
“Es ist 5 nach 12”: Gewerkschaft fordert rasche Maßnahmen gegen Medienkrise | Alleine heuer gehen laut Gewerkschaft 300 Arbeitsplätze im Journalismus verloren. Sie fordert eine schnelle Umsetzung der Vertriebsförderung und mehr Mittel aus der Digitalsteuer für Medien
by Turtle456
12 comments
Es sind genug Mittel vorhanden, man müsst sie nur mal sinnvoller aufteilen. Solang Schund wie der Exxpress, der einfach nichts mit Journalismus zu tun hat, Förderungen kriegt…
Gibt’s eigentlich irgendeine Branche die zurzeit bei uns wirklich gut rennt ?
Kleine Zeitung und DerStandard haben doch schon vor 1-2 Jahren ordentlich Mitarbeiter abgebaut, oder? Generell wird die Qualität der Zeitungsartikel immer schlechter. In der Kleinen Zeitung sind sehr oft pro Artikel mehrere Rechtschreibfehler drin (die sogar automatisiert erkannt werden sollten), teilweise Clickbait, Boulevard-Themen (was macht Melissa Naschenweng oder Sven Temmel heute?), fragwürdige Artikel zu Kahrs Wahlsieg, oft Fehler im Artikel selbst – und derStandard lebt hauptsächlich vom Forum, was sie auch mittlerweile ausnutzen (User-Vorschläge werden zu “Artikeln”). Generell hält sich mein Mitleid in Grenzen, auch wenn Journalismus wichtig ist – aber eben nicht jeder.
Wir sind in Österreich so weit, dass mittlerweile anscheinend der einzige Lösungsansatz in allen Problemlagen ist, nach mehr Steuergeld zu verlangen.
Für die Beschäftigten natürlich ein Drama, denn der Arbeitsmarkt in dem Bereich ist in Österreich noch toter als er sonst schon ist.
Hauptsache Schund und Hetze wird gefördert.
[Immer dasselbe Braun im Österreich](https://music.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lrZ0GWvxz0avZavkzLdDRO_z2k46Hi-UI&si=wHdAJP9APIonjow0)
Keine neuen Steuern und Förderungen mehr – Schluss. Ende. Aus
Das kann’s doch net sein, dass der Bevölkerung das Weiße aus den Augen kassiert wird und dann geben wir das doppelte davon wieder aus!
Dem Standard sollte man die Medienförderung eher noch kürzen. War vor einigen Jahren mal wirklich gut, aber qualitativ werden die Artikel immer schlechter, clickbait Titel und die Seite ist inzwischen eigentlich eher ein Ad mit ein bisschen Nachrichten dazwischen.
Koennen in der Logistik arbeiten. Lagermitarbeiter werden wie verrueckt gesucht.
Sehe nicht ein, irgendwelche Klatschmaenner und -frauen zu finanzieren, die unsere Demokratie mit Schlagzeilen destabilisieren. 4. Saeule der Demokratie, dass ich nicht lache.
Ich finde, das Problem ist hier nicht nur, dass Arbeitsplätze verloren gehen oder zu wenig gezahlt wird. Es ist eine Mischung aus mehreren Dingen.
Einerseits werden die Artikel selbst oft immer schlechter, selbst sogenannte „Qualitätsmedien“ setzen zunehmend auf Clickbait, um überhaupt noch Reichweite zu bekommen. Andererseits tragen aber auch die Leser*innen Verantwortung. Solche Inhalte entstehen ja nur, weil sie tatsächlich geklickt und gelesen werden.
Reiche werden immer reicher? Politik immer Korrupter? Das Volk wird immer mehr und mehr verarscht? Es gibt da eine ganz einfache Lösung:

So viel Propaganda für Fremdstaaten wie in den Medien läuft dürfen die ruhig im Ausland nachfragen dafür bezahlt zu werden. Die Raiffeisen Bank richtet das schon.
Es ist zu einfach, „den Journalismus“ insgesamt zur Krisenbranche zu erklären. In Wahrheit steckt das klassische Medienprodukt in der Krise, nicht die Informationsleistung. Noch nie war gute Information so schnell, reichweitenstark und kostengünstig kommunizierbar wie heute. Social Media, Globalisierung und – nicht zu unterschätzen – breite Englischkenntnisse öffnen riesige Märkte. Wo man früher Agenturmeldungen zusammenfasste, holen sich Konsument:innen Inhalte heute direkt bei Expert:innen: auf X/Twitter, in Newslettern und Podcasts, auf Substack etc. Viele Fachleute bauen ihre eigenen Marken – und umgehen Redaktionen.
Damit schrumpft der Wert reiner Weiterverarbeitung. Austauschbare Inhalte sind im Überangebot wenig wert – und paradoxerweise im Betrieb teuer. Differenzierung entsteht dort, wo Redaktionen etwas leisten, das Einzelpersonen schwer replizieren können: investigative Recherche, datenbasierte Analysen, verlässliche Verifikation sowie Plattformen für echte Fachexpertise (z. B. Sport-, Wirtschafts-, Wissenschaftsjournalismus). Dafür braucht es Expertise (etwa wirtschaftswissenschaftliche Kompetenz), Ressourcen und Standards.
Die Chance für Medienhäuser liegt in der Rolle als Enablerr: Infrastruktur, Redaktion, Fact-Checking, rechtliche Absicherung, Distribution, Community-Aufbau – und faire Modelle, die Expert:innen an sich binden. Fazit: Nicht „Journalismus“ ist das Problem, sondern generischer Content. Wer austauschbar ist, verliert. Wer Exklusives, Verifiziertes und Fachliches liefert, bleibt relevant.
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