Gefühlt ist es ein Jahrhundert her, dabei war es der 17. April 2019: Wolodimir Selenskij trat im bisher letzten ukrainischen Präsidentschaftswahlkampf als Herausforderer dem nach etlichen Korruptionsskandalen unbeliebten Präsidenten Petro Poroschenko gegenüber. „Ich bin nicht Ihr Opponent – ich bin Ihr Urteil“, sagte Selenskij damals in einer Diskussion in Kiew. Damals führte Selenskij in den Umfragen deutlich und fuhr schließlich auch einen Erdrutschsieg ein – erst bei der Präsidentenwahl, dann bei der vorgezogenen Parlamentswahl. Die Ukrainer wählten den politisch unerfahrenen Selenskij vor allem in der Hoffnung, er werde mit der allgegenwärtigen Korruption aufräumen. So hatte dieser es auch versprochen.