
Liebe Community, ich habe ein kleines persönliches Dilemma, und wie man das heute so macht, möchte ich das anonym mit anderen mir unbekannten Menschen im Internetz teilen 😉 **Sorry für den langen Text!**
Ich schreibe gerade meine Masterarbeit an der WU. Als ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe, war dem Betreuer das Gendern in etwa gleich egal wie mir – ich habe beim ersten generischen Maskulinum eine Fußnote eingefügt, in der ich diesen üblichen Disclaimer gebracht habe (“dient nur dem besseren Verständnis / der besseren Lesbarkeit”, “keinesfalls diskriminierend gemeint” usw).
Jetzt also erstes inhaltliches Feedback zu meiner MA, in der sich folgender Hinweis findet:
*Zu Beginn möchte ich Sie auf die* ***Gender-Richtlinien der WU*** *(diese finden Sie auch im Anhang) hinweisen. Nach diesen ist ein Generalverweis zu Beginn der Arbeit nicht zulässig, daher würde ich Sie bitten, bei Beispielen, Ausführungen etc. zu gendern, zB mit dem Gender-\* à „Unternehmer\*innen“ oder dem Gender-: à „Unternehmer:innen“.*
Wer will, kann sich diese “Richtlinien” gerne selbst durchlesen ([https://www.wu.ac.at/universitaet/organisation/interessensvertretungen/betriebsrat-fuer-das-allgemeine-universitaetspersonal/news-details/detail/wu-leitfaden-fuer-gendergerechte-formulierung](https://www.wu.ac.at/universitaet/organisation/interessensvertretungen/betriebsrat-fuer-das-allgemeine-universitaetspersonal/news-details/detail/wu-leitfaden-fuer-gendergerechte-formulierung)). Strotzen mMn nur so vor unwissenschaftlichen Aussagen, allein dieses “Wussten Sie, dass…?” von Seiten einer Uni finde ich unglaublich herablassend, wie wenn man mit Volksschulkindern reden würde. Abgesehen davon, dass vieles darin eben einfach nicht nachweisbar ist, etwa das “Sprache schafft Wirklichkeit” – in vielen Sprachen gibt es keine Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Form, dennoch sind diese nicht unbedingt gleichberechtigter (etwa Japanisch, diverse Turk-Sprachen).
**Aber egal, darum geht es mir hier nicht primär**, sondern eher darum, wie ich reagieren soll. Meiner persönlichen Rechtsansicht nach kann es nicht sein, dass man rein ideologische Vorgaben für wissenschaftliche Arbeiten schaffen darf – das verstößt gegen Art 17 StGG (Wissenschaftsfreiheit). Zudem wird jeder Text durch konsequentes Gendern nach diesen Regeln absolut unlesbar – deshalb wird auch kein einziger Roman so geschrieben, nicht einmal Zeitungen, die total pro identity politics eingestellt sind, machen das in ihren Print-Ausgaben. Ich hätte aber schon gerne, dass meine Arbeit zumindest theoretisch von Freunden/Verwandten gelesen werden kann.
Gleichzeitig habe ich mich immer sehr stark gegen diese Ideologie ausgesprochen und das wissen auch alle in meinem privaten Umfeld – wenn ich das jetzt selbst akzeptiere, dann fühlt es sich an, als würde ich meine eigenen Überzeugungen verraten. Andererseits ist jeder aktive Widerstand dagegen wahrscheinlich nervtötend, langwierig, am Ende höchstwahrscheinlich vergebens und wird nur zu Streit mit meinem ansonsten nicht unguten Betreuer und vermutlich einer schlechteren Note führen. Deshalb wollte ich euch mal fragen, was ihr dazu meint – soll ich das einfach akzeptieren und dafür, quasi als passiver Widerstand, wirklich ALLES extrem nervig durchgendern, damit es auch den Betreuer und Prof wahnsinnig macht, oder soll ich was dagegen sagen und versuchen, dagegen anzukämpfen, auch wenn es meine Arbeit vermutlich verzögert und notentechnisch verschlechtert?
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43 comments
Ich weiß nicht ob das in dem Fall möglich ist aber die Arbeit auf Englisch zu schreiben wenn es geht ist sicher eine Option.
Das Englische ist viel dankbarer als das Deutsche. Das Risiko ist halt je nach Sicherheit im Umgang mit der Fremdsprache hat man eine Kümmerei angefangen.
Mein Englisch ist jetzt auch nicht “the yellow from the egg” aber mit ein wenig Hilfe sollte das schon gehen…
Sonst sehe ich es nicht wo es schaden soll… außer halt der Mehraufwand falls man sich sehr unsicher ist.
Nicht einfach akzeptieren. Kann ja net sein, dass so ein Bullshit (nicht das Gendern allgemein, sondern das Verpflichtende) jedem aufgedrückt wird. Unwissenschaftliche Frechheit
Würdest du dich auch bei deinem künftigen AG auf solche Debatten einlassen, oder würdest du den Wisch einfach so schreiben wie man es dir anschafft?
In ersterem Fall: Probier es einfach aus, schau wohin es dich bringt.
Mach es einfach. Weiß nicht welche Ideologiekeule du hier schwingen willst gegen Gendern. So viel Aufwand ist das nicht und der Text wird auch nicht unlesbar dadurch.
Und am Ende des Tages schafft Sprache einfach auch Bewusstsein, weshalb es mMn schon einen Mehrwert hat gendergerechte Sprache zu verwenden.
Und was genau heißt *diese Ideologie*, Freund?
Ich halte es auch für größten Unsinn, aber habe mich gefreut, dass es meine Arbeit signifikant verlängert hat. Ich habe die weibliche und männliche Form aller Worte immer voll ausgeschrieben, in allen meiner drei Arbeiten.
Überleg dir gut ob du dir hier wirklich einen Kampf antun willst. Ich empfehle einfach deine Arbeit so rasch wie möglich zu Ende zu bringen. Diese Arbeit ist wichtiger als deine Abneigung gegenüber dem Missbrauch der deutschen Sprache. Durch diesen Kampf den du eigentlich nur verlieren kannst, kannst du NICHTS gewinnen.
Schreib auf Englisch.
Oder geh auf eine TU und lern was gscheits (/s), das Gender der Maschine juckt da niemanden.
Stell dir vor dich triggert das Gendern so, dass du dir die Mühe machst den ganzen Wall of Text zu schreiben, während du vermutlich jetzt schon mit den ersten 10 Seiten fertig wärst 🙂
Gesellschaft ändert sich nunmal, wenn deine Uni es für notwendig hält, dass man alles geändert, dann gilt das nicht nur für dich, sondern auch alle anderen (Master-und Dissertations-)Arbeiten. Bei den Bachelorarbeiten kümmerts sowieso die wenigsten
Gleich im vorwort, der dritte absatz besagt klar und deutlich: es ist keine vorschrift, aber wir möchten sie animieren…
Aber ich als frau versteh das tam tam sowieso seit der ersten sekunde nicht. Hab mich noch nie benachteiligt, diskriminiert oä gefühlt, wenn in einem allgemeinen text nicht extra die weibliche form steht. Wenn mich im persönlichen umgang jemand nachteilig aufgrund meines geschlechts behandelt, dann hab ich ein problem damit.
Wie du selbst vorschlägst, würde ich die Sache ad absurdum, durch penibelstes gendern, führen.
[removed]
Die von dir angesprochenen “Wussten Sie, dass … ?” Aussagen als unwissenschaftlich darzustellen spießt sich irgendwie mit der Tatsache das diese mit Quellen belegt sind. Dein Argument, dass es in Gesellschaften/Kulturen in denen Sprachen vorherrschend sind, es trotzdem Geschlechtdiskriminierung gibt führt auch eher ins Leere, denn es gibt halt noch einige andere Faktoren die eine solche Diskriminierung verursachen. Wobei Sprache das eh auch nicht tut, aber einen guten Beitrag zur Repoduktion solcher leistet. Das “woke” Zeitungen nicht gendern, ist auch eine Aussage die einer Überprüfung unterzogen werden sollte. Mal so vorweg …
Und ob du es machen sollst … naja, es ist halt Vorgabe und da kannst halt leider im Quadrat hüpfen, du wirst dich daran halten müssen. Es ist auch keine ideologische Vorgabe, sondern eine formale. Außer das Thema beschäftige sich halt wirklich nur mit Männern*, dann wärs zum großteil natürlich legitim das maskulin zu verwenden.
Ich versteh ned was dein Problem mit gendern ist?
– Macht im Rahmen einer Masterarbeit kaum Mehraufwand
– Sprache formt sehr wohl das Denken, gibt auch wissenschaftliche Belege dazu (Ich denke eventuell beziehst du dich auf dieses paper hier? https://link.springer.com/article/10.1007/s11199-011-0083-5?te=1&nl=in-her-words&emc=edit_gn_20200813 – Wenn ja dann wurde das Ergebnis nicht richtig interpretiert. “Gendered” bezeichnet hier nicht die Initiativen zu gegenderter sprache, sondern alle Sprachen mit grammatikalischem Geschlecht und Änderung des Wortes durchs gendern = der Lehrer, die Lehrerin)
– Das Lesen wird nicht sonderlich erschwert, ist eine reine Gewohnheitssache.
Das einzig nervige ist, dass man sich bisher noch nicht ueber eine komplett einheitliche Version entscheiden konnte und es somit per Institut unterschiedlich sein kann.
>Abgesehen davon, dass vieles darin eben einfach nicht nachweisbar ist,
etwa das “Sprache schafft Wirklichkeit” – in vielen Sprachen gibt es
keine Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Form, dennoch sind
diese nicht unbedingt gleichberechtigter (etwa Japanisch, diverse
Turk-Sprachen).
Und in anderen Sprachen gibt es gerade weil es keinen Unterschied gibt auch diese Diskussion nicht. In der deutschen Sprache gibt es ihn jedoch. Daher ist die Diskussion darüber, wie man mit der Abbildung von Geschlechtergerechtigkeit im Alltag umgeht. Sprache ist untrennbar mit dem Wirklichkeitsbegriff verbunden, was wir sagen beeinflusst wie wir über die Bedeutung unserer Worte denken. Das ist auch der Grund, warum wir gewisse Begriffe aus früheren Jahren nicht mehr verwenden.
Da es, wie jeder gesellschaftliche Prozess, hier nur langsam Konsens gibt, sind wir aktuell in einer Art linguistischen Findungsphase. Du kannst jetzt sagen, find ich blöd, oder du überlegst dir, wie du deine öffentliche Masterarbeit verständlich und gleichzeitig fair formulieren kannst.
Ich persönlich halte die lesbarste Version das Abwechseln von generischem Maskulinum und generischem Femininum, was jedoch oft nicht den Richtlinien entspricht.
Aus diesem Grund bin ich dafür, dass es bei solchen Beschwerden grundsätzlich erlaubt sein sollte im generischen Femininum zu schreiben.
Ja, das wäre dann vielleicht eine ideologische Vorschrift 😉
Lol Oida, es geht ums Gendern, du tust so als würd wer von dir verlangen den Holocaust zu verleugnen.
Hab mich immer übers Gendern aufgeregt. Mittlerweile reg ich mich über die auf die sich übers Gendern aufregen. Es ist halt so, akzeptierts es und machts ned so a Gschiess
Oida, diese wall of text hat echt “old man yells at cloud” vibes. Buhuhu, ich möcht nicht gendern weil ich’s persönlich unnötig find, aber jetzt wollen die von mir, dass ich was mache, das ich nicht will. Und außerdem würd ich auf einmal dastehen als hätt ich meine Meinung geändert, was soll mein Umfeld nur von mir denken, wenn ich nicht komplett stur auf diesem Hügel der Bedeutungslosigkeit sterben will, mimimi.
Und liefer bitte mal ein konkretes Beispiel für einen Text, der wegen gendergerechter Formulierung “absolut unlesbar” ist, untergekommen wär mir sowas nämlich auch noch nicht.
Immer beide Versionen schreiben, dann kommst auch schneller auf die geforderte wortanzahl.
Oder je Kapitel abwechselnd mal die weibliche, mal die männliche Form verwenden.
Ich bin vermutlich die Minderheit mit Option 3: mach’s gerne.
Du könntest es umgehen in dem du neutrale Begriffe verwendest, z.B. Team statt Mitarbeiter:innen oder Wirtschaftstreibende statt Unternehmer:innen wenn dich der Doppelpunkt stört.
>Aber egal, darum geht es mir hier nicht primär, sondern eher darum, wie ich reagieren soll. Meiner persönlichen Rechtsansicht nach kann es nicht sein, dass man rein ideologische Vorgaben für wissenschaftliche Arbeiten schaffen darf – das verstößt gegen Art 17 StGG (Wissenschaftsfreiheit).
Wie überall im Leben: 😉 Wissenschaft hat nicht nur _Rechte_ sondern auch _Pflichten_. Dazu gehört eine Sprache, die oberflächlich (Rechtschreibung, ..) und inhaltlich (eben zB inklusive Formulierungen) der wissenschaftlichen Natur der Sache zuträglich ist. Du schreibst Texte für Rezeption und Diskursanregung in der wissenschaftlichen Community. Dafür brauchst du eine Sprache, die dieser Aufgabe gerecht wird. Generisches Maskulinum wird dem nicht mehr gerecht.
By the way, Quellenarbeit: Der von dir verlinkte Leitfaden zielt auf das allgemeine (nicht-wissenschaftliche) Universitätspersonal ab. Damit kannst du dir vielleicht auch besser vorstellen, warum da Dinge drin stehen wie “Wussten Sie, dass…?” – Zielgruppe sind allg. Bedienstete: Bücherei, Sekretariate, Dekanatsmitarbeiter*innen, Techniker, .. – man wollte offensichtlich zugänglich und nicht von oben herab überkompliziert wissenschaftlich “argumentieren”. Das finde ich auch gut und zielgruppengerecht.
Frag deine*n Betreuer*in nach Vorgaben für die Verfassung von wiss. Arbeiten.
Wie du reagieren sollst? Sei der Lernerfahrung offen, warum man wann wie inklusiv schreibt. Such dir aktiv auch Lerninhalte/Erklärungen/.. um dir da Support zu holen, du musst das nicht aus dem Stehgreif wissen und verstehen. Siehs so: Jetzt bist du Studi, du kannst den lieben langen Tag Dinge nicht wissen, solange du das als Chance zu Lernen aufgreifst.
Eine Masterarbeit gehört gefälligst auf Englisch verfasst, außer das Thema ist die Sprache an sich! Change my Mind.
[Entgendern nach Phettberg](https://m.youtube.com/watch?v=xVmGb7qACfA)
Meiner Meinung und Einschätzung darf man deswegen nicht schlechter benotet werden:Entweder würde so etwas ideologisch begründet werden, warum das niemals halten würde, ist selbsterklärend. Oder man würde es irgendwie schwammig mit Grammatik oder Rechtsschreibung begründen, in diesem Punkt gibt es auch ganz klar die Richtlinie, dass man wegen solchen Fehlern nicht schlechter beurteilt werden darf, weil sonst ist das Diskriminierung gegenüber jenen, die nicht so gut deutsch können. Und du schreibst ja keine Germanistik-Arbeit. Korrigierts mich bitte, wenn ich falsch liege, wie eingangs erwähnt, ist es nur meine Einschätzung. Jedenfalls wäre der Prozess halt in etwa so, dass du entweder schlecht oder nicht benotet wirst, und du das dann anfechten musst. Also mir würde der Arsch auf Grundeis gehen.
In so einer Situation stell ich mir immer folgende Fragen:Ist der mögliche Gewinn den Aufwand wert?Ist es das Risiko wert? (Gerade hier würd ich mit “Nein” antworten)Kann ich diesen Kampf überhaupt gewinnen, wer sind meine Gegner in diesem Kampf?
Ich würde an deiner Stelle brav durchgendern, so dass du damit eine Ruhe hast. Und ich bin auch kein Freund davon, es hat mich bei meinen Arbeiten wahnsinnig gemacht. Ich halte es zwar nicht für völlig sinnlos, aber doch für heuchlerisch (oder habt ihr schon mal erlebt, dass Terrorist:innen gegendert wurde?)
Ich hab Politikwissenschaften gemacht, ich sehe mich schon als Feministen und eher links, ich werde mein Leben lang für Gleichberechtigung kämpfen. Man muss allerdings auch sagen, dass in diesen Fragen sich die Universitäten völlig von jeder Wissenschaftlichkeit verabschiedet haben, und ideologisch handeln. Eine Masterarbeit ist aber nicht die Arena, die du dir für diesen politischen Kampf aussuchen willst.
Dass das Gendern gegen Art 17 StGG verstößt, wage ich – unabhängig von meiner persönlichen Haltung dazu – zu bezweifeln, weil es eben genügend sprach- und sozialwissenschaftliche Studien gibt, die zeigen, wie Sprache das Denken beeinflusst. Dass dieser Einfluss in anderen Sprachen mangels Genus nicht da ist, ist noch kein Beleg dafür, dass er in Sprachen mit grammatischem Geschlecht und insbesondere im Deutschen nicht existiert. Wenn der Stand der Wissenschaft der ist, dass dieser Einfluss da ist und durch das Verwenden geschlechtergerechter Sprache verringert werden kann, dann handelt es sich nicht mehr um – unbelegte – Ideologie, sondern um eine Regelung, die einer wissenschaftlichen Argumentation zugänglich ist. Daran ändert es auch nichts, wenn du es “boulevardesk” findest, wie die Richtlinie gestaltet ist.
Wenn du keinen Bock hast, einen Krieg mit der WU als Institution anzufangen, dann ist es gescheiter, du genderst. Das Einstehen für deine Überzeugungen bringt hier nämlich mE eigentlich nichts, solange du die Uni nicht dazu zwingen kannst, Wahlfreiheit für alle zu gewähren. Ansonsten verschwendest du nämlich nur deine Zeit und die deines Betreuers, um dann einen – im Übrigen ebenso ideologisch motivierten – Einzelerfolg errungen zu haben, der im Gesamtkontext aber eigentlich nur einen Doppelnuller bringt.
Du wirst überrascht sein, wie sehr du die Thematik komplett umgehen kannst, wenn du einfach geschlechtsneutrale Begriffe verwendest (Personen, Team, etc)
Ein Protest deinerseits wird halt echt einfach kein Schwein beeindrucken, ich persönlich würds mir sparen, du kämpfst hier gegen Regeln einer Fakultät an. Als Einzelperson die nach dem Studium mit der Fakultät vermutlich nix mehr zu tun hat. Sie werden über dich drüberfahren wenn du nicht nach ihren Regeln arbeitest und sie werden ein “penibel durchgendern” nicht als Protest wahrnehmen.
Du musst auch immer bedenken dass du etwas von der WU willst, nicht sie von dir. Wenn die das in den Richtlinien verlangen dann musst du dich daran halten. Genauso wie du dich an Layout oder Zeichenvorgaben (die oft auch eigentlich willkürlicher Schwachsinn sind) halten musst.
Unterm Strich ist es eine Vorschrift, an die du dich zu halten hast. Ich hab noch nie von einer Arbeit gehört, für die da eine Ausnahme gemacht wurde, welche Argumente auch immer du glaubst, vorbringen zu können.
Es ist dein gutes Recht, diese Vorschrift für falsch, deplatziert oder sonst was zu halten und hast diverse Möglichkeiten, dich zu engagieren, um die Vorschrift abzuschaffen oder aufzuweichen, weil auch die Uni in gewissem Sinne demokratisch ist. Der Haken dabei ist, dass diese Prozesse langwierig sind, und wenn du nicht vorhast, mit dem Einreichen deiner Masterarbeit zu warten, bis die Vorschrift fällt, bleiben die die Möglichkeiten, korrekt zu gendern oder genderneutrale Begriffe zu verwenden (Englisch wird bei deinem Thema schwierig, wenn ich das richtig versteh). Aber solange die Vorschrift steht, wird eine falsch/unzureichend gegenderte MA nicht durchgehen, da kannst kopfstehen. Siehs wie ein Geschwindigkeitslimit: wenn du gern das Recht hättest, auf der Autobahn schneller zu fahren als 130, kannst dich gern dafür einsetzen, im demokratischen Rahmen, aber wenn du mit 270 über die A2 bretterst, bevor das Gesetz geändert ist, ist der Deckel weg, völlig wurscht, was du davon hältst.
Wenn es dir um die Lesbarkeit geht, dann kill einfach jegliches Geschlecht im Text – Studierende, Belegschaft, usw.
Deine Arbeit wird sich niemand lieber durchlesen, nur weil du nicht gegendert hast. Im Gegenteil könnte sich jemand daran stören, im Jahr 2022 nicht ordentlich gendern zu können.
Was genau bezweckst du damit zu erreichen? Warum sträubt es dir so?
Wäge ab, wann für die eigene Meinung einzustehen mit dem Preis, den du dafür zahlst (also dem Aufwand und den Komplikationen, die damit einhergehen) gut vereinbar sind, also die Rechnung aufgeht.
Bei einer Masterarbeit, die vielleicht ein paar Freunde und Familienmitglieder durchblättern, weil sie nett oder halbwegs interessiert sind, steht es vielleicht nicht so dafür, wie im Fall einer Arbeit, die du veröffentlichen willst und der Verlag sich halt ein bisschen wichtig macht.
Manchmal ist es gescheiter, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, manchmal ist es wichtiger, Kosten und Aufwand auf sich zu nehmen, damit man seine Meinung durchsetzt.
Im Fall einer Masterarbeit wäre es mir persönlich egal. Ich will eine solide Arbeit schreiben (inhaltlich) und eine gute Note und dann endlich den Abschluss. Formalitäten wären mir egal, auch wenn eine eh harmlose Ideologie dahintersteht.
Als zweite Anmerkung: auch wenn es Sprachen gibt, die neutral sind und die Sprache dort nicht für Gleichberechtigung sorgen mag, so ist es trotzdem so, dass Sprache Wirklichkeit im Kopf und somit auch in den Möglichkeiten (vor allem der neuen Generation) schafft.
Es gibt Studien aus Kindergärten, wo man Kinder bittet “Wissenschafter”, “Ärzte”, “Künstler”, “Raumfahrtsingenieure”, “Mechaniker” und so weiter zu zeichnen, und die Kinder zeichnen in erster Linie Männer. Auch die weiblichen Kinder.
Bittet man die Kinder aber, “Ärzte und Ärztinnen”, “Wissenschafter und Wissenschafterinnen” etc… zu zeichnen, dann kriegt man ein diverses Bild von Männern und Frauen.
Insofern schafft Sprache Bewusstsein dafür, dass mit “Mechaniker:innen” oder “Pilot:innen” eben auch die Mädchen (für künftige Berufswahl) angesprochen sein dürfen, indem man eben auch die weibliche Form explizit aus- und anspricht.
Das Sprachverständnis sitzt dann zeitlebens tief in uns.
Wir nerven uns am Gendern und dem ganzen Aufwand, aber in 50 Jahren kräht da kein Hahn mehr danach, was wir so mühsam finden, weil wir es anders gewöhnt sind.
Ich habe damals nicht gendern müssen und es hat sich trotzdem keiner meine Arbeit je durchgelesen. Evtl ein schwacher Trost aber immerhin ein Trost.
> Aber egal, darum geht es mir hier nicht primär, sondern eher darum, wie ich reagieren soll.
Angemessen und professionell, also die Arbeit entsprechend den Richtlinien überarbeiten und fertig.
Sag ihnen sie sollen sich ihren PC kram in den Arsch stecken, wir sind hier nicht bei der Inquisition wo ungläubige bestraft werden müssen.
Deine Schreibweise ist wie du bereits erwähnt hast nicht respektlos gemeint sondern einfach Teil der gängigen deutschen Schriftkultur.
Es soll hier die Arbeit bewertet werden nach wissenschaftlichen Regeln und nicht irgendwelche arbiträren Glaubensgrundsätze, wir sind hier in der Uni und nicht in der Kirche.
Mal abgesehen davon, ob man Gendern sollte:
>Strotzen mMn nur so vor unwissenschaftlichen Aussagen
Es sind auch Richtlinien und keine wissenschaftliche Arbeit. Du legst also da an falschen Maßstab an.
>Meiner persönlichen Rechtsansicht nach kann es nicht sein, dass man rein ideologische Vorgaben für wissenschaftliche Arbeiten schaffen darf – das verstößt gegen Art 17 StGG (Wissenschaftsfreiheit).
Inwiefern wird da die Wissenschaftsfreiheit verletzt? Dir werden da nur Formvorgaben gemacht und keine inhaltlichen.
Gibt noch eine dritte Option: lernen warum gendern Sinn macht und es akzeptieren. Außer du möchtest weiter alle nicht männlichen Menschen diskriminieren
Gendern geht mir auf die Eier:stöcke.
Um genau diese Dreck zu vermeiden habe ich damals meine BA Arbeit so geschrieben, dass einfach keine gegenderten Begriffe drinnen waren. Menschen. Personen. Team. Gibt ne ganze Menge davon.
Habe mir als Frau von einem maennlichen Professor sagen lassen muessen dass ich meinem eigenen Geschlecht schade wenn ich nicht richtig gendere – er wollte einen _ Unterstrich drinnen haben. Ich wollte eine lesbare Arbeit schreiben. Arbeit war uebrigens primer ueber eine gewisse historische Periode in Japan in 17en und 18en Jhdt. Anders ausgedrueckt, zu gendern waere teilweise INHALTLICH problematisch gewesen, denn Shogun_innen hat es nunmal nicht gegeben 😂😂 um mal ein dummes Beispiel zu nehmen.
Der/Die/Das/Jene Gendern ist ein(e/s) Idiotie/in und zeigt nur, dass gewisse/s Person/in/en einfach zuviel Zeit/in/en/es haben.
Hama kana ärgeren ProblemInnen?
In der Zeit in der du dieses Gsatzerl hier geschrieben hast, hättest schon die ganze Arbeit gegendert.
Ich werds nie verstehen, wie man sich wegen so einer non-issue, die niemandem schadet, einigen Menschen nutzt, und verdammt einfach umzusetzen ist, so verbohrt aufregen kann.
viel spaß damit:
> https://www.google.com/search?q=gendern+uni+site%3Adanisch.de
ceterum censeo “unit libertatem” esse delendam.
Eine Freundin von mir musste in ihrer Masterarbeit ganz eigenartig gendern, mit ausschließlich weiblichen Artikeln und Relativpronomen bei gegenderten Substantiven (in der Einzahl).
Hab mich irrsinnig darüber geärgert, aber im Endeffekt bleibt ja keine andere Wahl.
Aber was du machen kannst: Einmal gegendert einreichen und für Familie und andere die Arbeit nochmal normal drucken und binden lassen.
Ganz ehrlich, ich find das Richtlinien-Dokument ziemlich gut.
Du hast vollkommen recht, steh dazu und hör nicht auf die Woken hier^^
Wenn du wirklich dagegen vorgehen willst, gibts aufm Juridikum einen Prof. der deine Meinung teilt, vlllt hilft er dir ja.
Vor allem geb ich dir mit dem Problem dieser Ideologie recht. Viele davon sind halt so passiv aggresiv: “Gendern ist absolut notwendig, weil es inklusiv ist und den wissenschaftlichen Diskurs anregt. Und wenn du das nicht verstehst, schließen wir dich aus und lassen dich nicht am Diskurs teilhaben” 😀