„Ich will gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann werde ich es mutig versuchen!“ Das Motto der Special Olympics wurde in St. Pölten in dieser Woche groß geschrieben. Zum ersten Mal waren die heimischen Meisterschaften im Stocksport in Stattersdorf, einem Stadtteil von St. Pölten, zu Gast. Dabei erlebten alle Beteiligten, wie sehr es der Sport schafft, Menschen zu verbinden und Grenzen zu überwinden.
Ein paar Stöcke, eine Halle und mehr als 130 topmotivierte Schützen – mehr brauchte es nicht, um im Süden von St. Pölten ein starkes Zeichen für Inklusion zu setzen. „Wir haben vor 15 Jahren schon einmal so eine ähnliche Veranstaltung durchführen dürfen“, erklärt Organisator Harald Köninger vom 1. EV Stattersdorf. „Es waren tolle Erinnerungen und Emotionen damals. Als wir gefragt worden sind, ob wir es wieder organisieren wollen, haben wir gleich Ja gesagt.“
Gute Stimmung, tolle Leistungen
Fairness, Respekt und Teamgeist gepaart mit Ehrgeiz und Talent – all diese Attribute konnten die Athletinnen und Athleten in St. Pölten unter Beweis stellen, unterstreicht Florian Kogler, Vizepräsident von Special Olympics Niederösterreich. „Es waren wirklich alle Emotionen dabei, von Freude über einen siebenten Platz bis hin zu Enttäuschung über einen zweiten Platz. Die Stimmung war immer fröhlich.“

Eveline Helm
Angefeuert von zahlreichen Fans gaben die Special-Olympics-Athletinnen und -Athleten in Stattersdorf ihr Bestes
Drei Tage lang konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Bewerben messen – sowohl im Einzel als auch im Team. Neben dem sportlichen Wettstreit stand vor allem das Miteinander im Mittelpunkt. Zahlreiche freiwillige Helfer, Trainer und Betreuer sorgten für einen reibungslosen Ablauf und eine stimmungsvolle Atmosphäre. Zu gewinnen war zwar nicht das Wichtigste, dennoch war das Grinsen bei den Siegerinnen und Siegern am Ende ein gutes Stück breiter.
„Unified“-Bewerb für Sportler mit und ohne Behinderung
„Im Einzel bin ich Erster geworden und mit dem Team Fünfter“, freut sich Franz Bernthoner von der Lebenshilfe-NÖ-Werkstätte Matzen (Bezirk Gänserndorf). Michaela Wagner vom Team „Jugend am Wort“ aus Neustift-Innermanzing (Bezirk St. Pölten) ergänzt: „Wir haben gute Gegner gehabt, aber wir haben sie alle besiegt und deshalb haben wir die Goldmedaille bekommen.“
Im sogenannten „Unified“-Bewerb traten Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam an. Der Teamgedanke stand dabei ganz oben, auch für Michaela Bach. „Es ist total super, mit anderen Leuten zu spielen. Alleine find ich es gar nicht so toll. Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können“, freute sich die Matzenerin, die mit diesem Gefühl am Ende wohl nicht alleine war.