StartseitePolitik

DruckenTeilen

News-Ticker zum Ukraine-Krieg: Russland versucht mit kleinen Gruppen, tief in Pokrowsk einzudringen. Moskau plant Entscheidungsdurchbruch an der Front.

Update, 20.08 Uhr: Russische Streitkräfte haben die Ukraine erneut mit massiven Drohnenangriffen überzogen und dabei auch die Hauptstadt Kiew ins Visier genommen. Das ukrainische Militär aktivierte die Luftabwehr über der Hauptstadt, während Bewohner von Kiew und Cherson aufgerufen wurden, Schutzräume aufzusuchen.

Der Ukraine-Krieg eskalierte am Abend weiter, als Kampfdrohnen auch in Dnipropetrowsk und Saporischschja einschlugen. Laut Militärverwalter Iwan Fedorow wurden in Saporischschja ein Kindergarten und Wohngebäude getroffen, eine Frau erlitt Splitterverletzungen am Kopf, wie die dpa berichtet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden

Fotostrecke ansehenPutin ändert Taktik an umkämpften Frontabschnitt

Update, 19.09 Uhr: Russische Truppen haben ihre Angriffstaktik bei der umkämpften Stadt Pokrowsk im Ukraine-Krieg wohl grundlegend geändert. Eine neu verlegte Einheit der russischen Marineinfanterie versucht laut ukrainischen Streitkräften, in kleinen Gruppen tief in die Stadt einzudringen und sich den Positionen der ukrainischen Artillerie zu nähern. Das teilte die ukrainische Armee auf Facebook mit.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Gleichzeitig plant Russland nach ukrainischen Angaben einen „Entscheidungsdurchbruch“ in der Region Donezk und will Pokrowsk mit verstärktem Panzer- und Fahrzeugeinsatz vollständig einkesseln. Der strategisch wichtige Verkehrsknotenpunkt wird bereits seit Monaten von russischen Truppen belagert und ist weitgehend zerstört worden.

Klöckner warnt vor russischer Desinformation im Ukraine-Krieg

Update, 17.25 Uhr: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) warnte beim G7-Parlamentspräsidententreffen in Ottawa vor russischen Desinformationskampagnen im Ukraine-Krieg. Sie bezeichnete den Konflikt als „Krieg gegen die Wahrheit“, der demokratische Gesellschaften destabilisieren solle. Besonders digitale Medien und KI würden als Katalysator für Stimmungsmache wirken. Die G7-Teilnehmer verurteilten erneut Russlands Vorgehen und sagten der Ukraine weitere Unterstützung zu. Klöckner vereinbarte ein weiteres Treffen mit dem ukrainischen Parlamentspräsidenten Stefantschuk für dieses Jahr in Berlin.

Ein russischer Soldat schießt mit einer Haubitze an der Saporischschja-Front. (Archivfoto)

Ein russischer Soldat schießt mit einer Haubitze an der Saporischschja-Front. (Archivfoto) © IMAGO / ITAR-TASSDrohnenangriffe töten drei Menschen im russischen Belgorod

Update, 15.22 Uhr: Bei ukrainischen Drohnenangriffen im Grenzgebiet Belgorod sind nach russischen Angaben drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur des Gebiets, Wjatscheslaw Gladkow, schrieb bei Telegram von Angriffen an vier verschiedenen Orten, nicht weit von der Grenze zur Ukraine entfernt. Demnach kamen die Fahrer eines Busses und eines Kleintransporters sowie ein weiterer Mann bei verschiedenen Attacken ums Leben. Zwei weitere Menschen seien außerdem verletzt worden. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete am Samstag auf der Plattform X von rund 2.200 russischen Angriffen seit Monatsbeginn. Moskau habe seit Anfang September mehr als 1.300 Angriffsdrohnen, fast 900 Gleitbomben und bis zu 50 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Auch in der vergangenen Woche sei wieder zivile Infrastruktur getroffen worden.

Russische Truppen rücken in Oblast Sumy nahe Junakivka vor

Update, 14.10 Uhr: Der ukrainische Militär-Blog DeepState berichtet, dass russische Truppen in die Nähe des Dorfes Junakivka in der Oblast Sumy vorgerückt sind. Die Siedlung liegt an der Straße Sumy–Junakivka–Kursk, die für die in der Oblast Kursk operierenden ukrainischen Streitkräfte eine wichtige logistische Rolle spielt. Zudem sollen russische Truppen auch im Serebrianka-Wald in der Oblast Luhansk und in der Nähe des Dorfes Sichneve in der Oblast Dnipropetrowsk vorgerückt sein.

Ukraine-Krieg: Russland hat an den ersten fünf Tagen im September mit 900 Lenkbomben angegriffen 

Update, 13.20 Uhr: Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine zuletzt weiter verstärkt. Das zeigen auch die Zahlen, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jetzt auf X veröffentlicht hat. Folgende Waffen hat Russland demnach in den ersten fünf Septembertagen gegen die Ukraine eingesetzt:

mehr als 1300 Drohnenfast 900 gelenkte Fliegerbombenbis zu 50 Raketen verschiedener Typen

In fast allen Regionen der Ukraine sei es zu Explosionen gekommen. Russland verlängere den Krieg und versuche, die Diplomatie in eine regelrechte Farce zu verwandeln, so Selenskyj. Auf die Angriffe und Zerstörungen, auf die Missachtung diplomatischer Bemühungen und des zivilisierten Dialogs sei eine gemeinsame Antwort nötig.

Update, 11.30 Uhr: Der Militärgeheimdienst der Ukraine schätzt, dass derzeit rund 700.000 russische Soldaten auf ukrainischen Boden stationiert sind. Der größte Teil hält sich demnach im Gebiet Donezk auf. Im umkämpften Sektor Pokrowsk sollen sich 110.000 russische Soldaten aufhalten. Soldaten aus Nordkorea sind den Angaben zufolge nur auf russischem Territorium im Einsatz, nicht auf dem Gebiet der Ukraine.

Russland erleidet weiter hohe Verluste im Ukraine-Krieg

Update, 10.30 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 960 russische Soldaten verloren. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der russischen Verluste auf rund 1.087.180 Soldaten. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Selenskyj kontert Putin

Update, 8.30 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat die Einladung Wladimir Putins zu Gesprächen nach Moskau abgelehnt. Stattdessen hat er dem russischen Staatschef einen anderen Verhandlungsort nahegelegt: „Er kann nach Kiew kommen … Ich kann nicht nach Moskau gehen, wenn mein Land täglich unter Raketenbeschuss steht. Ich kann nicht in die Hauptstadt dieses Terroristen gehen. Und er [Putin] versteht das“, sagte der ukrainische Präsident dem US-Sender ABC News.

Selenskyj merkte zudem an, dass Putins Vorschlag so wirke, als wollte Putin einem Treffen aus dem Wege gehen. „Wenn jemand während des Krieges kein Treffen möchte, kann er natürlich etwas vorschlagen, was weder für mich noch für andere akzeptabel ist“, so Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Söder hält Nato-Truppen in der Ukraine für kaum vorstellbar

Update, 7.10 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat Überlegungen, die Bundeswehr im Rahmen von Sicherheitsgarantien für die Ukraine in dem Land einzusetzen, eine klare Absage erteilt. „Es ist für mich kaum vorstellbar, dass Nato-Truppen dort stationiert sind. Das würde Russland keinesfalls akzeptieren. Denn es wäre die Vorstufe des Beitritts der Ukraine in die Nato“, sagte Söder der Rheinischen Post.

Update vom 6. September, 6.15 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Widerstandsfähigkeit der heimischen Industrie gegen westliche Sanktionen gelobt. „Russland sei es in kurzer Zeit gelungen, zahlreiche innovative Technologien für den Energiesektor zu entwickeln“, zitieren ihn russische Nachrichtenagenturen. Dies sei entscheidend für die Sicherung der Gas-Exporte, insbesondere mit Blick auf die geplante Pipeline „Power of Siberia 2“ nach China. Mit dem Projekt will Moskau den Verlust europäischer Gaskunden nach dem Einmarsch in die Ukraine kompensieren.

Medwedew bezeichnet Initiativen der „Koalition der Willigen“ zum Ukraine-Krieg als „Unsinn“ und „Bullshit“

Update, 21.15 Uhr: Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, bezeichnet die Initiativen der „Koalition der Willigen“ zum Ukraine-Krieg als „Unsinn“ und „Bullshit“. Laut Bericht der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass wetterte Russlands Ex-Präsident gegenüber Reportern: „Das ist Unsinn, Ketzerei. Was sie tun, ist, um es auf Englisch zu sagen, Bullshit oder einfach nur Scheiße – nennen Sie es, wie Sie wollen.“

Am Donnerstag hatten bei einem Treffen in Paris westliche Staaten aus der sogenannten Koalition der Willigen über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Ende des Kriegs gesprochen. Dabei hatten sich zahlreiche Länder bereiterklärt, zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens Truppen zu entsenden.

Update, 19.48 Uhr: Russland meldet einen Vormarsch im Ukraine-Krieg in den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen russische Truppen die „Kontrolle“ über Komyschiwka, ein Dorf zwischen Donezk und Saporischschja, sowie über Nowoseliwka in der Region Dnipropetrowsk „erlangt“ haben. Russland verkündet regelmäßig die Eroberung kleinerer Dörfer, große Veränderungen an der Front gab es allerdings schon länger nicht mehr.

Sicherungstruppen nach Ende des Ukraine-Kriegs: Laut Selenskyj sicherlich Tausende Soldaten

Update, 18.33 Uhr: Kiew meldet sich zu Sicherheitsgarantien nach Ende des Ukraine-Kriegs zu Wort: Nach den jüngsten Beratungen mit westlichen Verbündeten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Größenordnung für eine mögliche westliche Truppenpräsenz genannt. Über die Anzahl werde er nicht sprechen, erklärte Selenskyj laut ukrainischen Medienberichten, aber es würden sicherlich nicht nur wenige, sondern Tausende Soldaten sein.

Ukraine-Krieg aktuell: Trumps Frist an Putin endet

Erstmeldung: Moskau/Kiew/Washington D.C. – Am Freitag (5. September) endet eine weitere Frist, die US-Präsident Donald Trump dem russischen Machthaber Wladimir Putin gesetzt hat: Frühere Fristen ließ Trump folgenlos verstreichen – ob auf seine jüngste Drohung Taten folgen, bleibt abzuwarten.

Ende August hatte Trump ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefordert. Der US-Präsident hatte damals angekündigt, in zwei Wochen eine Entscheidung treffen zu wollen: Trump wolle sich dann festlegen, ob er „massive Sanktionen“ verhängen oder seine Bemühungen beenden werde, kündigte er gegenüber dem US-Sender CNN an. Das ist nun zwei Wochen her.

Druck auf Russland: USA und EU beraten über Sanktionen

Die USA und die EU könnten gemeinsam den Druck auf Moskau erhöhen: Eine europäische Delegation soll nach Washington reisen, um gemeinsam an einem neuen Sanktionspaket zu arbeiten, kündigte der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, am Freitag an: „Wir arbeiten mit den USA und anderen Partnern zusammen, um unseren Druck durch zusätzliche direkte und sekundäre Sanktionen zu verstärken.“

Druck auf Russland im Ukraine-Krieg: Von der Leyen spricht mit Vance über Sanktionen

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, hat nach Angaben einer Sprecherin der Kommission mit US-Vizepräsident JD Vance telefoniert, um gemeinsame Anstrengungen zur Aufrechterhaltung des Sanktionsdrucks auf Russland zu besprechen, berichtet Ukrainska Pravda. „Wir werden weiterhin Druck auf die Kriegswirtschaft Russlands ausüben, die Kosten für Russland erhöhen, wenn es sich nicht an Friedensgesprächen beteiligt, und Präsident Putin schließlich an den Verhandlungstisch bringen“, kündigte die Sprecherin an.

Unterdessen haben sich ukrainische Verbündete bereits darüber verständigt, wie eine mögliche Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesichert werden könnte: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte am Donnerstag nach einem Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ mit, dass 26 westliche Länder bereit seien, Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen Russland und der Ukraine zu entsenden.

Putin droht: Sicherungstruppen in der Ukraine wären „ein legitimes Ziel“ 

Putin reagierte auf Macrons Ankündigung prompt mit einer Drohung: „Wenn dort irgendwelche Truppen auftauchen, insbesondere jetzt während der Kämpfe, gehen wir von der Prämisse aus, dass sie ein legitimes Ziel sind“, sagte der russische Staatschef am Freitag bei einem Wirtschaftsforum im Wladiwostok.

Stand jetzt muss sich Putin darüber wohl noch keine Gedanken machen: Ein Ende des Ukraine-Kriegs und somit auch die Entsendung von Sicherungstruppen scheint derzeit fern: In der Ukraine gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Der ukrainische Generalstab meldet seit Beginn des Tages 103 Kampfhandlungen zwischen ukrainischen und russischen Truppen an der Front im Ukraine-Krieg.

Lage an der Ukraine-Front: Abschnitt Pokrowsk weiter heftig umkämpft

Russlands Truppen haben demnach 12 gelenkte Luftbomben eingesetzt, um ukrainische Stellungen und Siedlungen in diesen Bereichen der Front anzugreifen. Zudem habe Moskau 136 Beschussangriffe durchgeführt, darunter vier mit Mehrfachraketenwerfern. „Gleichzeitig führten ukrainische Einheiten aktive Operationen durch und waren in bestimmten Gebieten erfolgreich“, erklärte der Generalstab laut Bericht der ukrainischen Nachrichtenagentur ukrinform. Am heftigsten umkämpft bleibt der Frontabschnitt bei Pokrowsk: Russische Truppen hätten am Freitag 26 Mal versucht vorzustoßen – Kiew habe die Offensive zurückgehalten: sieben Gefechte dauern an, so der Generalstab. (Redaktion mit Agenturen)