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Die Ukraine veröffentlicht ein Video, das zeigen soll, wie ein U-Boot Russlands mit einer Unterwasserdrohne zerstört wird. Der Kreml dementiert das.

Kiew – Es wäre ein neues Kapitel in der Drohnenkriegsführung: Die Ukraine behauptet, sie habe mit einer Unterwasserdrohne ein U-Boot Russlands angegriffen. Falls die ukrainischen Angaben der Wahrheit entsprechen, wäre es der weltweit erste bekannte Angriff dieser Art. Der ukrainische Geheimdienst SBU veröffentlichte ein Video, das das U-Boot im russischen Hafen von Noworossijsk zusammen mit mehreren anderen Schiffen zeigen soll.

Wladimir Putin vor einem Podium, im Hintergrund einen Fotowand mit dem Druck eines U-Boots.

Wladimir Putin und das U-Boot: Der Kreml-Chef im Juli in Severodovinsk (Archivbild). © IMAGO/Sergei Bobylev

In besagtem Video schwenkt die Kamera von von rechts nach links, bis nach 16 Sekunden das U-Boot explodiert. Die Unterwasserdrohne ist in der Aufnahme nicht zu sehen. Wenn sie jedoch für die Explosion verantwortlich sein sollte, wäre das unbemannte Unterwasserfahrzeug dazu in der Lage gewesen, Russlands Verteidigungsanlagen zu überwinden, durch den dichten Hafen zu navigieren und das Zielschiff anzugreifen. Das U-Boot sei schwer beschädigt und außer Gefecht gesetzt worden, teilte der Geheimdienst mit.

Russland dementiert Vernichtung eines U-Bootes

Unabhängig überprüft werden können die ukrainischen Angaben jedoch nicht. Diesen zufolge haben die Seestreitkräfte der Ukraine die Operation gemeinsam mit der militärischen Spionageabwehr durchgeführt. Der Wert des russischen U-Boots der Warschawjanka-Klasse soll sich auf etwa 400 Millionen US-Dollar belaufen. Russland dagegen bestreitet, dass es irgendwelche Schäden durch den Angriff gegeben habe – nicht aber die Attacke selbst.

„Kein einziges Schiff oder U-Boot der in der Bucht des Marinestützpunkts Noworossijsk stationierten Schwarzmeerflotte sowie deren Besatzungen wurden durch die Sabotage beschädigt. Die Wasserfahrzeuge sind im Normalbetrieb“, behauptete das russische Verteidigungsministerium bei Telegram. Auch diese Angaben können nicht unabhängig geprüft werden. Was Präsident Wladimir Putin so oder so gar nicht gefallen dürfte: Die Ukraine weitet ihre Drohnenproduktion aus.

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Dem ukrainischen Militärmagazin Defense Express zufolge büßt Russland im Ukraine-Krieg immer mehr seiner Warschawjanka-U-Boote ein. Im Vergleich zum Zeitpunkt der Invasion im Februar 2022 seien zwei der vier Unterwasserfahrzeuge nicht mehr kampffähig. Eines der U-Boote, die B-237 „Rostow am Don“, sei sogar zweimal erfolgreich attackiert worden – einmal im September 2023, ein weiteres Mal schließlich im August 2024.

Während die Ukraine den jüngsten mutmaßlichen Erfolg als „einzigartige Spezialoperation“ feiert, fanden bis gestern (15. Dezember) Verhandlungen in Berlin über einen möglichen Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine statt. An den zweitägigen Gesprächen nahm unter anderem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. (Quellen: ukrainischer Geheimdienst SBU, russisches Verteidigungsministerium, Defense Express) (grmo)