ich_iel

by CringeFish2

32 comments
  1. In der Schule lernt man auch nicht, wie man Wäsche wäscht, Nudeln kocht, Löcher in Wände bohrt, Möbel aufbaut, Babys wickelt, Sträucher zurückschneidet.

    Schule soll vor allem grundlegendes Denken, Lernen und Problemlösen fördern – also die Fähigkeit, sich später selbst in neue Themen wie Steuern einzuarbeiten.

  2. Ja, dieses „wir müssen Steuererklärung lernen!!1!1!“ ist echt lächerlich.

    Das ist ein bürokratischer Akt, warum sollte man sowas beibringen? Im besten Fall macht das mit irgendeinem 0815-Tool und wird da durchgeführt.
    Die aktuellen Steuergesetze sind eh vergänglich, bringt IMHO recht wenig sowas beizubringen, damit man dann irgendwann 4-5 Jahre später mal eine machen kann.

    Dann doch lieber Lernen-lernen beibringen, dass man als erwachsener Mensch in der Lage ist, zu googlen wie man eine Steuererklärung macht bzw. ein Tool bedient/ auswählt – das ist doch dann ein Skill, den man wiederverwenden kann.

  3. Unter anderem hat Schule den Auftrag, mit Hilfe eines Beispielthemas Kompetenzen zu vermitteln, die zur späteren Eigenrecherchefähigkeit und Selbständigkeit führen. Themen werden beispielhaft angerissen, um die Grundmethode zu zeigen, aber nie in der ganzen Fülle durchexerziert. So sollte es auch bei Steuern sein.

    Gedichtsanalysen sind Beispielthemen zur wortgenauen Interpretation von Aussagen (die man bei Jura, Politik, Marketing, geschäftlichen Ansprachen, etc auch braucht) bei gleichzeitiger Befähigung zu kultureller Teilhabe. Natürlich wird man dabei kein Literaturwissenschaftler.

    Analysis zeigt, wie man mittels Funktionen und ihrer Analyse echte Probleme lösen kann (z.B “Wann macht mein Unternehmen voraussichtlich Profit?” oder “Was ist die optimale Höhe eines Behälters für geringstmöglichen Materialverbrauch?”) aber man wird damit kein Mathematiker.

    Wenn man nun Steuern als Thema anführt: Ich denke, es wäre durchaus sinnvoll, an einem Beispiel zu erklären und selbst auszurechnen, wie ein Kleinselbständiger und ein Angestellter ihre Steuererklärung machen und was dabei die typischsten Tricks und Hauptthemen sind. Man braucht kein Fach “Steuerkunde”, aber ein 4 wöchiger Exkurs ist ein sinnvoller Anwendungsbereich von Sozialkunde und Mathematik. Nach diesen Grundlagen bleibt man dann, wie bei allen anderen Fächern auch, beim “Und für dein spezielles Problem recherchierst du das dann später noch mal selber”

  4. Wir müssten in Wirtschaft (vor über 20 Jahren mittlere Reife gemacht) lernen welche Formen von Firmen es gibt und wie viel “privates” Geld bei welcher Unternehmensform im Falle einer Insolvenz weg ist. Dazu noch mehr Fälle von “was muss ich als Firmeninhaber wissen”. Von den 50 Schülern, hat heute EINER eine Firma. Und der hat für sowas einen Steuerberater bzw. seine Frau hat irgendwas mit Finanzen studiert.

    Sicher… man kann es nicht allen recht machen. Aber uns wäre viel mehr geholfen worden wenn wir eine 0815 Steuererklärung (1 Job, keine extra Einkünfte oder Immobilien oder sonst was) durchgegangen wären.

  5. Denkt mal darüber nach, ob im Lehrplan irgendwas steht, wo es darum geht, gut durchs Leben zu kommen. Meiner Ansicht nach ist die Schule eine Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Laufbahn. Zumindest wird sie derzeit so geführt. Dinge wie Finanzwissen, Steuern usw. werden auf die Eltern abgeschoben. Was nur Sinn macht, wenn man eine Unterschicht erhalten will, für Banken und Steuerberater.

  6. Finde es an sich Sinnvoll, ein paar Lebensskills zu lernen, aber die Steuerabrechnung ist ja viel zu speziefisch. Viel sinnvoller fände ich es wenn einem Beigebracht wird welche Dokumente man benötigt und aufheben sollte, welche Versicherungen wichtig sind und was tun und ein grundlegendes Verständnis von Altersvorsorge und Sparen, da man dadurch schon in Jungen Jahren ein Gefühl dafür bekommt und wenn man schon etwas Ahnung hat nicht so anfällig für verschiedene Betrügereien ist. Das müsste aber alles in allem in 10 Unterrichtsstunden machbar sein und wäre je nach Thema in die verschiedenen Fächer integrierbar. z.B. durchrechnen, wie sich das Vermögen bei einem fixen Sparplan bei x% Jahresrendite entwickeln kann je nachdem wann man anfängt und wie lange man spart.

  7. Wie bei jedem anderen Fach mit dem Unterschied, dass es einem später fehlt.

  8. Haben wir uns auf Wunsch der Schüler tatsächlich mal in einer Unterrichtseinheit angesehen. Ich brauche glaube ich nicht großartig erwähnen, dass so gut wie kein Schwein wirklich aufgepasst hat, weil das diese Themen die trockenste Theorie aller Zeiten sind. Lange Geschichte kurz: Das Meimei trifft es auf den Punkt.

  9. Es gibt doch schon fächer in denen es vielen so geht (fick mathe), warum nicht dann wenigstens in einem fach das einem etwas bringt und wo man nicht so nen unnötigen scheiss lernt, den man a) nach Beendigung der schule sowieso wieder vergisst und b) niemals brauchen wird

  10. Wer in der Schule nicht gelernt hat, wie man sich Wissen aneignet, dem ist nicht mehr zu helfen. Der hätte auch keine Steuern in der Schule gelernt.

    Schule ist nicht (nur) dazu da, Wissen zu vermitteln. Schule vermittelt die Skills, sich Wissen anzueignen, und trainiert das Denken, um komplexe Sachverhalte verstehen zu können.

    Gedichte zu lernen ist absolut nicht nutzlos. Mathematik und Physik ist nicht nutzlos, auch nicht wenn man am Ende Germanistik studiert. All diese Fächer und das Verstehen der Inhalte trainiert den Verstand und schult die kognitiven Fähigkeiten. Mit dieser Grundlage kann ich Steuersysteme verstehen und sie mir aneignen. Bücher und Unterlagen dazu gibt es.

    Wer das immer noch nicht kapiert, sollte sich folgende simple Analogie zu Gemüte führen: Wenn du jeden Tag ins Gym gehst, dich vor die Hantelbank stellst und sagst “Ja das Brauch ich nicht, ich meine ich könnte das ja wenn ich wollte und auf Wikipedia steht wie es geht” dann wirst du nie stärker werden und nie mehr Gewichte schaffen. Muskeln trainierst du durch Machen, und das Hirn genauso. Der Zugang zu Wissen reicht so wenig wie die Mitgliedschaft im Gym.

    Die Schule ist das Gym für den Kopf. Geschichte, Mathe und Englisch sind Hanteln, sie trainieren den Verstand. Wer das nicht kapiert sollte nochmal in die Schule zurück.

  11. Als Mathelehrer habe ich diesen Bullshit schon so oft von Schülern gehört. Massives Versagen schon bei der Addition, von Prozentrechnung ganz zu schweigen, dann aber über Steuererklärungen sprechen wollen.

  12. Klar, aber man hätte zumindest due Chance, dass etwas hängen bleibt. Wenn sich wenigstens ein paar etwas merken, ist schon etwas gewonnen. Würde doch super in den Deutschunterricht passen, die meiste Zeit wird da sowieso nichts Sinnvolles gemacht.
    Lieber wüsste ich vage etwas über Steuern, als über Gedichtsanalyse.

  13. Unpopuläre Meinung:
    Frag Mama oder Papa.

    Schule soll Kulturtechniken vermitteln.
    Das spricht das Elternhaus nicht von Verpflichtungen frei.

  14. Steuererklärung sollte man mMn tatsächlich in der Schule lernen…

  15. Das ist einfach das übliche Gejammere, egal was und wie du es machen würdest, jemand findet es schlecht. Im Studium gab es auch so viele Kommiliton’innen, die gejault haben, dass es total unfair ist wenn die Note an einer Klausur hängt, dass es unfair ist, wenn die Note an mehreren Klausuren/Arbeiten hängt, dass es total blöd ist, wenn es gar keine Note gibt weil sich die Arbeit dann gar nicht lohnt und und und und und.

    Hauptsache man hat etwas, auf das man die Schuld schieben kann, damit man selber nicht Schuld ist sondern das System.

    Was da so oft fehlt, ist wirklich ehrliche Selbsteinschätzung. Hättest du dir da tatsächlich die Mühe gemacht? Hättest du dich mit 14-15 ernsthaft für Steuern interessiert, wenn du noch nicht direkt davon betroffen bist weil du weisst, dass du eh noch eine Ausbildung oder Studium machen wirst?

  16. Ja, das Schulsystem läuft komplett an der Realität vorbei. Eigentlich sollte Schule gar nicht direkt auf den Alltag vorbereiten, sondern die Fähigkeit vermitteln, Wissen selbstständig zu suchen, kritisch zu prüfen und sinnvoll anzuwenden. Nur leider passiert genau das in der Praxis kaum – stattdessen wird auswendig gelernt, was für die nächste Klausur reicht.

  17. Der Überlapp zwischen Leuten, die sich über den Lehrplan beschweren, und denen, die sowieso in der Schule nie wirklich aufgepasst haben (und auch bei anderen Themen nicht aufgepasst hätten), ist sehr groß. Ändere meinen Verstand. 

  18. Beschreiben und erklären sie in 20 Zeilen, warum Ehepaare Steuerklasse 3/5 bevorzugen sollten. Wenden sie die Steuerklasse auf das Paar aus Aufgabe 1 an, Prüfen welche Kombination die bessere ist und berechnen sie die neue Steuerrückzahlung.

  19. Stattdessen saß ich halt so in Mathe und hab Formeln lernen müssen die fernab jeglicher Realität sind. Dann doch lieber Steuerklärung lernen wennst mich fragst

  20. Man lernt das doch in der Berufsschule. Studierende sollten schlau genug sein sich das selber anzueignen.

  21. Ich vermissen meine kompf ist nicht gut

    Oh fuck I didn’t realize this was the German one. I thought everyone in me irl was just embarrassing me in German. I tried.

  22. In der Schule wird jede Kompetenz gelehrt, die es braucht um eine Steuererklärung zu machen (zumindest in der Theorie, wie es in der Realitätaussieht ist eine ganz andere Diskussion). Wenn man einfach nur lernt wie man zum aktuellen Zeitpunkt eine Steuererklärung macht, ,ist das in 5-10 Jahren vielleicht nicht mehr zu gebrauchen. Oder man zieht ins Ausland dann kannst du dein Wissen eh in die Tonne kloppen. Die Kompetenzen sind allerdings zeitlos und auf alle möglichen Situationen anwendbar.

  23. Das ist vllt Anekdotische Evidenz, dennoch als ich 2004 in der 8. Klasse war, wurde uns tatsächlich in Wirtschaftslehre gezeigt wie man eine Steuererklärung ausfüllt, was man da alles angeben kann ect… sogar Muster Checks haben wir ausgefüllt.

    Naja das da 14 jährige vorpubertierende Kinder sich so richtig brennend dafür unteressieren und wissbegierig alles aufsaugen ubd mitgemacht haben, versteht sich doch von selbst. /s

  24. Der Staat will nicht, dass man Steuern versteht… damit man immer schön brav zahlt 😇

  25. Wir haben das in der Schule gelernt in der 10ten Wirtschaft musste jeder eine Steuererklärung machen

  26. Was erwarten die eigentlich? Dass man das komplette Steuerrecht gelehrt bekommt? Da kannst du ein ganzes Studium draus machen. Und als normaler Arbeitnehmer ohne großartiges Vermögen musst du dich eh relativ wenig um deine Steuern kümmern. Einmal im Jahr ne Steuererklärung per App abgeben, dafür brauchst du keinen extra Unterricht. Und falls man aus einer wohlhabenden Familie mit eigenen Grundstücken etc. kommt, hat man in 95 Prozent der Fälle eh nen Steuerberater.

    Das Leben ist einfach so komplex, dass es unmöglich ist, jede Fähigkeit, die man mal brauchen könnte, in der Schule zu lernen. Du lernst ja – wenn du nicht Hauswirtschaft als Fach hast – auch nicht, wie man kocht oder putzt, eine gewisse Verantwortung haben da ja auch die Eltern. Schule ist halt nicht nur dafür da, dir praktische Fähigkeiten beizubringen, sondern auch dafür, dir eine gewisse Allgemeinbildung zu vermitteln, sowie die Fähigkeit, sich selbst Wissen anzueignen.

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