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Der Pharmakonzern Novartis stellt an einem Standort an der Grenze zu Deutschland bestimmte Produktionslinien ein. Davon sind rund 550 Mitarbeiter betroffen.
Basel – Auch in den deutschen Nachbarländern spürt die Wirtschaft den immer weiter steigenden Druck. Der Pharmariese Novartis mit Sitz in Basel (Schweiz) hatte sich jüngst dem Druck der Trump-Zölle gebeugt und Produktionsverlagerungen in die USA angekündigt. Wie das Unternehmen am 25. November mitteilte, soll die Produktion von Tabletten, Kapseln sowie von Verpackungen für sterile Arzneimittel an einem Standort unmittelbar an der Grenze zu Deutschland bis 2027 eingestellt werden. Davon betroffen sind rund 550 Mitarbeiter, die durch die Maßnahme ihren Job verlieren.
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In der Mitteilung verkündet der Pharmariese, der weltweit mehr als 76.000 Mitarbeiter beschäftigt, notwendige Anpassungen an zwei Schweizer Standorten. Die bereits genannte Einstellung der Produktion betrifft das Werk in Stein (Kanton Aargau (AG)), das direkt an der Grenze zu Bad Säckingen (Kreis Waldshut, Baden-Württemberg) und damit zu Deutschland liegt. Im vergangenen Jahr hatte Novartis ein zuvor übernommenes deutsches Unternehmen und alle Standorte geschlossen.
Novartis stellt Produktionslinien in Stein (AG) bis Ende 2027 ein
Am Standort Stein (AG) investiert Novartis rund 26 Millionen US-Dollar (etwa 22,5 Millionen Euro) in die Produktion von sterilen Darreichungsformen und setzt auf die Implementierung von Automatisierungen. Die anderen Produktionslinien sollen wie erwähnt bis 2027 eingestellt werden. „Die beabsichtigte Umsetzung organisatorischer Effizienzsteigerungen am Standort wird zu einem Personalabbau führen“, heißt es dazu. „Bis Ende 2027 könnten alle geplanten Veränderungen einen Abbau von etwa 550 Festanstellungen zur Folge haben.“ Das Vorhaben steht unter dem Vorbehalt des Informations- und Konsultationsprozesses.
Novartis erklärt weiter, dass den potenziell betroffenen Mitarbeitern eine Reihe von Angeboten wie Jobcenter oder eine Frühpensionierung angeboten werden soll, und dass ein unterstützender Sozialplan bis 2028 verlängert wurde. Zudem soll der Standort Stein (AG) weiterhin als Kompetenzzentrum für sterile Darreichungsformen fungieren. In der Mitteilung erklärt der Konzern allerdings auch, dass am Standort Schweizerhalle, einem Industriegebiet bei Basel, durch die Investition von rund 80 Millionen US-Dollar (knapp 70 Millionen Euro) bis 2028 auch etwa 80 neue Vollzeitstellen schaffen zu wollen.

Der Pharmakonzern Novartis will bis Ende 2027 die Produktion von Kapseln, Tabletten und bestimmte Verpackungen in Stein (AG) einstellen. © IMAGO/Zoonar.com/Erich MeyerNovartis will mit Anpassungen „wettbewerbsfähige Produktion in der Schweiz“ aufrechterhalten
Dass der Pharmakonzern nahe seines Hauptsitzes, dem Novartis Campus in Basel, überhaupt Kapazitäten anpassen muss, hängt offenbar mit einer Wettbewerbssituation zusammen. „Um eine wettbewerbsfähige Produktion in der Schweiz aufrechtzuerhalten, müssen wir uns darauf fokussieren, in innovative Herstelltechnologien und einen hohen Grad an Automatisierung zu investieren“, erklärt Steffen Lang, President Operations von Novartis, in der Mitteilung. „Mit den geplanten Anpassungen entwickeln wir beide Standorte, sowohl Schweizerhalle als auch Stein, als Kompetenzzentren für innovative Produktion weiter.“ (Verwendete Quelle: Pressemitteilung der Novartis AG vom 25. November 2025)