angriffen. Insgesamt wurden 76 Drohnen zerstört, es wurden jedoch einige Angriffe gemeldet. „Der Luftangriff wurde von Flugzeugen, Flugabwehrraketeneinheiten, Einheiten für elektronische Kriegsführung, unbemannten Systemen und mobilen Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte abgewehrt“, teilte die Luftwaffe zu den Angriffen im Ukraine-Krieg mit.
Aktuell ist Putin in China, um sich beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) für eine Weltordnung auszusprechen, die sich nicht mehr an Europa und den USA ausrichtet. Das eurozentrische und euroatlantische Modell habe sich überlebt, sagte Putin den anwesenden Staats- und Regierungschefs in der Stadt Tianjin. Die Zukunft gehöre einem System, „das die Interessen eines maximal großen Kreises an Ländern berücksichtigt und wahrhaftig ausbalanciert ist“, sagte der Kremlchef nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Einmal mehr stellte Putin es so dar, als sei das westliche Bestreben, die Ukraine in die Nato zu holen.
Lage im Ukraine-Krieg: Spahn und Miersch besuchen Kiew
Währenddessen sind die Vorsitzenden der beiden Koalitionsfraktionen, Jens Spahn (CDU/CSU) und Matthias Miersch (SPD), überraschend zu einem gemeinsamen Solidaritätsbesuch in der von Russland angegriffenen Ukraine eingetroffen. In der Hauptstadt Kiew wollen sie im Laufe des Tages Gespräche über die weitere deutsche Unterstützung der Ukraine und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges führen.
Die gemeinsame Reise zeige, „dass nicht nur die Regierung fest an der Seite der Ukraine steht, sondern auch das Parlament, die Mehrheit im Parlament, die Koalitionsfraktionen“, sagte Spahn auf der Zugfahrt von Polen nach Kiew. „Es ist insofern ein gutes Zeichen für die Ukraine, aber auch ein gutes Zeichen für die Entschlossenheit der Koalition.“ Miersch bezeichnete den gemeinsamen Besuch als „klares Signal der Unterstützung der Ukraine“. Es sei „ganz entscheidend, dass das ein gemeinsames Signal ist“.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Im Ukraine-Krieg steigen derweil die Verluste Russlands weiter an. Wie der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook mitteilte, soll Putin innerhalb eines Tages etwa 850 Soldaten, 49 Artilleriesysteme und einen Hubschrauber verloren haben. Die Kämpfer wurden entweder verletzt oder getötet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Die gesamten Kampfverluste der russischen Streitkräfte zwischen dem 24. Februar 2022 und dem 1. September 2025 werden inzwischen auf 1.082.990 Soldaten geschätzt. (red mit Agenturen)