Die luxemburgische Regierung und die CFL haben einen neuen Infrastrukturverwaltungsvertrag für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2040 unterzeichnet.

Der Vertrag sieht Investitionen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro vor und soll die Eisenbahn als Rückgrat der öffentlichen Mobilität stärken, wie es der offiziellen Mitteilung des Ministeriums von Yuriko Backes zu entnehmen ist.

Der Staat bleibt Eigentümer des Schienennetzes und delegiert dessen Verwaltung an die CFL, einschließlich des Hafens Mertert und 68 Bahnhöfen. Die Finanzierung sei an Qualitäts- und Leistungskennzahlen gekoppelt, um eine effiziente und nachhaltige Nutzung öffentlicher Mittel sicherzustellen.

Mit diesen Maßnahmen bleibt Luxemburg europaweit führend bei Investitionen pro Einwohner in die Eisenbahninfrastruktur.

Als zentrale Maßnahmen werden unter anderem die Modernisierung sowie der Ausbau des Netzes, darunter die Neugestaltung des Bahnhofs Luxemburg, der Bau einer zusätzlichen Linie Luxemburg–Bettembourg sowie die Einrichtung multimodaler Umsteigepunkte, ausgeführt, ferner die Erneuerung des technischen Materials.

Die Regierung setze mit dem Vertrag ihre Verpflichtung zur Gewährleistung eines modernen und zuverlässigen Schienennetzes um. Foto: CFL

Ein weiterer zentraler Baustein der Modernisierung ist die Anschaffung von 34 Coradia Stream High Capacity-Zügen vom französischen Hersteller Alstom. Auftragsvolumen: rund 360 Millionen Euro. Besonders innovativ: Die neuen CFL-Züge sind mit dem System ATO GoA2 (Automated Train Operation) ausgestattet – eine europäische Premiere im Regionalverkehr. Dabei könnte der Zug weitgehend autonom fahren, während ein Lokführer zur Sicherheit an Bord bleibt.

„Dieser Vertrag steht im Einklang mit unseren gemeinsamen Maßnahmen zur Stärkung des Anteils der Bahn am Mobilitätsmix in Luxemburg, wodurch das Land zum europäischen Spitzenreiter bei den Pro-Kopf-Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur wird“, betonte Yuriko Backes, Ministerin für Mobilität und öffentliche Arbeiten.

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Die Regierung setze damit ihre im Koalitionsvertrag eingegangene Verpflichtung um: bedeutende und ehrgeizige Investitionen in Infrastruktur und Humanressourcen, um ein modernes, zugängliches und zuverlässiges Schienennetz zu gewährleisten.

Notwendige Planungssicherheit

„Und dieser Vertrag gibt uns die notwendige Planungssicherheit, um weiterhin in Infrastruktur und Personal zu investieren und die Eisenbahn als zentrale Säule der Mobilität zu verankern“, erklärte Marc Wengler, Generaldirektor der CFL.

Mit diesen Maßnahmen bleibt Luxemburg europaweit führend bei Investitionen pro Einwohner in die Eisenbahninfrastruktur und setzt ein klares Zeichen für eine sichere, moderne und nachhaltige Mobilität. Bereits 2018 kündigte die Regierung des Großherzogtums das ehrgeizige Vorhaben an. Für ein Land mit rund 600.000 Einwohnern bedeutet das eine Investition von über 7.800 Euro pro Kopf.