Gemäß der neuen Regelung sei es für „Personen, die am oder nach dem 1. Jänner 2007 geboren sind”, untersagt, auf den Malediven Tabakprodukte zu kaufen, zu konsumieren oder zu verkaufen“, erklärte das Gesundheitsministerium am Samstag.

„Das Verbot gilt für alle Formen von Tabak“, erklärte das Gesundheitsministerium. Einzelhändler seien verpflichtet, das Alter von Käufern und Käuferinnen vor dem Verkauf zu prüfen. Wer Tabak an Minderjährige verkauft, muss mit einer Strafe von 50.000 Rufiyaa (umgerechnet etwa 2.800 Euro) rechnen. Bei der Nutzung von E-Zigaretten droht eine Strafe von 5.000 Rufiyaa (etwa 280 Euro).

Verbot gilt auch für Urlauber

Die Maßnahme, die Anfang des Jahres von Präsident Mohamed Muizzu initiiert wurde und am 1. November in Kraft trat, soll laut Ministerium „die öffentliche Gesundheit schützen und eine tabakfreie Generation fördern“.

Das Verbot gilt laut dem Gesundheitsministerium auch für Besucherinnen und Besucher des Landes. Die Malediven setzen sich aus mehr als tausend kleinen Inseln zusammen. Bei Touristen aus aller Welt ist das Land wegen seiner weißen Sandstrände ein beliebtes Ziel für Luxusreisen.

Luftbild der Malediven

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Die Regierung des Inselstaats spricht von einem „historischen Meilenstein“

Ähnliches Verbot in Großbritannien geplant

In Großbritannien durchläuft derzeit ein ähnliches Verbot den Gesetzgebungsprozess. Im Bemühen um eine komplett rauchfreie Generation hatte die britische Regierung im November 2024 ein weitreichendes Rauchverbot auf den Weg gebracht. Gemäß der Pläne soll der Kauf von Zigaretten für Personen, die nach 2009 geboren sind, in Großbritannien verboten werden.

Die Idee wurde ursprünglich von der konservativen Regierung von Rishi Sunak vorgeschlagen und von der Labour-Partei weitergeführt. Für Geschäftsbesitzer, die beim Verkauf an Junge erwischt werden, ist eine sofortige Geldstrafe von 200 Pfund (rund 227 Euro) vorgesehen.

Neuseeland kippte Rauchverbot wieder

Zuvor hatte Neuseeland im Jahr 2022 als erstes Land der Welt ein solches Verbot verabschiedet – damals noch unter der ehemaligen Premierministerin Jacinda Ardern. Die darauffolgende konservative Regierung schaffte das Verbot allerdings wieder ab.

Die frühere Labour-Regierung habe einen „prohibitionistischen“ Ansatz verfolgt, der ignoriert habe, wie gut Initiativen zur Raucherentwöhnung funktionierten, hieß es vonseiten der konservativen Regierung im Vorjahr.

Forschende des Aspire Aotearoa Research Centre der Universität Otago bezeichneten die Aufhebung der Gesetze als „beschämend“. Damit drohten weiter jedes Jahr Tausende unnötige Todesfälle, insbesondere unter den Maori, sagte einer der Direktoren, Andrew Waa. Rauchen ist die häufigste Ursache vermeidbarer Todesfälle in Neuseeland. Die neuseeländischen Ureinwohner haben eine höhere Raucherquote als der Rest der Bevölkerung und leiden besonders häufig unter tabakbedingten Krankheiten.